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Familie

Freiberger: Schweizer Pferd mit Charakter

Die einzige ursprüngliche Schweizer Pferderasse hat sich an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Ihr gutmütiger Charakter wird weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzt.

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Sandra Culand
30. Januar 2017

Freibergergespanne, hier dasjenige des Wallisers Jérôme Voutaz, gehören zu den besten weltweit.


Jurassier

Ist die zum Kulturerbe der Unesco gehörende Zucht der Freiberger nur eine subventionierte Folkloretätigkeit? Überhaupt nicht, meint Véronique Curchod, Tierärztin und Autorin eines Buches über das Pferd. Die Züchter machen mehr, als eine Tradition zu pflegen. Kommen Sie an den Marché-Concours nach Saignelégier und Sie werden die Leidenschaft der Leute sehen, die mit diesem Pferd zu tun haben!

Dem zu hundert Prozent schweizerischen Pferd haftet immer noch das Image des Arbeitstieres an, das sich früher in der Armee und in der Landwirtschaft verdingte. Nur wenige wissen, dass der Freiberger heute zu den besten Kutschpferden der Welt gehört. Der Walliser Karosseriebauer Jérôme Voutaz etwa reist mit seinen Freibergern durch ganz Europa und gewinnt viele Preise bei Vierspännerwettkämpfen.

Selbst in den klassischen Disziplinen hat sich der Freiberger bewährt wenn auch nicht auf allerhöchstem Niveau. Die Waadtländer Springreiterin Florence Maillard nimmt seit zehn Jahren mit einem Freiberger an Wettkämpfen teil: Er ist vif, reaktionsschnell und wendig. Am Anfang schaute man mich von oben herab an, weil ich kein edles Pferd ritt. Heute höre ich oft: Nicht du schon wieder, du wirst wieder gewinnen.

Freund von Kindern und Anfängern

Die vielseitigen Freiberger zeigen Talent in zahlreichen Disziplinen: Fahren, Dressur, Springen, Ausritt, Voltigieren. Die strenge Selektion garantiert einen ruhigen, gutmütigen Charakter. Ideal also für Kinder und Anfänger. Im Laufe der Jahre haben die Züchter den Freiberger den Bedürfnissen der Nutzer angepasst, erzählt Véronique Curchod. Als beispielsweise die Traktoren aufkamen, haben sie ihn mit schwereren, stärkeren Pferden gekreuzt, damit er es mit der Mechanisierung aufnehmen konnte. Heute ist der Freiberger wieder feiner und rassiger. Obwohl ihr Kampf gegen die Mechanisierung zum Vornherein aussichtslos war, erleben die Freiberger heute bei Bauern, Winzern und Förstern ein veritables Comeback. Mit einem Pferd zu arbeiten entspricht dem Trend zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft und ist sehr umweltfreundlich.

Interessiert? Ein eingerittener Freiberger kostet 7000 bis 8000 Franken und ist garantiert Swiss Made!

Pferdeporträt

Bebildertes Porträt der verschiedenen Aktivitäten und Akteure, die sich mit ihrer ganzen Leidenschaft dem Freiberger Pferd verschrieben haben.Véronique Curchod, Sandra Culand: Augenblicke Das Freibergerpferd, im Buchhandel oder für Fr. 50.50 unter: www.coopzeitung.ch/shop