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Natur pur für
 den Rebensaft

Immer mehr Weinliebhaber möchten möglichst naturnah
produzierten Rebensaft trinken. Doch es gibt verschiedene Bio-Standards.
Ein besonders strenger ist Demeter.

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Weinweltfoto/Hans-Peter Siffert
03. September 2018

Produziert im Trentino?nach Demeter-Richtlinien: Elisabetta Foradori (ihr Wein bei Coop:?Seite 53).

Konventionell? Bio? Oder doch lieber Demeter? Wer vor dem Weinregal steht, hat viel Auswahl. Welcher Wein einem gut schmeckt, ist so individuell wie die Etiketten der verschiedenen Weinflaschen. Strengere Produktionsvorschriften als bei «normalem» Wein gelten bei Bio – und bei Demeter in noch stärkerem Masse.

«Bei der Herstellung von Demeter-Wein werden die önologischen Hilfsmittel reduziert eingesetzt, weil der Charakter des jeweiligen Terroirs möglichst wenig beeinflusst werden soll», erklärt Bettina Holenstein (32) von der Geschäftsstelle Demeter Schweiz. Der Anspruch aller Demeter-Weingüter ist es, möglichst naturnah zu produzieren.

Grosses Know-how vorausgesetzt

Winzer, die Bio-Knospe-zertifizierte Weine herstellen, verzichten auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel. Zum Einsatz kommt lediglich organischer Dünger auf pflanzlicher und tierischer Basis. Gegen Krankheiten und Schädlinge schützen Knospe-Weinproduzenten ihre Reben mit pflanzlichen oder mineralischen Präparaten. Statt das Unkraut unter den Rebstöcken mit Herbiziden abzutöten, werden Pflanzen angesät, welche Nützlinge anlocken. Darüber hinaus gibt es rund um die Rebfläche Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Und auch bei der Kelterung des Weins sind nur ganz wenige Hilfsmittel erlaubt.

Beim biodynamischen Weinbau nach Demeter gelten all diese Prinzipien ebenfalls. Allerdings dürfen in allen Bereichen nur biodynamische Hilfsmittel – Dünger, Pflanzenschutzmittel etc. – verwendet werden, die der Winzer teilweise selbst erzeugt. Ziel ist es, biodynamischen Kompost oder Mist zu verwenden. Organischer Handelsdünger ist nur eingeschränkt erlaubt. Beispielsweise schützen Ackerschachtelhalm- und Brennnesseltee die Pflanzen vor Pilzbefall. Nur wenn diese Methode nicht funktioniert, kommen biologische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Die Traubenlese sollten Demeter-Winzer möglichst von Hand erledigen, ihre Bio-Kollegen benutzen dafür zum Teil auch Maschinen. Auch alle Nebenprodukte der Weinherstellung gilt es so weiterzuverwerten oder zu entsorgen, dass sich daraus keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt ergeben. So werden etwa die ausgepressten Traubenschalen, der sogenannte Trester, kompostiert.

Göttliche Wurzeln

Die biodynamischen Demeter-Erzeugungsprozesse gründen auf den anthroposophischen Prinzipien von Rudolf Steiner (1861–1925). Demeter ist übrigens der Name der griechischen Fruchtbarkeits- und Erdgöttin. Bestandteil der Demeter-Philosophie ist das gezielte Zusammenwirken von irdischen und kosmischen Kräften. Dabei werden im Weinberg und bei der Kelterung beispielsweise die Mondphasen berücksichtigt. Tatsächlich werden alle Pflanzen durch die Mondphasen beeinflusst. Wer diese also bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten miteinbezieht, erzielt in der Regel ein besseres Resultat. Davon jedenfalls sind nicht nur Demeter-Fans überzeugt.

Bettina Holenstein kann das bestätigen: «Demeter-Weine sind charaktervolle Tropfen. Weltweit wurden bereits viele für ihre exzellente Qualität ausgezeichnet.»

Voll im Trend

In der Schweiz sind bislang 56 Weingüter Demeter-zertifiziert, 16 davon befinden sich noch im Umstellungsprozess. «In den letzten Jahren ist das Interesse am biodynamischen Weinbau gestiegen – in der Schweiz, aber auch weltweit», sagt Bettina Holenstein. «Die Rebberge nach biodynamischen Grundsätzen zu bewirtschaften ist also klar ein Trend.»

Aber ob nun biologisch-organisch oder biodynamisch – beide Kultivierungsarten bringen qualitativ hochwertige Weine hervor. Für welche Tropfen sich Weinliebhaber entscheiden, hängt letztlich von ihren persönlichen Vorlieben und ihren Ansprüchen an die Produktionsmethode ab.

Demeter- und Bio-Weine bei Coop

Vigneti delle Dolomiti IGT Teroldego Elisabetta Foradori, 2014

Dichtes Rubinrot, klare Kirscharomatik, am Gaumen sehr elegant und frisch, feines Tannin,
samtig und lang. Im Holzfass ausgebaut. Passt zu: Rindsragout mit Polenta.

Fr. 27.50/75 cl. 


Nur online bei Mondovino erhältlich.

 

Naturaplan-Demeter-Bio-La Côte AOC Morges Libellule, 2017

Der Schmelz des Chardonnay, die Fruchtigkeit des Chasselas, ergeben einen eleganten, leichtfüssigen Wein. Passt zu: Apéro, Fisch und hellem Fleisch.

Fr. 13.95/75 cl.

Bei Mondovino bestellen.