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Generationenwechsel

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Illustration Jens Bonnke
16. September 2019

Der Genussmensch liebt den Wein so sehr, dass er ihn nicht nur trinkt, sondern auch darüber schreibt.

Jung und wild: Im Weinbau sorgt eine neue Generation von Winzerinnen und Winzern für Furore. Selbstbewusst schlagen sie neue, unkonventionelle Wege in der Herstellung ein, und mit modernen Marketing-Methoden, auch über Social-Media-Kanäle, machen sie auf ihre Produkte aufmerksam. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn die Weine qualitativ höheren Ansprüchen genügen. Die Weinbauern sind sehr gut ausgebildet, offen für Weiterbildungen fernab ihrer Heimat. Die einen haben ihren Betrieb von null aufgebaut, die anderen das Gut ihrer Eltern umgekrempelt und nicht ohne Risiko neu ausgerichtet. So oder so gehören Mut und Vertrauen in die Zukunft ebenfalls zum soliden Rüstzeug der Jungwinzer.

Gerade in der Schweiz weichen die ins Rentenalter kommenden Pioniere langsam dem Nachwuchs. In den letzten 20, 30 Jahren katapultierten die Vorreiter der Qualitätsrevolution die einheimischen Gewächse in nie erreichte Dimensionen. Was kaum jemand glaubt, aber der Wahrheit entspricht: Die besten Preziosen des Landes vermögen auch preislich mit der ausländischen Konkurrenz mitzuhalten. Für eine Flasche eines Schweizer Weins muss man selten einen dreistelligen Betrag zahlen. Dagegen wird die Schweiz wegen den hohen Kosten im günstigen Segment nie eine Chance haben.

Hierzulande haben sich aufstrebende Produzenten zur Vereinigung «Junge Schweiz – neue Winzer» zusammengeschlossen. Mit dabei ist etwa der Zürcher Alain Schwarzenbach aus Meilen, der bereits zweimal einen Wein für meine «Edition Peter Keller» abgefüllt hat. Sandrine Caloz aus dem Wallis wiederum wurde erst kürzlich zur besten Biowinzerin der Schweiz ausgezeichnet. Anne-Claire Schott vom Bielersee, um ein drittes Beispiel zu nennen, überrascht mit unkonventionellen, naturnahen Weinen.

Auch in Deutschland übernehmen zunehmend junge Winzer das Zepter. Zu den Überfliegern zählt die kluge Juliane Eller aus Rheinhessen. Mit ihr konnte ich ebenfalls bereits zwei spezielle Weine selektionieren; ein dritter folgt Anfang des nächsten Jahres. Und mit der 28-jährigen Katrin Wind habe ich ein grosses Talent aus der Pfalz entdeckt. Ihre wunderbar eleganten und gradlinigen, vielversprechenden Weine sind exklusiv bei Mondovino erhältlich: der trockene, preisgünstige weisse Burgunder 2018 (Fr. 12.95), der komplexe, lagerfähige weisse Burgunder Landschneckenkalk 2018 (Fr. 19.95) sowie der rare, aromatisch unaufdringliche Sauvignon blanc Fumé 2018 (Fr. 19.95). Das ist grosses Weisswein-Kino aus Deutschland!