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Haushaltsbudget: Gut ernährt trotz wenig Geld

Auch in der Schweiz müssen viele mit schmalem Portemonnaie über die Runden kommen. Sparen beim Essen darf und muss nicht zu ungesunder Ernährung führen.

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ALAMY, zVg
14. Juli 2014
Genügend Obst und Gemüse sollte man auch mit einem kleinen verfügbaren Einkommen zu sich nehmen. Spezielle Angebote machen es möglich.

Genügend Obst und Gemüse sollte man auch mit einem kleinen verfügbaren Einkommen zu sich nehmen. Spezielle Angebote machen es möglich.


Reportage

Die Zahlen erschrecken: In der reichen Schweiz leben mehr als eine Million Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen, mehr als die Hälfte davon gilt als arm. Dies zeigt das neuste Caritas-Handbuch zur Armut, das Anfang Juli veröffentlicht wurde. Arm sein heisst für einen Einpersonenhaushalt, mit weniger als 2200 Franken pro Monat auszukommen. Für eine vierköpfige Familie liegt die Armutsgrenze bei einem verfügbaren Monatseinkommen von 4050 Franken (nach Abzug der Steuern und der Kosten für die obligatorische Krankenversicherung, da diese bei der Berechnung des verfügbaren Einkommens für die Armutsgrenze bereits abgezogen werden). Von diesem Betrag müssen der allgemeine Lebensunterhalt wie Nahrungsmittel, Kleidung, Mobilität etc. sowie Wohnkosten und Versicherungen bezahlt werden. Von Armut besonders betroffen sind Alleinerziehende, ältere Personen wie auch kinderreiche Familien.

Wer ein kleines Budget hat, muss das Geld sorgfältig einteilen. Viele sehen beim täglichen Einkauf Sparmöglichkeiten. Denn während viele Ausgaben wie Miete, Krankenkasse und weitere Versicherungen fix sind, bleibt bei den Lebensmitteln Spielraum. Die Gefahr dabei: ungesunde und einseitige Ernährung. Leute mit schmalem Portemonnaie essen oft zu wenig Früchte und Gemüse, weiss Rolf Maurer, Geschäftsführer der Caritas-Läden. Gemäss Studien neigen von Armut Betroffene eher zu Übergewicht und Diabetes, weil sie zu viele kalorienreiche Speisen und zu wenig Ballaststoffe zu sich nehmen. Doch gesunde Ernährung ist auch mit kleinem Budget möglich. Untersuchungen der Berner Fachhochschule für Ernährung sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) haben gezeigt: Mit 100 Franken pro Woche für eine erwachsene Person und 50 Franken für ein Kind kann man sich ausgewogen ernähren.

Auch wer rechnen muss, kann sich mit einigen Tricks gut ernähren.

Einige Regeln helfen, beim Einkauf die Übersicht zu behalten. Gute Planung ist wichtig: Einen Einkaufszettel machen und nur so viel kaufen, wie man auch gebrauchen kann, betont Agnes Würsch von der Basler Budgetberatung PlusMinus. Zudem rät sie, nicht hungrig einkaufen zu gehen.Bei Lebensmitteln, die man gut lagern oder aufbewahren kann, sind Grosspackungen sinnvoll. Hier kann man von Aktionen profitieren. Frisches Obst und Gemüse können vor allem ausserhalb ihrer Saison eher teuer sein. Sie sind jedoch wichtig, um den Körper mit genügend Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen zu versorgen. Doch es gibt auch günstige Angebote. Unser Ünique-Gemüse entspricht von der Form oder Grösse her nicht ganz der Norm und wird deshalb zu reduzierten Preisen verkauft, sagt Coop-Ernährungsfachfrau Martina Lanzendörfer. Beliebt seien auch die Aktionstaschen für Gemüse/Obst zu einem Einheitspreis, die man sich aus einer Auswahl zusammenstellen kann. Oder die Angebote von Prix Garantie.

Wer eigene Lagermöglichkeiten hat, kann von Sonderangeboten profitieren. In einer Styropor-Kiste bleiben Obst und Gemüse länger frisch. Auch der Tiefkühler leistet gute Dienste.Sparen kann man zudem beim Fleisch. Lanzendörfer: Zwei- bis dreimal pro Woche genügen vollauf. Als günstige Eiweissquellen empfiehlt sie Quark, Jogurt, Eier und Hülsenfrüchte. Statt Süssgetränke oder Mineralwasser sind ungezuckerter Tee und Leitungswasser gesunde und billige Alternativen, so die Ernährungsexpertin.

Flexibel sein lohnt sich: Vor Ladenschluss werden vielerorts Back-waren und weitere Frischprodukte zum halben Preis angeboten. Auch zu Hause sollten möglichst wenig Lebensmittel fortgeworfen werden. Nicht jedes Produkt wird ungeniessbar, nur weil es einige Tage über das Verfallsdatum ist, betont Rolf Maurer von der Caritas. Er gibt den Tipp, Speiseresten gut gekühlt aufzubewahren. Mit guten Ideen lassen sich daraus originelle und schmackhafte Mahlzeiten zaubern.

Wichtige Tipps

  • Grundnahrungsmittel statt Fertigprodukte verwenden.
  • Bei Zeitmangel: Vorkochen und Restenverwertung einplanen.
  • Gemüse und Obst: saisonal einkaufen, Sonderangebote beachten, Lagermöglichkeiten schaffen.
  • Sparen bei Getränken: Wasser und ungezuckerter Tee sind güstige und kalorienarme Durstlöscher.
  • Einkaufsliste erstellen und sich daran halten.

Lebensmittel-Ausgaben
Seit 30 Jahren gleich

Ein Blick auf die Haushaltsbudgets der Schweizerinnen und Schweizer zeigt: Die Ausgaben für Lebensmittel sind real in den letzten 30 Jahren etwa gleich geblieben. Gleichzeitig sind die Kosten für Miete, Krankenkassen und andere Konsumgüter angestiegen. Heute gibt ein Durchschnittshaushalt laut Bundesamt für Statistik 660 Franken pro Monat oder 7 Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel aus. 1984 musste man noch 13 Prozent des Budgets für Lebensmittel aufwenden, vor hundert Jahren 40 Prozent.

Prix Garantie

Auswahl aus der Prix Garantie Linie

Die Tiefpreislinie Prix Garantie gibt es seit Januar 2005 bei Coop. Soeben hat sie eine Verjüngung erhalten, durch eine Überarbeitung der Verpackungen und eine humorvolle Werbekampagne. Halten Sie die Kosten flach wie diese Pizza oder Durchstarten im Sparmodus kann man etwa lesen, bezugnehmend auf eine Pizza oder einen Energie-Drink von Prix Garantie. Das Sortiment von über 400 Produkten will die täglichen Bedürfnisse der Familien auf einem niedrigen Preisniveau befriedigen. Für einige Artikel wurde die Grösse der Packungen angepasst, um wirklich den Anforderungen dieser Zielgruppe zu entsprechen.

Mehr Informationen zu der Prix Garantie Linie finden Sie hier.