Der Räuber Hotzenplotz: Potz Pulverdampf & Pischtole-Rauch | Coopzeitung
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Der Räuber Hotzenplotz: Potz Pulverdampf & Pischtole-Rauch

Der Räuber Hotzenplotz wird 50. Geschrieben hat ihn Otfried Preussler, gesprochen die vielleicht schönste Bassstimme auf Schweizer Bühnen: Vincenzo Biagi.

FOTOS
Christoph Kaminski
20. Juli 2012
Um dieses Verbrechen geht es: Hotzenplotz stiehlt der Grossmutter die Kaffeemühle. Die drei Bände um den Räuber Hotzenplotz haben sich weltweit über 7,5 Millionen Mal verkauft, nicht nur im deutschen Sprachraum. Der erste Band ist in über 30 Sprachen übersetzt worden. Vincenzo Biagi verkleidet als Räuber Hotzenplotz.

Um dieses Verbrechen geht es: Hotzenplotz stiehlt der Grossmutter die Kaffeemühle. Die drei Bände um den Räuber Hotzenplotz haben sich weltweit über 7,5 Millionen Mal verkauft, nicht nur im deutschen Sprachraum. Der erste Band ist in über 30 Sprachen übersetzt worden. Vincenzo Biagi verkleidet als Räuber Hotzenplotz.

Die drei Bände um den Räuber Hotzenplotz haben sich weltweit über 7,5 Millionen Mal verkauft, nicht nur im deutschen Sprachraum. Der erste Band ist in über 30 Sprachen übersetzt worden.

Vincenzo Biagi verkleidet als Räuber Hotzenplotz.

Reportage

Vincenzo Biagi hat den Räuber Hotzenplotz gespielt und synchronisiert.

An die 1000-mal hat Vincenzo Biagi den Räuber Hotzenplotz auf den Schweizer Bühnen gemimt. Eine stattliche Zahl, Potz Pulverdampf und Pischtole-Rauch. Er hat Grosis Kaffeemühle geklaut und geflucht, was das Zeug hielt (und doch gleichzeitig kinderverträglich war). Den meisten dürfte er ab Kassette oder CD bekannt sein. Nach dem Theaterstück wurde die schweizerdeutsche Fassung des Hörspiels aufgenommen. So hat Biagi alias Hotzenplotz Generationen von Kindern direkt in deren Kinderzimmer in Angst und Schrecken versetzt hä hä hä hääääää oder eben doch nicht so ganz. Der Räuber Hotzenplotz ist ja nicht so richtig böse, eher etwas einfältig, sagt Vincenzo Biagi (80) über seine Figur.

Geschrieben hat die Geschichte der deutsche Autor Otfried Preussler 1962. Die war so erfolgreich, dass das Zürcher Theater Hechtplatz 1969 beschloss, eine Bühnenfassung auf Schweizerdeutsch zu produzieren. Autor war Jörg Schneider. Seither verkörpert Biagi immer wieder den Hotzenplotz. 1974 kam der Räuber Hotzenplotz als Film in die Kinos. Den Hotzenplotz spielte Gert Fröbe, der Bösewicht aus James Bond 007 Goldfinger. Synchronisiert wurde Fröbe in der Schweizer Fassung natürlich durch Vincenzo Biagi.
Vincenzo Biagi und der Räuber Hotzenplotz sind somit ein eng verflochtenes Gespann. Biagi hat den Hotzenplotz auf der Bühne gespielt, im Kino synchronisiert und im Hörspiel gesprochen. Später, unter der Regie von Erich Vock, übernahm Biagi die Rolle des Zauberers Zwackelmann im Bühnenstück. Auch das hat Spass gemacht, sagt Biagi, aber nie so viel wie der Hotzenplotz.

In der Rolle des Räubers könne er so richtig mit dem Publikum kommunizieren. Biagi, der seit 21 Jahren mit der Schauspielerin Ruth Bannwart verheiratet ist, hat selber nie Kinder gehabt. Aber er liebe es, für Kinder zu spielen, sagt der Volksschauspieler. Biagi hat den Hotzenplotz offenbar so sympathisch verkörpert, dass ihm die Kinder aus dem Publikum immer wieder geholfen hätten. Es kam öfter vor, dass mich Buben vor dem Wachtmeister Dünklimoser gewarnt haben, erinnert sich Biagi mit einem Schmunzeln. Potz Pulverdampf und Pischtole-Rauch!

