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Komplexe Freundschaft

Käse und Wein: Gehts noch besser? Ja, mit genau dem passenden Tropfen zu jedem Käsetyp. Einfach zu merken: Rotwein ist selten die beste Wahl. Wir präsentieren Rezepte für echte Liebesehen.

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Alamy, Getty Images
11. März 2019

Hartkäse und Rotwein. Bei dieser Paarung kann wirklich nichts schiefgehen.

Käse und Wein, das klingt wie ein echtes Traumpaar. Aber mit dem Milchprodukt und dem Rebensaft ist es genau wie beim Menschen: Nicht jeder verträgt sich mit jedem. Mehr noch: Das, was die meisten Geniesser für den perfekten Käsewein halten – schwer und rot –, macht die Romantik zwischen den Partnern erschreckend oft kaputt. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Grundregeln stimmen Sie Käse und Wein perfekt aufeinander ab. Unser Wegweiser zum Glück.

Weichkäse

Finger weg vom Rotwein! Sorry, dass wir so autoritär sind. Klar, wir haben dasselbe Bild im Kopf wie Sie: Baskenmütze, Picknickdecke, Baguette, Camembert, Rotwein. Aber: Zu Weichkäsen wie Brie, Tomme oder besagtem Camembert sind die meisten Rotweine schlicht «une catastrophe». Ihre Tannine lassen den Weissschimmel nämlich furchtbar pilzig schmecken. Was viel besser geht: ein Pinot Gris oder ein Chardonnay.

Hartkäse

Wein zum Hartkäse? Easy. Zu Gruyère oder Sbrinz, Manchego oder Cheddar macht jeder Rote eine gute Figur. Mittelgewichtig bis gehaltvoll soll er sein: Rioja, Bordeaux, ein Merlot del Ticino oder ein Syrah aus dem Wallis – Sie haben die Wahl. Schiefgehen kann hier eigentlich nix.

Ziegenkäse

Das schmeckt nach Tier! Ziegenkäse, insbesondere mit einer gewissen Reife, gehört zu den intensivsten Geschmacks- erlebnissen, die ein Milchprodukt bieten kann. Dazu braucht es einen Wein, der ordentlich dagegenhält. Perfekt: ein Sauvignon Blanc mit spritziger Säure und Knallerfrucht. Da hat die Ziege nichts zu meckern.

Rotschmierekäse

Es heisst, Rotschmierekäse wie Reblochon, Vacherin Mont-d’Or oder Epesses seien fast unmöglich mit Wein zu paaren. Stimmt nicht. Man darf nur keine Angst vor edlen Flaschen haben. Denn der ideale Begleiter zu diesen eindringlichen Käsen (manche sagen auch Stinkekäse) heisst: Champagner. Besonders in gereifter Form: Da schmeckt der edle Schäumer herrlich nussig und waldig, der Käse dazu etwas «funky» – das passt.

Blauschimmelkäse

Seine Auftritte bei Tisch sind selten, doch zu Blauschimmel ist er der Star: Süsswein. Probieren Sie es aus: Sauternes und Roquefort, Portwein und Stilton oder Vin Santo und Gorgonzola. Eine delikate, süss-salzige Sache.

Fondue und Raclette

Bleiben Sie locker und lassen Sie den Chasselas im Keller. Klar ist dieser Schweizer Nationaltropfen wie gemacht zu geschmolzenem Käse. Aber man darf auch mal etwas wagen. Zum Beispiel einen Roten: Pinot Noir, Gamay oder die Kombi aus den beiden Rebsorten, nämlich Dôle, sind die Partner der Wahl. Seidig, duftig, tanninarm und mit einer Frische, die rund ums Caquelon gerade recht kommt. Zum Dahinschmelzen!