Grosseltern aus drei Regionen | Coopzeitung
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Grosseltern aus drei Regionen

Die Rolle von Grosseltern hat sich in den letzten Jahrzehnten je nach Land und Region deutlich verändert. Auch in der Schweiz gibt es je nach Sprachregion Unterschiede.

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Charly Rappo / arkive.ch, Sandro Mahler
01. Oktober 2012
Grosseltern, die Kinder von Herzen gerne haben, können kaum gravierende Fehler machen.

Grosseltern, die Kinder von Herzen gerne haben, können kaum gravierende Fehler machen.


Coopzeitung: Was unternimmt Coop für die Mitarbeiter, die auch eine Familie haben?
Nadine Gembler: Grundsätzlich ist Coop schon allein aufgrund des Frauenanteils, welcher bei uns bei über 60 Prozent liegt, ein familienfreundliches Unternehmen, da wir mit unseren vielen Teilzeitstellen sehr vielen Müttern die Möglichkeit geben, neben ihren familiären Verpflichtungen auch ein Einkommen zu erzielen. Bei Coop haben über 26 Prozent der Mitarbeitenden ein Teilzeitpensum. Es ist immer noch so, dass es vor allem Frauen sind, die aufgrund der Familie nicht zu 100 Prozent arbeiten. Ich bin gespannt, ob sich in Zukunft der Anteil von Männern, die ihr Pensum aufgrund von Familienarbeit reduzieren, erhöhen wird.

Wie fördert Coop Frauen mit Kindern?
Coop bezahlt allen Frauen im Mutterschaftsurlaub statt der vorgeschriebenen 80 Prozent den vollen Lohn. Bei langjährigen Mitarbeitenden bieten wir zudem einen längeren Mutterschaftsurlaub an. Mit der letzten GAV-Revision wurde der Vaterschaftsurlaub auf eine Woche erhöht. Daneben besteht die Möglichkeit zu unbezahltem Urlaub. Coop gewährt zudem seinen Mitarbeitenden zwischen fünf und sieben Wochen bezahlte Ferien. Diese Ferienregelung ist sehr familienfreundlich. Ebenso schätzen vor allem die Mitarbeitenden mit Familie die zahlreichen Personalrabatte. Coop bietet im Schweizer Detailhandel seinen Mitarbeitenden die grosszügigsten Vergünstigungen an.

Die Super-Grosseltern Alice und Adi Koch bekamen innerhalb von knapp sechs Jahren neun Enkelkinder: Für uns ist es fantastisch. Wir können viel Zeit mit unseren Enkelkindern verbringen. Faszinierend ist es auch, mitzuerleben, wie sich die Kinder zu eigenständigen Personen entwickeln. Und wir erkennen in ihnen auch Verhaltensweisen ihrer Eltern wieder. Einer der neun Enkel der fünfeinhalbjährige Yael erzählt, warum er so gerne bei seinen Grosseltern ist: Ich freue mich, weil Grossmami lieb ist und wir immer etwas unternehmen.

Yael und seine Schwestern Eline (fast 4 Jahre) und Malina (18 Monate) wohnen neben ihren Grosseltern mütterlicherseits und haben somit täglichen Kontakt zu dieser Generation. Yael weiss auch, wie er sich nützlich machen kann: Ich helfe Grossmami auch beim Kochen, denn ich koche gerne. Meine anderen Grosseltern haben einen Garten, und da helfe ich beim Gärtnern und auch beim Kochen. Auch beim Fensterputzen helfe ich gerne. Ich auch, wirft Eline ein. Alice hat kein einziges Buch gelesen, um ihre Rolle als Grossmutter zu erfüllen: Das ist kein Muss, wenn die Kinder spüren, dass sie ernst genommen und geliebt werden. Aber ist es denn möglich, zu jedem der neun Enkelkinder eine eigene Beziehung aufzubauen? Ja. Unsere Grosskinder sind alle unterschiedlich, jedes mit seinem eigenen Charakter, und so ist auch die Beziehung mit jedem Kind ein wenig anders.

Graziella macht mit ihren Enkelinnen jedes Jahr Frauenurlaub am Meer.

Ich bin gerne bei meinem Grossmami, weil ich da nicht so brav sein muss, beginnt die zehnjährige Mia zu erzählen, ausserdem hört sie mir immer zu. Wenn ich von der Schule nach Hause komme und mich ärgere, rede ich mit ihr, fühle mich gleich besser. Ihre achtjährige Schwester Zoe fügt hinzu. Es ist so schön, wenn Grossmami nach der Schule da ist, dann steht immer was Kleines zum Essen auf dem Tisch!

Bei Grossmami muss ich nicht so brav sein.»

Nonna Graziella sieht sich aber nicht als perfekte Grossmutter: Anders als damals, als ich Mutter war, nehme ich mir heute aber mehr Zeit, um Dinge zu erledigen. Grossmutter zu sein ist etwas ganz anderes; als Mutter hat man viel mehr Verantwortung. Grossmutter Graziella ist nicht der Meinung, dass man sich von den eigenen Grosseltern inspirieren lassen sollte. Ich gehe meinen eigenen Weg. Meine Grossmutter war sehr eigenwillig und unkonventionell und liess mich alles lesen auch Sachen, die weniger geeignet waren. Ich würde meine Enkelinnen nichts machen lassen, mit dem meine Tochter nicht einverstanden ist. Mia erzählt weiter: Mit Grossmami lesen wir viel und fahren immer zwei Wochen ans Meer, erzählt Mia. Das ist unser Frauenurlaub, fügt Zoe lachend hinzu. Eine einmalige und wertvolle Zeit, meint auch Graziella.

Claudine und Helmut Ziga lernen von ihren Enkeln und geniessen das Zusammensein.
Helmut und Claudine sind am glücklichsten, wenn sie ihre drei Enkel Téo, Éthan und Mathys um sich haben. Zwischen uns hat es sofort gefunkt und es ist immer noch so schön wie am Anfang!, erzählt Claudine sichtlich gerührt: Ich mag meine Rolle als Grossmutter, da wir spontan sein können. Helmut sagt dazu: Wenn wir zufällig in der Nähe des Hauses meines Sohnes sind, können wir einfach kurz vorbeischauen. Wir wollen uns aber auch nicht aufdrängen. Familien seien heute sehr beschäftigt, da wollten sie nicht noch eine zusätzliche Last sein.
Ich rufe meine Grosseltern jetzt nicht mehr so oft an wie früher, muss Téo eingestehen. Aber in meinem Alter hat sich mein Tagesablauf eben ziemlich verändert, sodass ich kaum noch freie Zeit habe. Dafür schreibe ich ihnen kurze Nachrichten, seit ich ein Smartphone habe.

Bei den Grosseltern bin ich entspannter.»

So bleiben wir in Kontakt, ohne dass es über meine Eltern läuft. Bei meinen Grosseltern bin ich weniger gestresst, es ist entspannter und ruhiger. Dass es einfacher ist, finden auch Claudine und Helmut: Wir empfinden nicht mehr diese Verantwortung, sie erziehen zu müssen. Und dank der Enkel lernen wir auch neue Dinge kennen: Wie Fast Food und neue Technologien, meint Helmut, der als Kind seine eigenen Grosseltern noch siezen musste. In der heutigen Zeit wäre ich gern wieder 10, 12 Jahre alt, um zu erleben, wie es ist, so offene Eltern und all diese materiellen Möglichkeiten zu haben.