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Spieletipp

Frantic

Das böse Geschwisterchen von «Uno» und «Tschau Sepp».

02. September 2019

Glücksfaktor

Strategiefaktor

Spieltempo

Komplexität

Spieleranzahl: 2 bis 8 und mehr Person
Geeignet für Spieler ab 12 Jahren
Dauer: sehr unterschiedlich, von 1 bis 30 Minuten 
Preis: Fr. 21.95 (erhältlich bei Coop City, nur solange Vorrat)
Verlag: Rule Factory/Carta Media 
Autoren: Fabian Engler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf


Kartenspiel

Achtung: Wer Probleme mit Schadenfreude hat und nur austeilen, aber nicht einstecken kann, darf gerne weiterblättern. Wer jedoch damit klarkommt locker umgeht, erwartet bei «Frantic» ein ausgelassener Spielespass. 

Um was gehts: Es gibt Karten mit schwarzen und mit weissen Rückseiten. Die weissen sind Ereigniskarten, die schwarzen Zahlen- und Spielkarten, auf denen auf der Vorderseite in vier Farben Zahlen stehen. Beide Stapel werden getrennt voneinander gemischt. Jeder Spieler erhält verdeckt sieben Zahlenkarten auf die Hand. Ist ein Spieler an der Reihe, legt er entweder eine Karte aus oder zieht eine vom Stapel. Es kann Farbe auf Farbe oder Zahl auf Zahl gelegt werden. Wer seine Karten zuerst abgelegt hat, gewinnt. Ziel ist also, so wenig wie möglich Punkte am Ende auf der Hand zu haben. Soweit unterscheidet sich also «Frantic» nicht von «Tschau Sepp» oder «Uno». 

Doch jetzt kommt jede Menge Gemeinheit ins Spiel. Denn im Kartenstapel lauern viele Sonderkarten wie zum Beispiel die Giftkarte (der Spieler «verschenkt» zwei seiner Handkarten) oder die Equality-Karte (ein Teilnehmer mit weniger Karten muss seine Kartenhand auf die gleiche Anzahl auffüllen). Das ist noch nicht alles: Muss man eine Ereigniskarte ziehen, wird’s noch schlimmer. Denn hier können Ereignisse wirklich das Spiel komplett durcheinanderwirbeln: So müssen bei «Tornado» alle Spieler all ihre Karten zusammenlegen. Diese werden dann gemischt und gleichmässig neu verteilt. Bei «Doomsday» endet das Spiel sofort und alle erhalten 50 Strafpunkte. Und bei «Communism» ergänzen alle Spieler ihre Handkarten auf die Anzahl wie der Spieler, der die meisten Karten auf der Hand hat. Nur drei Beispiele von 20 fiesen Ereigniskarten. 

Fazit: Sich lange eine Strategie festzulegen, wie man «Frantic» nun spielen soll, ist vergebene Liebesmüh. Denn zu schnell wird diese über den Haufen geworfen und man muss plötzlich zum Beispiel mit einem gänzlich neuen Blatt auf der Hand zurechtkommen. Doch gerade diese Unberechenbarkeit, die Schnellligkeit und vor allem die Spontaneität machen den Reiz des extrem kurzweiligen Kartenspiels aus. Wer «Uno» liebt und auf Dauer etwas mehr Herausforderung sucht, ist mit «Frantic» perfekt bedient. Sehr empfehlenswert!