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«Mehr Mut bei der Bier-Wahl»

Bier passt nicht nur zum Apéro, es kann auch ein Dessert abrunden – oder gar ersetzen. Etwa das aktuelle Bier aus der limitierten Edition von Doppelleu: Berry Vanilla Ale.

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Heiner H. Schmitt, Christoph Kaminski
25. März 2019

Die Farbe kommt gut, das Bier braucht noch einige Wochen: Braumeister Patrick Thomi begutachtet ein junges Weizenbier.

Patrick Thomi hat eine turbulente Zeit hinter sich. Vor zwei Jahren wurde der 31-Jährige zum Schweizer Meister der Biersommeliers gekürt. «Danach bin ich zwei Wochen beinahe nicht zum Arbeiten gekommen, der Medien-Hype war gross», erinnert er sich. Bei der letzten Meisterschaft landete er «nur» auf dem zweiten Platz – und wird im Herbst die Schweiz in Rimini (I) an der Weltmeisterschaft vertreten. Seit vier Jahren arbeitet Thomi bei der Brauerei Doppelleu Boxer in Winterthur ZH. Die Ausbildung zum Brauer hat er bei der Brauerei Calanda in Chur GR absolviert, ehe er für sein Braumeister-Diplom nach Weihenstephan in Bayern reiste. «Vor allem die biochemischen Vorgänge haben mich am Brauen interessiert», erklärt Thomi.

Nun bringt Thomi eine Vorrichtung zum Bierzapfen an einem Rohr an. Er ist umgeben von stählernen Rohren, die sich durch einen Raum ranken. Dies sei eine der modernsten Brauanlagen Europas, erklärt er. Woher weiss er nun, welches Bier darin ist? «Dafür müsste ich den Computer konsultieren», sagt Thomi mit einer Handbewegung nach hinten. Schon fliesst Bier ins Glas. Der Braumeister nimmt erst eine Nase und dann einen Schluck: «Das ist Weizenbier.»

Faktor Mensch bleibt wichtig

Der Arbeitsalltag eines Braumeisters hat sich mit der fortschreitenden Modernisierung sichtlich geändert. Dadurch, dass die Technik die Qualität sicherstellt, können sich die Braumeister – notabene die kreativen Köpfe – auf die Wahl der Zutaten und auf die Rezepturen konzentrieren. Zudem nehmen die Experten laufend Kontrollen vor. Bei der Brauerei stehen vier Braumeister im Dienst. Bei Doppelleu Boxer arbeiten in Winterthur ZH und Yverdon VD rund 100 Personen.

Wenn Thomi von Bier spricht, kommt er ins Schwärmen. Er erzählt von seinen neuesten Entdeckungen, wo er seine Biere bestellt. Denn er muss sich ja schliesslich auf eine WM vorbereiten. «Dafür eignen sich Blindverkostungen», sagt er. Solche hält er viel mit Freunden ab, dann bringt jeder ein Bier mit. «Besonders witzig ist es dann, wenn es eines von mir ist.» Wer seine sensorischen Fähigkeiten selber testen will, dem rät er ebenfalls dazu. Und: «Mehr Mut bei der Bier-Wahl!»

Jubel im Mund

Bier passt nicht nur zum Apéro, es kann auch ein Dessert abrunden – oder gar ersetzen. Etwa das aktuelle Bier aus der limitierten Edition von Doppelleu: Berry Vanilla Ale.

Die Doppelleu Boxer Brewmaster Edition – ein Hauch Exotik

Leichte Süsse, fruchtige Säure

Beim Einschenken fliesst dieses Bier in trübem und dunklem Orange ins Glas und wird von einer dichten Schaumhaube gekrönt. In der Nase fällt das intensive Aroma von Erdbeeren und Vanille auf und beim Antrunk überrascht das cremig-sämige Mundgefühl, in Kombination mit der leichten Süsse, in Harmonie mit der fruchtigen Säure. Das Berry Vanilla Ale hält Schritt mit dem Trend der Pastry Ales – und erinnert mit vollem Körper und besonderem Mundgefühl an einen Strawberry Cheesecake. Ich empfehle die Köstlichkeit als fruchtigen Apéro oder auch als Dessert bei 8 Grad zu trinken.

Ein Hauch Exotik

Für die aktuelle Limited Edition wurden nur beste Zutaten verwendet. Unter anderem frisch pürierte Erdbeeren sowie Vanilleschoten aus Madagaskar – von Hand ausgekratzt, versteht sich.

Mehr Malz brauchts

Statt nur einer Malzsorte wie bei den klassischen Lagerbieren, mischen die Winterthurer in jedem Bier drei bis fünf verschiedene Malzsorten.

S’het so lang s’het

Die Braumeister bei Doppelleu erschaffen vier Mal im Jahr eine limitierte Kreation mit nur einer Charge. Dabei wird der Brauer- Fantasie freier Lauf gelassen.

Die Flasche gefällt

Für die Gestaltung ihrer Bierflaschen erhielt die Brauerei 2014 den Red Dot Award für Design.