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Die tägliche Enthaarung

Wer mit Tieren wohnt, hat immer wieder mit Haaren zu kämpfen. Auch Chantal Ritter. Die Tierärztin putzt und putzt und putzt. Doch da gibt es jemanden, der sich über die Haare freut.

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Getty Images
14. Juli 2014

Jeder Hundehalter kennt das: Trotz des Ausbürstens des Fells finden sich viele, viele Haare in der ganzen Wohnung.


Trotz Roboterstaubsauger, trotz täglichen Putzens wirbeln immer wieder Hundehaare durch die Wohnung. Unser Schäferhund ist mit seinen Stockhaaren ein guter Haarproduzent und Haarstreuer. Nach wenigen Minuten haben wir immer wieder Haarmäuse hinter den Türen, als hätte man seit Jahren nicht mehr geputzt.

Im Sommer aber gibt es einen entscheidenden Vorteil: Die beiden Hunde tollen im Garten herum, während man endlich hundefrei und ohne ständigen Haar-Nachschub putzen kann. Unser kleiner treuer Roboterstaubsauger leidet chronisch an Haarverstopfung. Auch der grosse Staubsauger hat mehr Haare als anderes in seinem Staubsack. Ich wundere mich trotzdem immer wieder, woher diese kommen. So viele Hunde haben wir gar nicht und der Kleine haart nicht. Wir haben extra eine Rasse ausgesucht, die in dieser Hinsicht optimal ist. Katzenhaare kleben an Kleidern und Möbeln, Hundehaare fliegen herum. Eine gute Kombination, wenn man Besitzer von Hund und Katze ist

Endlich hatten wir die Wohnung wieder einmal geputzt. Letzte Haarwolken, die gemächlich durch die Räume flogen, würde unser kleiner Roboter sicher beim nächsten Durchgang fressen. In dieser Hitze war eine Abkühlung im Garten angesagt. Ich wollte mich schon hinsetzen, als wieder ein Haarbüschel langsam über den Boden schwebte. Wie in Zeitlupe rollten die Haare Richtung Terrassentüre. Zielstrebig wollten sie meine Putzarbeit zunichtemachen.

He nu, das kann man nicht verhindern. Spätestens, wenn die Hunde wieder im Haus sind, haart es wieder, beruhigte ich mich. Während ich unseren Hund streichelte (er war sehr am Kuchen in meiner Hand interessiert), fragte ich mich, ob irgendjemand wohl von diesen vielen Haaren profitieren könnte. Meine kleine Tochter wusste es! Vorsichtig hängte sie ein Meisenvogelhäuschen vom Baum. Dann zeigte sie mir das verlassene Nest. Offensichtlich hatten die Meisen erfolgreich gebrütet und waren bereits ausgeflogen. Das Vogelnest war aus weichem Moos gemacht. Und aus unzähligen Hundehaaren. Die Vogelbabys hatten es in den kalten Tagen kuschelig warm gehabt.

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Siein unserer Online-Tiercommunity.

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