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Champagner, Prosecco, Cava – kennen Sie den Unterschied? Wir verraten Ihnen, wie sie entstehen, schmecken, wozu sie passen. Plus: Wie die Perlen in den Wein kommen und was ein LKW-Reifen und eine Schaumweinflasche gemeinsam haben.

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08. April 2019

Überschäumende Freude: Wer Champagner, Cava und Co. liebt, gerät bei diesem Anblick ins Schwärmen.

 

49 Millionen: So viele Bläschen enthält eine Flasche Champagner! Wie sie da reinkommen? Das erklären wir Ihnen gerne in einem Blitz-Exkurs. Basis für jeden Schaumwein ist ganz normaler Wein. Dieser entsteht dank spezieller Hefen. Sie fressen sich durch den Zucker im Most und verwandeln ihn in Alkohol und Kohlensäure. Diesen Vorgang nennt man Gärung. Die Kohlensäure verpufft jedoch – schlicht und einfach, weil der Winzer bei der Weinbereitung öfter mal den Tankdeckel aufmacht. Ist der stille Basiswein fertig, folgt der zweite, entscheidende Schritt.

Der Wein wird in ein verschlossenes Behältnis gefüllt, wahlweise Flasche oder Tank, und nochmals mit Zucker und Hefe versetzt. So stellt sich eine zweite Gärung ein – nur dass die Kohlensäure diesmal nicht entweichen kann, denn der Behälter ist ja fest verschlossen. Voilà, schon schäumt der Wein. Übrigens, in einer Champagnerflasche herrscht ein Druck wie in einem LKW-Reifen! Was aber unterscheidet Champagner und andere Schaumweine? Eine Übersicht.

Champagner

Nur Schaumweine aus der Champagne, einem streng begrenzten Gebiet in Nordfrankreich, dürfen sich so nennen. Und weil sich Champagner verkauft wie warme Weggli, kann dort ein Hektar Rebland schon mal eine Million Euro kosten. Bepflanzt sind die Rebberge mit Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier. Champagner wird ausschliesslich in der Flasche vergoren und muss vor dem Degorgieren – so nennt man das Entfernen der Hefen, nachdem sie ihren Job getan haben – mindestens zwölf Monate ruhen. In dieser Zeit prägt die Hefe den Wein mit Aromen von frischem Brioche, gibt ihm Fülle und Komplexität. Champagner ist ein ganz fantastischer Essensbegleiter. Probieren Sie ihn zu Buttergebäck, Fisch und weissem Fleisch. Ungeschlagen auch zum Brunch als Begleiter von Eierspeisen.

Prosecco

Wer es spritzig, fröhlich und unkompliziert mag, liegt mit Prosecco richtig. Er stammt aus dem Veneto (I) und wird aus der lokalen Glera-Traube gekeltert. Die zweite Gärung passiert im Tank, deshalb fehlen ihm die hefigen, brotigen Noten. Das macht ihn perfekt für Mixdrinks wie den Aperol Spritz. Kulinarische Liebesehe: Prosecco und Parmaschinken.

Franciacorta

Aus der Lombardei, vom Südufer des Lago d’Iseo, kommen die wohl besten Schaumweine Italiens. Vorbild ist die Champagne, sowohl punkto Rebsorten als auch in der Herstellung. Manche Dinge handhaben die gründlichen Norditaliener sogar noch strenger als die Franzosen: So darf ein Franciacorta frühestens nach 18 Monaten auf den Markt kommen. Franciacorta harmoniert wunderbar mit einem zarten, cremigen Risotto – darin und dazu!

Schaumweine sind Partygänger: Es macht kaum Freude, dieses edle Getränk allein zu trinken...

Cava

Spaniens Lieblingsschäumer. Er entsteht aus den spanischen Trauben Macabeo, Xarel.lo und Parellada. Wie Champagner wird er traditionell in der Flasche vergoren, darf allerdings etwas früher auf den Markt gebracht werden. Das lässt ihn frischer und fruchtbetonter ausfallen. Cava ist der geborene Tapas-Wein: lebhaft, fröhlich, vielseitig. Besonders gut zu knusprig-scharfen Patatas bravas.

Schweizer Schaumwein

Die Schweiz ist dabei, eine prickelnde Schaumweinkultur zu entwickeln! Neben Traditionsbetrieben wie Mauler & Cie. in Môtiers NE brillieren immer mehr klassische Winzer in der schäumenden Disziplin. Gesetzliche Vorgaben punkto Traubensorten oder Herstellung gibt es nicht. Zumeist wählen die Winzer das Flaschengärverfahren – Schweizer Qualitätsdenken eben.