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Kinderhit

Seit über zwanzig Jahren begeistert Christian Schenker Klein und Gross mit seiner Musik. Nun macht er mit seinem neuen Liederbuch am Kinderland Openair halt.

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zVg
16. Mai 2016

Erholung und Inspiration findet Christian Schenker in der Natur. Von seinem Zuhause in Kappel SO ist es nur ein kurzer Spaziergang zu seinem Lieblingsplatz.


Liedermacher

Christian Schenker & Grüüveli Tüüfeli am Kinderland Openair 2014 im Schlosspark Nidau BE.

Nur wenige Erwachsene haben ein so gutes Gespür für die Welt der Kinder wie Christian Schenker. Der ehemalige Kindergärtner und Musiklehrer verlangt stellvertretend für die Kleinen Mir bruuche Ferie, singt vom Mümmele oder von frechen Streichen. Früher schrieb er seine Musik für den Unterricht, seit einigen Jahren verdient er damit seinen Lebensunterhalt. Die Ideen zu seinen Liedern überkommen ihn manchmal sogar im Schlaf.

Welches Lied geht Ihnen momentan kaum aus dem Kopf?
Das bruuch i no. Es wurde vor einigen Wochen mitten in der Nacht geboren. Beim Zmorge habe ich es meinen Kindern vorgesungen und seither bleibt es immer irgendwo hängen.

Worum geht es darin?
Um ein Kind, das sich nicht von seinen gesammelten Schätzen trennen will. Als die Mutter mal wieder die Jacke waschen will und daher die Taschen leert, kommen lauter Sachen hervor: ein klebriger Schleckstängel, ein Schneckenhäuschen, Steine und vieles mehr. Und was sagt das Kind bei jedem einzelnen Gegenstand zur Mutter? Das bruuch i no.

Was braucht ein gutes Kinderlied?
Es muss unterhalten, das ist das Wichtigste. Wie eine Kindergeschichte sollte es lustig oder berührend sein. Was die Musik betrifft, brauchen die Kinder keine Sonderbehandlung. Sie müssen meine Lieder auch nicht sofort mitsingen können. Mir ist viel wichtiger, dass die Musik den Eltern nicht auf den Wecker geht. Damit sie die CD auf der Autofahrt nach Süditalien nicht schon bei Chiasso aus dem Fenster werfen. (lacht)

Ihre Musik ist also für Klein und Gross?
Die Songs unterscheiden sich nicht von Musik für Erwachsene. Ein Vater sagte mir nach einem Konzert einmal: Wenn du englisch singen würdest, hätte ich die CD für mich gekauft, nun kaufe ich sie halt für meine Kinder.

Wann haben Sie angefangen, Texte für Kinderlieder zu schreiben?
Ich habe bereits während des Kindergarten-Seminars Lieder komponiert. Danach absolvierte ich die Ausbildung zum Musiklehrer und entschied mich, als Abschlussarbeit 14 eigene Werke auf Kassette aufzunehmen. Bald fragten mich Lehrer, Mitschüler und irgendwann auch Eltern nach weiteren Kassetten. Innerhalb weniger Jahre habe ich 3500 Exemplare dieses ersten Albums verkauft. Das war vor 25 Jahren mein Einstieg in den Beruf.

Woher kommen die Ideen für Ihre Lieder?
Das hat sich mit der Zeit ein bisschen gewandelt. Früher habe ich vor allem für meine Chindsgi-Kinder Lieder geschrieben, zum Beispiel zum Thema Zirkus. Da ich inzwischen selbst Vater bin, entstehen natürlich viele Ideen im Familienalltag. Meine Kinder lieben Wortspiele und Reime. Aus einem einzigen Wort, das uns gefällt, kann ein ganzes Lied werden. Das war zum Beispiel bei Mümmele der Fall.

Spüren Sie manchmal auch den Wunsch, Kindern mit Ihrer Musik eine Botschaft mit auf den Weg zu geben?
Wenn sie etwas dabei lernen, freue ich mich. Es nützt jedoch nichts, wenn ein Lied lehrreich ist, aber nicht gerne gehört wird. Bei der Wortwahl habe ich aber schon den Anspruch, dass die Kinder auch mal ihre Eltern fragen dürfen, wenn sie ein Wort nicht verstehen.

