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Warum man Kinder nicht mit dem Monster unter dem Bett alleine lassen soll!

In puncto Kindererziehung gibt es unterschiedliche Perspektiven – das macht hierzulande bereits der Röstigraben deutlich. In seinem Blogbeitrag nimmt unser Familienblogger, Jérôme Lacourrège, Stellung zum Thema «Angst vor dem Dunkeln» und erläutert, wie er mit seinem Nachwuchs damit umgeht.

28. März 2019


«Papa, ich will nicht alleine schlafen, der Gorilla kommt sonst!». 
Manchmal ist es auch der Löwe. Oder ein Geist. Meine sonst so selbstbewusste dreieinhalbjährige Tochter, wird plötzlich wieder ganz klein, wenn es ums alleine schlafen geht. Das vertraute Kinderzimmer wird im Dunkeln zum unheimlichen Reich voller Fantasiewesen und diffusen Ängsten. Manchmal hilft das Nachtlicht, meist aber nur die Nähe zu den Eltern im «Mama-Papa-Bett». Soweit so gut, soweit so normal. 

Oder etwa nicht?

Die französische Psychotherapeutin Béatrice Copper-Royer empfiehlt in einem Artikel der Coopzeitung hart zu bleiben und dem Kind möglichst nicht erlauben, im Bett der Eltern zu schlafen. «Höchstens ganz am Ende der Nacht, gegen sechs Uhr morgens, zum Beispiel zum Kuscheln. Man darf sich nicht auf Diskussionen einlassen, sondern die Regel mit Ausdauer und Überzeugung durchsetzen, dem Kind sagen, dass man es beschützt.»

Die französische Erziehung ist bekannt für ihre Strenge. In unserem westlichen Nachbarland wird vorausgesetzt, dass sich der Nachwuchs im Restaurant makellos benimmt und auch sonst nie widerspricht. Übrigens hat die französische Originalversion des Coopzeitung-Artikels in der Westschweiz auch keine grössere Diskussion ausgelöst.

Aber wollen wir denn Kinder, die sich unterordnen? Die sich in den Schlaf schreien und auf die harte Tour lernen müssen mit ihren Ängsten umzugehen?

Jérôme Lacourrège

Aber wollen wir denn Kinder, die sich unterordnen? Die sich in den Schlaf schreien und auf die harte Tour lernen müssen mit ihren Ängsten umzugehen? Ich zumindest will das nicht. 

Warum soll meine Tochter alleine gegen den imaginären Gorilla kämpfen müssen, während ich gemütlich eingekuschelt neben meiner Frau liegen darf? Eltern sollten auf Augenhöhe für ihre Kinder da sein, ihre Ängste ernst nehmen und ihnen Geborgenheit vermitteln. Und das bedeutet, dem Kind die Zeit zu lassen und die Sicherheit zu geben, bis es bereit dazu ist, ohne Ängste und ohne Druck im eigenen Zimmer zu schlafen.

Jérôme Lacourrège

Hello-Family-Blogger und Vater von zwei Kindern.

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