X

Beliebte Themen

Kulinarik

Das ist Sommer

Eine karierte Decke, einen Korb und ganz viele feine Gerichte: Food-Stylistin Claudia Schilling zeigt, was es alles für das perfekte Picknick braucht.

TEXT
FOTOS
Heiner H. Schmitt
09. Juli 2018

Ein Picknick im Grünen mit Stil: Dank Tipps von Food-Stylistin Claudia Schilling ganz einfach.


Die Sonne scheint durch die Bäume und wirft zarte Lichtpunkte auf den Boden. Die Blätter rauschen sanft. Der Duft von Gugelhopf steigt in die Nase. Die karierte Decke ist ausgebreitet. Darauf sind weitere Leckereien liebevoll angerichtet: ein Couscous-Salat, Pizzabrot, frische Früchte und Erdbeer-Eistee. Ein Picknick im Grünen mit den Liebsten, Sommergefühl pur.

Entstanden sind die Gerichte in der Küche von Claudia Schilling (45). Die Food-Stylistin hat vor Kurzem ihr erstes Kochbuch herausgebracht. In Hin und Weg liefert die passionierte Köchin Rezeptideen für unterwegs. Einfach oder raffiniert dürfen die Gerichte sein. Salat, Sandwich, Müesli-Riegel, Knabbermischung oder Quiche Hauptsache zum Mitnehmen. Und zwar auf nicht weniger als 341 Seiten. Für mein nächstes Buch habe ich mir fest vorgenommen, unter 150 Rezepten zu bleiben, scherzt die Autorin.

Auch unterwegs fein und gesund

Die Idee zum Buch entstand aus dem Alltag der Food-Stylistin heraus. Claudia ist oft mit ihren Zwillingen Emma und Emily (9) unterwegs. Auch die beiden Kleinen sind schon Gourmets ganz die Mutter halt. Es ist schwierig, unterwegs etwas zu finden, das gesund ist und uns allen schmeckt, sagt die stolze Mama. Also begann die Familie, immer mehr selbst gemachten Proviant auf Reisen und Ausflüge mitzunehmen.

Nur, wie verpackt man die Gerichte für unterwegs am besten? Die Antwort fand Claudia, als sie zusammen mit ihrem Mann den indischen Film Lunchbox sah. Darin wird das Büro-Zmittag in Lunchboxen vertauscht, durch den Irrtum entsteht eine wunderschöne Liebesgeschichte. In Indien kocht die Frau das Mittagessen nämlich oft zu Hause, packt es in die für das Land typische Edelstahlbox und lässt es dann ins Büro des Gatten bringen.

Also machte sich die Antiquitätenliebhaberin auf Lunchbox-Jagd: In Brockenhäusern und auf Flohmärkten suchte sich die passionierte Sammlerin ihren Fundus zusammen. Insgesamt wohl fast 100 Stück, beichtet Claudia Schilling. Natürlich eignen sich Lunchboxen nicht nur für das Mittagessen im Büro, sondern auch für den Transport der Speisen in den Park. Aber auch ein Vorratsglas oder ein grosses Konfiglas tut es, sagt sie. In Hin und Weg widmet sie dem Picknick ein ganzes Kapitel.

Von den Engländern kultiviert

Es ist unklar, woher das Wort für das Essen im Freien genau kommt. Wahrscheinlich geht es auf die Franzosen zurück. Das piquenique kann man mit eine Kleinigkeit aufpicken übersetzen und beschreibt die Vorliebe der französischen Adligen im 17.Jahrhundert, ihre Mahlzeiten draussen zu geniessen.

Trotz der Wortherkunft richtig kultiviert haben erst die Engländer im 19. Jahrhundert die Mahlzeit im Grünen. Mit karierter Decke und Picknick-Korb, so, wie wir es heute auch noch kennen. Grund für den Picknick-Boom war Königin Viktoria, die diese Art der Nahrungsaufnahme liebte.

Und was braucht es für ein Picknick? Eigentlich nicht viel. Eine Kühlbox, eine beschichtete Picknickdecke und einige Vorratsgläser, um die Speisen zu transportieren, rät Claudia Schilling. Zudem nimmt die Food-Stylistin meist richtiges Besteck mit. Ich binde Messer und Gabel bereits zu Hause mit einem Gummiband zusammen.

Die Kochbuch-Autorin mag Picknick übrigens zu jeder Jahreszeit. Je nach Temperatur mit warmen Wolldecken und Thermoskannen. Vorausgesetzt, das Wetter bleibt einigermassen trocken.

Buchtipp - Feines für unterwegs

Claudia Schilling: Hin und Weg Lunchbox-Rezepte für Picknick und unterwegs, AT Verlag. Im Handel oder für Fr. 41.40 plus Fr. 5.- Versandkosten im Buchshop erhältlich.

Himbeer-Quark-Gugelhopf

Für eine Gugelhopfform von ca. 2 Liter
Aktive Zeit: ca. 20 Min.
Gesamtzeit: ca. 1 Std. 30 Min.

DAS BRAUCHTS FÜR 1 KUCHEN

  • 200 g Butter, weich
  • 250 g Rohzucker
  • 1 Beutel Vanillezucker
  • 4 Eier
  • 300 g Halbfettquark
  • 100 g Crème fraîche
  • 350 g helles Dinkelmehl
  • 50 g Maisstärke
  • 3 TL Backpulver
  • 200 g Himbeeren
  • etwas Butter und Mehl für die Form
  • etwas Puderzucker zum Bestäuben

UND SO WIRDS GEMACHT
Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Erst die Eier nacheinander, dann Quark und Crème fraîche dazugeben und unterrühren.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Mehl, Maisstärke und Backpulver mischen und unter die Quark-Ei-Masse rühren. Die Himbeeren vorsichtig unterheben.

Die Form fetten, mit Mehl ausstäuben und den Teig einfüllen. In der Ofenmitte ca. 5060 Min. backen. Herausnehmen und ca. 10 Min. abkühlen lassen. Auf ein Gitter stürzen, vollständig auskühlen lassen. Dann mit Puderzucker bestäuben.

PDF herunterladen PDF herunterladen PDF herunterladen PDF herunterladen