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Reportage

Zwei Götter im Rebberg

Mit vereinten Kräften pflegen die «Celliers de Sion» die reiche Tradition der Walliser Weine. Ihre Marke «Bibacchus» feiert in diesem Jahr den 20. Geburtstag.

26. Juli 2019

Bibacchus und Co.

auf Mondovino

Mehr über die «Celliers de Sion» und die «Bibacchus»-Weine bei Coop Mondovino.

Petite Arvine, Heida, Amigne, Humagne Rouge, Cornalin … 13 Weine stehen seit 20 Jahren unter der Marke «Bibacchus» für den ganzen Reichtum der Walliser Rebsorten. «Es war damals ein rechtes Abenteuer», sagt André Darbellay (64) im Rückblick auf die Lancierung der Marke zusammen mit der Detailhändlerin Coop. Der Agraringenieur leitete zu jener Zeit das Traditionshaus Bonvin, das sich sieben Jahre zuvor mit dem ebenso traditionsreichen Konkurrenten Varone zusammengeschlossen hatte.

Walliser Weine waren damals eher selten in den Supermärkten zu finden, aber Coop spürte ein wachsendes Interesse der Konsumenten. Man einigte sich und seither schreitet die Zusammen­arbeit erfolgreich voran, «auch dank des Vertrauens unserer Kunden und der Qualität der Weine», sagt Coop-Einkäufer Ludovic Zimmermann (35).

Schaufenster des Weinbaus

Die Marke «Bibacchus» – der zweifache römische Weingott Bacchus – spielt an auf den Zusammenschluss der beiden Walliser Winzerfamilien. Nun stehen wir vor den «Celliers de Sion» – unter diesem Namen sind die Häuser Bonvin und Varone seit 2010 vereint. Hauptsitz des Unternehmens ist seit anderthalb Jahren ein Neubau in Sion, der am Nord­rand des Rhone-Tals in der Sonne glänzt: Seine Fassade ist ganz von Edelstahlschindeln bedeckt. Als «Oenoparc» soll die Anlage direkt beim terrassierten Rebberg von Clavau mit seinen alten Trockenmauern ein Schaufenster für den Walliser Weinbau sein.

Investition in den Weintourismus

Darbellay, heute Verwaltungsratspräsident der «Celliers de Sion», zeigt zwei Parzellen mit Petite Arvine und Humagne Rouge, beide für «Bibacchus»-Weine vorgesehen. «Wir sind auf unsere Rebsorten stolz und tun alles, um die Weine sortenrein auszubauen», erklärt er.

Mit Tradition alleine ist es aber nicht mehr getan. Während die Konsumenten vor 20 Jahren meist einen oder zwei Lieblingsweine hatten, wollen sie heute stets Neues entdecken, «den Wein und alle damit verbundenen Emotionen erleben», wie es David Héritier (37) beschreibt, Direktor der «Celliers de Sion». Für den Politikwissenschaftler ist die Investition von 7,5 Millionen Franken für den «Oenoparc» eine logische Konsequenz dieser Entwicklung. So können die Besucher zum Beispiel eine Einführung in die Weinverkostung erleben.

«Letztes Jahr hatten wir mehr als 35 000 Gäste, und wir bekamen für unsere Einrichtung bereits mehrere weintouristische Auszeichnungen», sagt Héritier. «Manche Besucher sind sehr erstaunt, wenn sie erfahren, dass es hier im Wallis mehr als 50 Rebsorten gibt.» Ebenso stolz sind die Walliser auf die harten Bedingungen, unter denen der Wein kultiviert wird. «Der Mensch hat den Rebbau an das Gebirge angepasst», heisst es auf einer Informationstafel. «Dies macht zwar die Bearbeitung ausgesprochen schwierig, doch die Reben profitieren auf diese Weise besser von der Sonne und können so ihr ganzes Potenzial nutzen.»