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Wein doch!

Die Mondovino-Weinmessen bieten die Gelegenheit, ein exklusives Sortiment edler Tropfen zu entdecken. Experte Peter Keller erklärt wie.

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Christoph Kaminski
07. Oktober 2019

Coop-Weinexperte Peter Keller wählt für die Weinmessen einen Wein aus.

Von September bis November wird dem Wein in sieben Deutschschweizer Städten der rote Teppich ausgerollt. An jeder Mondovino-Weinmesse präsentieren sich über 300 verschiedene Weine, darunter Raritäten und Neuheiten. Die Auswahl besteht aus einem eigenständigen Angebot an Weinen, welche fast ausschliesslich für diese Veranstaltungen eingekauft werden. Nur ungefähr zehn Prozent der Messeweine entsprechen dem Sortiment in den Coop-Läden. Die Besucher sind eingeladen, nach Herzenslust zu degustieren und zu vergleichen. Dabei sind Weinkenner wie Neulinge in guten Händen, denn fachkundiges Personal steht allen zur Seite.

Seit 2016 werden die Weinmessen unter dem Dach des Coop-Weinclubs Mondovino durchgeführt. Dadurch haben Mondovino-Mitglieder viele Vorteile wie Degustationen von Raritätenweinen oder exklusive Wine Walkings mit dem Gastproduzenten. Dieses Jahr ist es die renommierte italienische Weinkellerei Marchesi Antinori. Mit ihrer über 600-jährigen Erfahrung im Weinbau begeistern die Toskaner weltweit zahlreiche Weinliebhaber.

Vor Ort ist auch Coop-Weinexperte und Buchautor Peter Keller (61). Er begleitet diverse Wine Talks. Diese Gespräche sind eine gute Gelegenheit, um verschiedene Persönlichkeiten aus der Weinszene kennenzulernen.

«Man darf auf den eigenen Geschmack vertrauen.»

Peter Keller

Peter Keller, was ist für Sie das Überraschendste an den diesjährigen Weinmessen?

Die aussergewöhnlichen Verkostungen am Wine Time Stand. Diese sind kostenlos und bieten Einblicke zu sehr unterschiedlichen Themen wie Bordeaux-Blends, Barrique-Einfluss oder Vertikal-Verkostungen. Das möchte ich nicht verpassen. Das gilt auch für die anwesenden Gastwinzer wie Antinori oder die Deutsche Eva Fricke (Messe in Basel) oder Alain Schwarzenbach vom Weingut Reblaube in Meilen (Messe in Zürich).

Wie kann man sich als Besucher am besten auf die Weinmesse vorbereiten?

Es wird ein grosses, abwechslungsreiches Sortiment zur Verkostung angeboten. Deshalb lohnt es sich, vor dem Besuch ein, zwei Themen festzulegen und dann die entsprechenden Weine zu degustieren. Die Auswahl kann zu Hause in aller Ruhe geschehen.

Welche Vorbereitungen treffen Sie im Vorfeld der jeweiligen Coop- Weinmessen?

Ich präsentiere an den Weinmessen jeweils Selektionen, die ich speziell für Mondovino auswähle. Entweder sind es Weine, die wir exklusiv in der Schweiz anbieten, oder Spezialabfüllungen unter dem Label «Edition Peter Keller». Ich berücksichtige für die Messen eine breite Auswahl an verschiedenen Weinen, jedoch mit einem Fokus auf Riesling. Die weisse Sorte ist für mich die hochwertigste unter allen Varietäten mit dieser Farbe.

Welche Weine sollte man als Besucher unbedingt gesehen respektive probiert haben?

Sicher sollte man die grossartigen Rieslinge der erwähnten Winzerin Eva Fricke aus dem Rheingau verkosten. Mondovino bietet diese Weine seit vier Jahren exklusiv und mit zunehmend grösserem Erfolg in der Schweiz an. Generell bietet Deutschland derzeit das beste Preis-Genuss-Verhältnis. Das beweist auch der Spätburgunder «Hand in Hand» 2015 von Meyer-Näkel/Klumpp aus Baden. Diesen Wein empfehle ich ebenso zur Degustation wie den «Château Saint-Pierre» 2015. Ein Bordeaux aus der Appellation St-Julien und für mich einer der Besten in diesem vorzüglichen Jahrgang. Zwar etwas teuer, aber eine grossartige Preziose für besondere Gelegenheiten.

Was raten Sie jemandem, der zum ersten Mal eine Coop- Weinmesse besucht?

Man sollte sich nicht zu viel vornehmen, sondern sich auf zwei, drei Stände konzentrieren, die Weine aus klassischen Ländern wie der Schweiz, Italien oder Frankreich zum Thema haben. Das versierte Personal kann jeden Gast mit nützlichen Informationen zu den edlen Tropfen versorgen. Und man darf auf den eigenen Geschmack vertrauen.