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Bei neuen Möbeln sind Tiere oft misstrauisch. Unter anderem stört sie der fremde Geruch. Doch wenn sie sich an dieneue Einrichtung gewöhnt haben, gibt es kein Halten mehr.

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Prisma
03. September 2013

Erst mal alles schön zerkratzen, dann fühlt sich Büsi zu Hause.


D ie neuen Stühle fürs Esszimmer waren da. Sie waren schwarz, mit einem speziellen Stoff bezogen und teuer. Die ganze Familie freute sich daran und wir probierten sie sofort aus. Beim ersten Essen stand ich auf, um in der Küche etwas zu holen. Kurz darauf kam ich zurück und konnte mich nicht mehr hinsetzen. Meine schwarze Katze fand grossen Gefallen an den schwarzen Stühlen. Sie lag zusammengerollt auf meinem Platz und räkelte sich genüsslich. Schwarze Möbel sind ideal für schwarze Katzen, wegen der Haare, meinte ich und setzte mich auf den letzten noch freien Stuhl.

Dann wurde das alte Biedermeier-Sofa geliefert. Wir hatten neue Möbel gekauft und das alte Sofa nach dem Zügeln neu beziehen lassen. Hier legt sich sicher kein Tier drauf, dachte ich zufrieden, als ich die satt gepolsterte, schmale Sitzfläche mit den Streifen betrachtete. Auch die modernen, neuen Sofas würden von Hund und Katze verschont, hatten wir doch extra einen Teil der alten Sofalandschaft speziell für sie gezügelt. Unser Plan war ganz einfach: Die Tiere auf das Alte, wir Menschen auf das Neue! Es schien auch zu klappen: Unsere Katzen beschnupperten die neuen Möbel etwas misstrauisch von unten, drehten sich dann aber weg. Nur die Stühle mochten sie gerne.

Ein Kratzen schreckte mich auf. Viktoria, unsere Tigerkatze, fühlte sich offensichtlich wohl auf dem Polster des Biedermeier-Sofas! Gerade wollte sie wieder ihre Krallen ansetzen. Doch ich intervenierte sofort: Halt! Die gestreifte Katze darf auf dem gestreiften Sofa liegen, doch nur mit eingezogenen Krallen! Nach meinem Machtwort hüpfte sie beleidigt von dem Möbelstück. Ich wollte mich schliesslich an den Tisch setzen, doch ein lautes Miau machte mir klar, dass schwarze Katzen auf schwarzen Stühlen leider fast unsichtbar sind.

Katzen mögen fremd riechende Möbel nicht. Durch Reiben des Unterkiefers markieren sie die neuen Stücke. Und auch die Krallen werden eingesetzt, um eine neue Umgebung nicht nur geruchlich, sondern auch sichtbar wieder ganz katzenwohnlich zu gestalten. In extremen Fällen versuchen sie sogar mit Urinmarken die fremden Gerüche zum Verschwinden zu bringen.

Schon nach einigen Tagen hatte sich die neue Einrichtung ganz in unsere alten Möbel integriert: Hie und da Haare, einige Krallenrisse und eine sich darauf räkelnde Katze. Ich stand mit der Kaffeetasse in der Hand vor dem jetzt nicht mehr so neu aussehenden Sofa: Katze, entweder du gehst weg oder ich. Meine Katze blinzelte mich an und ich setzte mich brav auf das alte Sofateil.

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Siein unserer Online-Tiercommunity.

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