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Dieser Hund geht schief

Bäri scheint die Hitze nicht zu vertragen. Er hechelt und tigert schwankend in der Praxis herum. Doch das wirkliche Problem ist ein ganz anderes.

FOTOS
Getty Imagers, Beatrice Thommen-Stöckli
13. Juli 2015

Ein gestörter Gleichgewichtssinn macht das Leben auch einem Hund schwer.


Der grosse Hund schwankte. Ich habe ihn in der Hitze zu Hause gelassen. Mit Ventilator und geschlossenen Fensterläden. Trotzdem war er so komisch, als ich nach Hause kam. Bäri hechelte so stark, dass ich ihm unmöglich Herz oder Lungen abhorchen konnte. Auch wollte er sich nicht hinlegen. Schleppend drehte er Runde um Runde. Bäri erhielt als Erstes eine Infusion. Dann musste ihn die Assistentin festhalten, um ein Verwickeln der Schläuche zu verhindern.

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Alles dreht sich

Mir fiel auf, dass er sich immer in dieselbe Richtung drehte. Zwang man ihn zum Ruhigsein, so zeigten seine Augen Bewegungen, wie wenn er Zeitung lesen würde. Selbst den Kopf legte er immer schiefer auf eine Seite.

Bäri selbst brachte mich auf die Spur. Ich untersuchte sein Gleichgewichtsgefühl und seine Kopfnerven. Dann rief ich den Besitzer an. Bäri hat ein sogenanntes Vestibulärsyndrom. Eines seiner Gleichgewichtsorgane funktioniert nicht mehr. So dreht sich für den armen Hund alles um ihn herum. In ein paar Tagen legt sich das und Bäri wird höchstens mit einem leicht schrägen Kopf, doch sonst noch ganz in Ordnung, durchs Leben laufen.

Bäri blieb noch zwei Tage in der Praxis. Unser stufenloser Ausgang erwies sich als Segen, denn zu Bäris Wohnung führten drei lange Treppen, kein Lift. Mit diesem Syndrom unüberwindbar. Beim Spazieren zog es Bäri immer wieder in eine Richtung. Hatte ich ihn auf der rechten Seite, so lief er mir immer vor die Füsse. Also nahm ich ihn links. Dabei zog er weg von mir ins Gebüsch. Doch es wurde besser. Sein Besitzer holte ihn überglücklich ab. Das mit dem Seitendrall kenne ich. Ich bin Carossier. Wenn er also schön bei Fuss laufen muss, nehme ich ihn auf die rechte Seite, beim Pinkeln muss er links laufen, so wirds gehen.

Hunde sollten vor grosser Hitze geschützt werden und Abkühl-möglichkeiten haben. Sie kühlen sich selbst durch Hecheln, womit sie Flüssigkeit verlieren. Genug Wasser ist darum ein Muss. Zum Beispiel in diesem Napf aus Edelstahl von Vitakraft. In grösseren Coop-Läden erhältlich, Durchmesser: 17 cm, 0,9 l, Fr. 11.50.

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Siein unserer Online-Tiercommunity.

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