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Erbse im kleinen Schwarzen

Einst musste sie dem profitableren Wein- und Olivenanbau weichen. Doch zum Glück bekommt die schwarze Kichererbse heute in Süditalien wieder angemessenen Raum, um auch hierzulande kulinarisch begeistern zu dürfen. 

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Alain Intraina
18. März 2019

Sie ist eine waschechte Süditalienerin, die schwarze Kichererbse aus der Gegend rund um Bari. Bereits seit der Bronzezeit hat sie ihre Wurzeln in der Murge, der Kalkhochebene in der Mitte Apuliens. Hier eignet sich der sandige Boden besonders für den Anbau von Zwiebeln und Hülsenfrüchten. «Im 19.Jahrhundert zählte die faltige Kichererbse noch zu den Grundnahrungsmitteln der ländlichen Bevölkerung», erzählt Vito Abrusci (64) von Slow Food. «Doch durch den rentableren Anbau von Oliven und Weintrauben war sie vom Aussterben bedroht.» Von der Form her etwas kleiner als ihre hellhäutige Schwester, erlebt sie dank eines Dutzend Bauern und des Slow Food Presidio ein Revival.

Höhenflug der Kichererbse

Slow-Food-Kichererbsen schwarz

Fr. 6.60/250 g, in grösseren Coop-Läden

Auch Samantha Cristoforetti (41) verhalf der schwarzen Kichererbse im Dezember 2014 zu einem Höhenflug. Anlässlich des internationalen Aktionstages von Slow Food kochte die italienische Astronautin in der internationalen Raumstation ISS eine Suppe – unter anderem mit der historischen Hülsenfrucht. «Ich habe eine Leidenschaft für gutes Essen und gesunde Ernährung», sagte sie damals in ihrer Videobotschaft. «Beides ist sowohl für uns Menschen als auch für die Umwelt und unseren Planeten Erde wichtig.» Die Bari-Kichererbse ist kaum grösser als ein Maiskorn, hat aber die volle Konzentration an Ballaststoffen. Die Zubereitung ähnelt anderen getrockneten Hülsenfrüchten, wie Vito Abrusci erklärt. «Sie werden über Nacht eingeweicht, dann bei schwacher Hitze mit Wasser und ein paar Lorbeerblättern rund 90 Minuten gekocht.» In Apulien landen die Kichererbsen mit einem Hauch Olivenöl, altem Brot und viel roten Zwiebeln in einer Suppe. Oder in einem Salat aus Miesmuscheln, Venusmuscheln und Tomaten.