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Kühe lieben Grünes

Seine Kühe haben alle Namen. Christof Widmer hegt und pflegt sie ganz individuell. Sie werden mit Gras und Heu gefüttert und geniessen ihren Auslauf.

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Monique Wittwer
03. September 2018

Saftige Wiesen und feine Milch: Christof Widmer mit seinen Kühen auf der Weide.

Christof Widmer lebt in Sempach LU seinen Traum: Seine Kühe geniessen die Weiden rund um den Hof. Die Hühner leben in Holzhäuschen und können ebenfalls auf die grüne Wiese. Vor dem schmucken Bauernhaus mit den blauen Fensterläden steht ein Hybridauto, es hängt an der Steckdose. Auf dem Dach der Scheune sorgen die Sonnenkollektoren für Strom. Hier wird nachhaltig und biologisch produziert.

Schonende Produktion

Schon als Bub träumte er vom Bauernleben. «Meine Eltern wollten mir das erst ausreden.» Sie schickten ihn für ein Zwischenjahr in ein Internat, wo er sich für eine kaufmännische Lehre vorbereiten sollte. Doch Widmer blieb standhaft und das Jahr war nicht verloren: «Ich verstand danach etwas von Buchhaltung und Betriebswirtschaft. Das ist beim Führen eines Bauernhofes sehr nützlich!» Für ihn war genauso von Anfang an klar, dass es ein Bio-Hof sein musste. «Ich habe einen Fimmel für Ressourcen», erklärt er lächelnd. «Ich möchte nicht unnötig Energie aufwenden. Weil die Kühe beispielsweise auf der Weide sind und ihr Futter selber holen, brauchen wir sehr wenig Diesel und auch relativ wenig Strom. Ich achte sehr auf eine schonende Produktion.»

Und bei Christof Widmer (52) steht natürlich auch das Tierwohl ganz weit oben. Seine 36 Kühe haben alle Namen. Er hegt und pflegt sie zusammen 
mit Lehrling Marc Baumann sehr individuell. «Sie haben ihren eigenen Charakter. Manche mögen es nicht, wenn sie angefasst werden, andere sind zutraulich», so der Bio-Bauer. Jedes Tier bekommt, was es braucht. Aber kein Kraftfutter, nur Gras und Heu. Jetzt im Sommer steht Christof Widmer jeden Tag mit der Sonne auf und geht die Kühe melken. Es dauert etwa zwei Stunden, bis im Stall alles versorgt ist. Dann gibt es «Zmorge» und verschiedene Arbeiten rund um den Hof bis zum Mittagessen um zwölf.» Um halb zwei geht es weiter bis halb sieben. Das ist natürlich je nach Saison verschieden.

Seit 18 Jahren betreiben die Widmers mit ihren Kühen exakte Geburtenregelung. Jede Kuh bringt einmal im Jahr ein Kalb zur Welt, zwischen Ende Januar und Ende März. «Dies ist effizient, vereinfacht die Fütterung und Betreuung.» Damit ist es aber noch nicht getan: «Das Ziel ist keine Kälber mehr im ungünstigen Alter von einem Monat wegzugeben. Zurzeit sind wir im Aufbau einer Zusammenarbeit mit einem Nachbarbetrieb, der uns die Kälber nach drei bis fünf Monaten abnimmt und weiter aufzieht.» Ihm ist es wichtig, dass seine Tiere gesund sind. Klasse und Ökologie statt Masse. «Das haben wir auch Coop zu verdanken», ist er überzeugt. «Ohne Förderung der biologischen Landwirtschaft von Coop wäre ich nicht dort, wo ich heute stehe.»