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Abfallerziehung: Kein Müll!

Fachleute aus der Umweltbranche gehen heute gezielt mit Sensibilisierungsveranstaltungen auf Kinder und ihre Familien zu. Zum Beispiel am Tag der offenen Tür der Celtor SA in Tavannes.

FOTOS
Charly Rappo/Arkive.ch
12. September 2014

Die Bewohner meines Teichs sind dir unendlich dankbar, Wasser und Müll passen nicht zusammen!: Die Kooperative Cosedec fördert in der Romandie den respektvollen Umgang mit der Umwelt. Claudine Laperrouzas Drehrad mit Fragen zu Abfall kommt gut an. Melissa (bald 11) fischt Müll aus dem Teich. Sébastien (9) ist schon ein alter Hase, wenns ums Mülltrennen geht.

Claudine Laperrouzas Drehrad mit Fragen zu Abfall kommt gut an.

Melissa (bald 11) fischt Müll aus dem Teich.

Sébastien (9) ist schon ein alter Hase, wenns ums Mülltrennen geht.

Reportage

Melissa (11) und ihre Mutter Manuela Belmond aus Bévilard BE stehen vor Bergen von Papier, Grünabfällen und Bauschutt. Die beiden wollen mehr über Lagerung und Verwertung von Abfall erfahren. Sie tun dies am Tag der offenen Tür der Celtor SA. Ein Unternehmen, das Abfälle aus der Region um Tavannes BE verarbeitet.Melissa hat zwar schon in der Schule gelernt, dass Trennen und Wiederverwerten von Abfällen wichtig ist für die Umwelt, aber hier kann sie ihr Wissen vertiefen. Als sie nach Hause kam, erklärte sie mir gleich, welcher Abfall hierhin und welcher dahin gehört, erzählt Manuela Belmond.Olivier Mani kommt hinzu. Er ist Direktor der Cosedec, die sich die Sensibilisierung der Bevölkerung im Bereich Abfallentsorgung zum Ziel gesetzt hat. Seit 16 Jahren besuchen ihre Mitarbeiter Klassen mit Schülern zwischen 4 und 15 Jahren und organisieren Veranstaltungen für Familien. Ein Tag der offenen Tür wie bei Celtor ist eine gute Gelegenheit, um zu erklären, warum man Müll trennen soll, sagt Mani, und falsche Vorstellungen von Abfallentsorgung und -verarbeitung zu eliminieren etwa, dass Glas in den Verbrennungsöfen gut sei.

Die Kinder gruppieren sich um die Animateurinnen von Cosedec und beteiligen sich gerne freiwillig an ihren erzieherischen und lehrreichen Spielen. Malik Bezençon (8) aus Tavannes fischt gekonnt mit einer Angelrute Flaschen und Konserven aus einem Bassin, das einen Teich darstellt. Müll darf man auf keinen Fall in einen Teich schmeissen, der verschmutzt das Wasser, sagt er.

Kinder mit Umweltbewusstsein
Kinder sind sehr empfänglich für unsere Botschaften. Sie wollen, dass das Wasser sauber bleibt, damit die Fische nicht sterben, sagt Claudine Laperrouza, eine der Animateurinnen. Nachdem sie mehrere Berufe ausgeübt hatte, unter anderem im Bereich Luftverkehr, beschloss die Neuenburgerin, sich beruflich der Umwelt und ihrer Erhaltung zu widmen. Das war vor elf Jahren. Wir sagen den Kindern nicht nur, dass man Abfälle trennen muss, sondern erklären ihnen auch, warum, erklärt sie, überzeugt davon, dass der direkte Kontakt mit den Kindern diese nachhaltig beeinflusst.

