X

Beliebte Themen

Familie

Ein ungebetener Gast

Chantal Ritter bekommt plötzlich Besuch. Eine fremde Katze streicht ums Haus und will hinein. Das darf sie aber nicht. Doch bald sind alle Prinzipien über Bord geworfen und Jimmy macht es sich gemütlich.

FOTOS
Prisma
17. September 2013

Wer kann hart bleiben, wenn ein herziges Büsi um Einlass begehrt? Chantal Ritter konnte es nicht!


Ein kehliges Miauen weckte mich und ich erschrak. Am Fenster sass eine schwarz-weisse Katze, die unbedingt herein wollte. War das etwa die Katze unseres Wohnungsvorgängers, die hierher zurückgekehrt war?

Ich hatte eine gesehen, als wir den ersten Besuch gemacht hatten, um alles anzuschauen. Ich erinnerte mich, wie er gemeint hatte, seine Katze sei nicht sehr verträglich mit Artgenossen und wir entgegneten, dass unser Hund nicht verträglich sei mit Katzen.

Eigentlich haben wir ein gutes System, unsere Katzen und unseren Hund zu trennen. So kommen die Tiere ohne Stress und ohne einander zu sehen gut aneinander vorbei. Was aber sollten wir mit der neuen Katze machen, die ums Haus strich?

Als Erstes: nicht füttern, sagte ich bestimmt, nachdem wir uns beratschlagt hatten. Doch als ich sah, wie mager und struppig sie war, rüsteten wir gleich etwas Katzenfutter. Sie verschlang allein an dem Wochenende ein Kilo Futter! Offensichtlich war sie lange unterwegs gewesen.

Als Zweites: nicht hereinlassen! erklärte ich danach. So merkt sie, dass sie nicht mehr hier wohnt. So weit die Theorie. Kurz darauf kam unsere kleine Tochter glücklich zu uns in die Wohnung und erzählte, sie habe dem Jimmy so nannten wir den Kater ein Kartonhaus in der Garage gebastelt. Als Drittes?

Ich suchte mein Chiplesegerät. Das brachte aber keinen Erfolg. Jimmy war nicht gechippt.

Seit drei Tagen hatten unsere Tiere Stress gezeigt, sie waren offenbar nicht begeistert vom Familienzuwachs. Die beiden Katzen markierten plötzlich und der Hund war nervös. Ich vermutete, dass Jimmy schon längere Zeit ums Haus geschlichen war und sich nicht getraut hatte, näherzukommen.

Als wir von unserem Wohnungsvorgänger nicht gleich eine Antwort bekamen, ob es sein Tier sei, wurde Jimmy von seinen Zecken befreit. Ich meinte, es sei komisch, dass er nach vier Tagen immer noch so viel fresse. Meine Tochter antwortete, sie habe gesehen, wie sich andere Quartierkatzen ebenfalls an seinem Napf bedienten, der draussen stand. Also durfte Jimmy hochoffiziell in die Garage ziehen, damit er sein Futter für sich allein hatte.

Ich schaute mir die Vermisstanzeigen im Internet an. Wir hatten alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Dennoch war ich zuversichtlich, dass wir Jimmys Besitzer bald finden würden.

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Siein unserer Online-Tiercommunity.

Zu unserer Online-Tiercommunity Alle Inhalte der Coopzeitung zum Thema Tiere