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Wein

Kampfansage

Vom Rock ’n’ Roll zum Riesling: Der Kalifornier Charles Smith (56) war Bandmanager, bevor er vor 20 Jahren Winzer wurde. Mit seinen Weinen machte er Millionen.

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Heiner H. Schmitt
04. November 2019

Leichter Jungspund

Laut Charles Smith (56) soll sein Weisswein vor allem zu asiatischem Essen passen. Also koche ich Thai- Nudeln mit Garnelen und serviere dazu diesen jungen Riesling in einem grossen Kelch, ganz stilecht wie in den USA. Der Wein zeigt eine helle, strohgelbe Farbe. Die Nase nimmt florale und Zitrus-Noten wahr, am Gaumen präsentiert sich der Wein lebendig mit fruchtiger Säure. Doch er ist nicht kraftvoll genug für das, was ich im Wok sautiert habe. Tags darauf serviere ich ihn nochmals, diesmal zum Aperitif und zu einer Erbsencremesuppe – das passt.

Kung Fu Girl, Washington State Riesling, 2017, Fr. 14.95/75 cl, in grösseren Coop-Läden sowie bei Mondovino

Erfolgreicher Exzentriker

Neben auffälligen Etiketten und ungewöhnlichen Namen haben Trinkbarkeit und erschwinglicher Preis den Erfolg der Weine von Charles Smith begründet. 2016 verkaufte er einige seiner Marken für 120 Millionen Dollar an das weltgrösste Weinunternehmen Constellation Brands.

Ausgefallene Aromatik

Im Keller bilden sich Aromen von Honig, Butter und – Petrol! So seltsam es klingt, ist dies doch eine sehr angenehme Note.

Alles anders machen

Riesling-Weine haben Potenzial zum Altern. Der exzentrische Quereinsteiger Smith setzt jedoch auf Jugend und macht hoch oben im Staat Washington den coolsten Riesling der USA.

Inspiriert vom Kino

Ein Wein zu asiatischem Essen – die Inspiration dazu habe ihm der Tarantino-Film «Kill Bill» (2003) geliefert, sagt Smith.