Littering ist teuer
Laperrouza steht neben einem Drehrad mit Fragen zu Umweltwissen und lässt die Kinder daran drehen. Gemeinsam mit ihren Eltern versuchen sie, die Fragen zu beantworten. Von Littering spricht man, wenn jemand Abfälle einfach liegen lässt. Diese zu entfernen kostet jährlich 200 Millionen Franken, erläutert Laperrouza. Sie zeigt den Besuchern auch Kohlenschlacke, die nach der Verbrennung von Hauskehricht übrig bleibt, und sie erklärt, wie die Entsorgung und Wiederverwertung von Eisen funktioniert.

Es ist schwierig, dieses System zu verstehen, wenn man es nicht gesehen hat. Dieser Tag bringt die Kinder in dieser Hinsicht weiter, freut sich Bernard Léchot aus Orvin BE. Sein Sohn Sébastien (9) weiss bereits einiges über Abfall. Wenn man das schleifen lässt, ist das nicht gut für die Natur und nur dank ihr leben wir.

Malik (8) durchkämmt die Wiese nach Müll.

Frage der Woche

Finden Sie eine Geldbusse bei Littering sinnvoll?»

Wie hoch sollte diese sein? Ist das Wegwerfen von Zigaretten und Kaugummis für Sie schon Littering

Hier gehts zu weiteren Wochenfragen

Aufräumaktion

Nora Steimer Geschäftsleiterin IG für eine saubere Umwelt

Was sind die Folgen, wenn Abfall auf der Strasse oder in der Natur entsorgt wird?
Littering ist vor allem im Sommer ein sichtbares Ärgernis, das die Lebensqualität und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigt, unnötige Kosten verursacht und negative
Auswirkungen auf die Umwelt und Tiere hat. Das geschieht, obwohl die Schweiz über eine gut funktionierende Abfallwirtschaft verfügt und eines der erfolgreichsten Recycling-Systeme der Welt besitzt.

Wie kann man die Bevölkerung am besten sensibilisieren?
Ein Patentrezept gibt es nicht. Um das Littering-Problem langfristig lösen zu können, braucht es Prävention, Intervention und Repression sowie gute Nerven und Geduld. Die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Phänomen mit
Präventions- und Sensibilisierungsarbeit entgegenzuwirken. Neben vielen anderen Aktionen, die das ganze Jahr über durchgeführt werden, organisiert die IGSU seit 2013 auch den nationalen Clean-Up-Day. Dieser Tag ist wichtig, um die Bevölkerung auf die Littering-Problematik aufmerksam zu machen. Bewährt haben sich auch die IGSU-Botschafterinnen und -Botschafter, die vor Ort über den Umgang mit Abfall und rezyklierbaren Wertstoffen aufklären.

Wie klärt man Kinder am besten auf?
Es ist sinnvoll und wichtig, das Thema Littering bereits in den Schulen zu thematisieren und
Kinder und Jugendliche spielerisch für einen korrekten Umgang mit Abfall und rezyklierbaren Wertstoffen zu motivieren. Die IGSU ist deshalb jedes Jahr in 20 bis 30 Schulen unterschiedlicher Stufen mit Aktionen während der Pausenzeit und Workshops zum Thema Littering aktiv.

Kann man spontan am Clean-Up-Day teilnehmen?
Je mehr Personen am Clean-Up-Day teilnehmen, desto stärker das Zeichen gegen Littering und
für eine saubere Schweiz.

Weitere Daten

Clean-Up-Day

Die Bevölkerung ist eingeladen am 12. Und 13. September 2014 landesweit wilddeponierten Müll zu entsorgen. Der Clean-Up-Day, in der Schweiz von der IGSU (Interessensgruppe Saubere Umwelt) ins Leben gerufen bezweckt eine saubere Umwelt, indem Einzelpersonen und Gruppen ehrenamtlich für zwei Tage wilddeponierte Abfällen entsorgen oder kreativ auf die Littering-Problematik aufmerksam machen. Bei der IGSU kann man sich zudem verbindlich mit einer eigenen Clean-Up-Aktion anmelden.

Hier gehts zur Anmeldung Hier gibts mehr Infos zum Clean-Up-Day