Kann man in der Schweiz davon leben, Musik für Kinder zu machen?
Ja, das kann man. In meinem Fall hat es allerdings ein Weilchen gedauert. Ich habe während zehn Jahren mein Pensum als Musiklehrer stetig reduziert, bis ich in der Selbstständigkeit angekommen war. Die Devise lautet: live spielen, spielen, spielen! Übers Radio bekannter werden fällt leider weg, denn die meisten Stationen ignorieren Kinderlieder.

Was ist das Besondere an einem Kinderpublikum?
Kinder stehen zuerst einmal erwartungsvoll am Bühnenrand und zeigen ihre Begeisterung ganz deutlich. Dafür sind sie aber schnell wieder weg, wenn es ihnen nicht gefällt. Es würde ihnen auch nie einfallen, aus blossem Anstand heraus zu klatschen.

Welche Rolle spielte Musik in Ihrer Kindheit?
Ich bin mit der Musik von Mani Matter aufgewachsen. Meine Mutter spielte Gitarre und ich hatte ein paar Lieblingslieder. Im Sommer haben wir manchmal ein Feuer im Garten gemacht und zusammen gesungen. Später hat mich mein Götti an die erste Musik im Pop- und Rockbereich herangeführt.

Ihre Töchter sind fünf und sieben Jahre alt. Was hat sich verändert, seit Sie selbst Kinder haben?
Das Schönste ist, dass ich sofort eine Rückmeldung auf ein neues Lied erhalte. Wenn eines meiner Kinder schnell den Refrain mitsingt, weiss ich, dass ich einen Ohrwurm komponiert habe. Zeigen meine Kinder hingegen keine Reaktion, ist mir schnell klar, dass ich das nicht weiterverfolgen muss. Ausserdem inspirieren mich meine Töchter immer wieder zu neuen Liedern.

Ihr neues Album Hallo, seit d Chatz ist seit Ende März auf dem Markt und offenbar ein Erfolg.
Ja, tatsächlich. Der Ansturm auf das Buch war so gross, dass der Verlag bereits die zweite Auflage drucken lässt. Der Erfolg freut mich sehr, da wir zum ersten Mal ein Liederbuch veröffentlicht haben. Um die Illustrationen der niederländischen Künstlerin Mies van Hout musikalisch zu untermalen, arrangierten wir nebst vielen Eigenkompositionen auch Klassiker wie Alli mini Äntli neu. Es war eine echte Herausforderung, aber ich denke, es ist uns gut gelungen und darauf bin ich sehr stolz.

Kinderland Open air

Unterhaltung für Gross und Klein

Das Kinderland Openair tourt vom 29.Mai bis 4.September bereits zum 13. Mal durch die gesamte Schweiz. Das Fest für Familien mit Künstlern wie Christian Schenker& Grüüveli Tüüfeli oder Papagallo& Gollo verspricht einen kunterbunten Nachmittag.

Laut mitsingen, wenn auf der grossen Bühne eine Band spielt, stundenlang spielen, den Jamadu treffen oder auf der Hüpfburg in den Himmel springen all das und vieles mehr kann man am Kinderland Openair erleben.

Coop-Hello-Family-Clubmitglieder und Supercard-Inhaber profitieren von einer exklusiven Ermässigung von 33 Prozent auf dem regulären Ticketpreis. Ihre vergünstigten Tickets (maximal 10 Tickets pro Person) erhalten Sie gegen Vorweisen Ihrer Hello-Family- Supercard bei allen Ticketcorner- Vorverkaufsstellen unter www.ticketcorner.ch, bei Coop City am Kundendienst oder über die Ticket-Hotline 0900 800800 (Fr. 1.19/Min. ab Festnetz).

Die vergünstigten Tickets sind nur im Vorverkauf erhältlich. Das Angebot ist limitiert. Das Paese dei Ragazzi Openair Locarno und das Kinderland Openair in Arosa sind gratis.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.coop.ch/kinderland

www.coop.ch/kinderland www.kinder-land.ch www.ticketcorner.ch