Hier gehts zum Interview mit dem Autor Otfried Preussler Zum Hotzenplotz - Angebot

Interview Otfried Preussler

Coopzeitung: Warum trägt das Buch den Titel Räuber Hotzenplotz? Es ist ja eigentlich eine Kasper-Geschichte?
Otfried Preussler: Für mich ist es unbedingt die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz. Aus unzähligen Leserbriefen weiss ich, dass der eine oder andere nur allzu gern mal in seine Rolle schlüpft. In die des polternden, aber augenzwinkernden Räubers.

Was fasziniert Sie an der Figur des Räubers?
Ich mag den Hotzenplotz. Er ist ja nicht wirklich böse und gefährlich, eher ein polterndes Grossmaul, das nur Polizisten in Angst und Schrecken versetzt, nicht aber meine Freunde Kasperl und Seppel.

Wollten Sie keinen vierten Teil schreiben?
Nein, definitiv nicht. Ich wollte eigentlich schon gar keinen zweiten Band schreiben, aber die begeisterte Leserschaft hat mich solange bekniet, bis ich mich zu einer Fortsetzung durchgerungen hab. Beim zweiten Band ist mir dann ein unverzeihlicher Fehler passiert: Ich hab versäumt, den armen Krokodilhund Wasti aus seiner misslichen Lage zu befreien. So musste ein dritter Band her, um den Wasti wieder in einen Dackel zurückverwandeln zu können. Beim dritten Band habe ich doppelt und dreifach aufgepasst, nur ja keinen Handlungsfaden offen zu lassen.

Wie erklären Sie sich den grossen internationalen Erfolg?
Überall auf der Welt gibt es Kinder, die Freude an gut erzählten Geschichten haben. Und überall auf der Welt gibt es gottlob kluge und weitsichtige Lektoren, die solche Geschichten herausbringen.

Wie gefallen Ihnen die Umsetzungen als Puppentheater, Bühnenstück, Film und Hörspiel? Haben Sie mitgewirkt?
Nein, weil ich mehrfach die Erfahrung gemacht hab, dass viele Köche den berühmten Brei eher verderben. Man muss einem Regisseur freie Hand lassen, damit er den Stoff so umsetzen kann, wie er es für richtig hält. Buch ist Buch, und Film ist Film!

Glauben Sie, dass die Kinder von heute die Geschichte ebenso lesen und verstehen wie die Kinder früher?
Die Kinder von heute tragen vielleicht andere Kleidung und sind von vielen, damals noch unbekannten Dingen gefordert. Und trotzdem: Sie brauchen gute Geschichten. Und gute Geschichten erkennen und verstehen sie, immer und überall und zu jeder Zeit!

Was wünschen Sie sich für die Kinder von heute?
Es gibt hinreichend viele Schulen auf Gottes Welt, zumindest bei uns in Europa. Aber an Spielwiesen für Kinder herrscht leider Mangel. Und an Spielwiesen für die Fantasie kann es nie genug geben!

Das Interview mit Otfried Preussler führte Svea Unbehaun (Pressestelle der Thienemann Verlag GmbH) am 9.Dezember 2011.

Zum Hotzenplotz-Angebot

Angebot

Zum Jubiläum 50 Jahre Räuber Hotzenplotz erscheinen alle drei Bände als Jubiläumsausgabe, in denen die schwarz-weissen Originalzeichnungen von Franz Josef Tripp koloriert wurden.
Otfried Preussler: Der Räuber Hotzenplotz, Neues vom Räuber Hotzenplotz und Hotzenplotz 3, Thienemann Verlag. Im Handel oder unter www.coopzeitung.ch/shop für je Fr. 17. erhältlich.
Natürlich gibt es den Räuber Hotzenplotz auch als Kassette oder CD. Leserinnen und Leser der Coopzeitung können die Folgen Der Räuber Hotzenplotz und Neues vom Räuber Hotzenplotz in der Dialektfassung von Jörg Schneider und mit Vincenzo Biagi als Hotzenplotz zum Vorzugspreis von Fr. 23.50 (2 CDs, inkl. Versand) oder Fr. 19.50 (2 Kassetten, inkl. Versand) bestellen. Im Set dabei ist auch eine Autogrammkarte mit den Unterschriften von Vincenzo Biagi und Jörg Schneider.
Bestellung Hörspiel:
Tudor Recording AG, Hotzenplotz,
Badenerstrasse75, 8004Zürich, Tel.0444052646 oder mit diesem

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