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Auf dem Laufsteg um die Welt

Sie hat den Elite Model Look in der Schweiz gewonnen. Am 1.Dezember tritt sie am internationalen Finale in Shanghai an. Manuela Frey wird aber jetzt schon von grossen Modehäusern gebucht. Und im Februar läuft sie in New York.

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FOTOS
Heiner H. Schmitt, Yannis Vlamos/Gorumway.com, Keystone
27. November 2012

Manuela auf dem Laufsteg für Jil Sander (links) und wie man sie im Alltag antrifft. High Heels sind für Models Pflicht. Nach dem Elite Model Look-Sieg brauchte Manuela eine neue Garderobe.

High Heels sind für Models Pflicht. Nach dem Elite Model Look-Sieg brauchte Manuela eine neue Garderobe.

Reportage

Coopzeitung:Wie fühlt es sich an, als 16-Jährige in Paris über den Laufsteg von Saint Laurent zu schweben?
Manuela Frey:Es ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl, irgendwie befreiend. Alle schauen auf dich, du stehst im Mittelpunkt, bist ein Star. In Paris war es etwas anders als in Mailand, wo ich für Jil Sander lief. Der Laufsteg war grösser, länger und daneben alles dunkel. Es hatte auch viel mehr Publikum.

Weshalb empfanden Sie den Catwalk als Befreiung?
Bevor die Show los geht, stehst du mit allen anderen Mädchen zusammen entsprechend deiner Nummer in einer Reihe. Am Ausgang stehen Leute mit der Stoppuhr, die das Kommando geben: and go! Und du fieberst dem Moment entgegen, wo du ins Blitzlichtgewitter hinaus trittst.

New York, New York: Hier wird Manuela Frey voraussichtlich an der Fashion Week laufen. Und danach gehts auf Shopping- und Sight-Seeing-Tour.

Waren Sie auch schon in New York?
Nein, aber im Februar werde ich voraussichtlich an der New York Fashion Week laufen dürfen. Ich freue mich schon extrem, die Stadt, die ich bisher nur aus tollen Kinofilmen und dem Fernsehen kenne, live erleben zu können!

Welche Wahrzeichen würden Sie besonders gerne aus der Nähe anschauen?
Die Brooklyn Bridge, deren Foto mich auf dem Deckel einer A4-Mappe durch die Schulzeit begleitet hat, die Freiheitsstatue, die Wall Street und Ground Zero.

Werden Sie in New York für die gleichen Designer arbeiten?
Kaum, die Marken zeigen ihre Show in der Regel nur an einer der vier gros-
sen Modewochen. Saint Laurent ist beispielsweise nur in Paris. Für wen man läuft, entscheidet sich oft erst kurzfristig nach den Castings. Ich hatte jedoch das Glück, dass ich für Mailand und Paris vorab exklusiv gebucht wurde.

Wie gross ist der Stress während der Show?
Bei Saint Laurent waren wir etwa 60 Models. Nach dem ersten Catwalk rennst du gleich zu den Kleidern mit deinem Namen, wirst angezogen und stellst dich wieder an.

Wie viele Personen helfen beim Umziehen?
Meistens zwei, eine macht die Schuhe, die andere hilft dir bei den Kleidern.

Ihre Modelkarriere hat erst vor einem halben Jahr durch den Elite Model Look-Nachwuchswettbewerb begonnen. Entspricht sie bislang Ihren Vorstellungen?
Ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend ist. Aber ich mag den Zeitdruck natürlich nur, wenn am Ende alles aufgeht. Bei der UGG-Show, wo wir nur etwa ein Dutzend Models waren, haben sie mich einmal aufgerufen, als ich noch nicht fertig war. Das war schon beängstigend. Da musste ich extrem Gas geben. Wenn niemand rausläuft, haben die nämlich ein Problem

Worauf kommt es im Model-Business besonders an?
Ich gebe immer alles und achte drauf, pünktlich zu sein. Ich bin höflich und behandle alle gleich, die Putzfrau wie den Chef. Das kommt gut an. Man hat mir schon gesagt: Wow, dass du mit uns redest! Ansonsten versuche ich mich an das zu halten, was man sich von mir wünscht. Manche Modeschöpfer bevorzugen einen harten Blick, andere wollen, dass man lächelt.

Hatten Sie direkten Kontakt zu den Stardesignern?
Das Briefing bekommt man immer direkt vom Chef. Er sitzt auf dem Stuhl und sagt, was er sich vorstellt. Nach den Shows haben uns Hedi Slimane von Saint Laurent wie Jil Sander zum Essen eingeladen. Neben Jil Sander bin ich sogar gesessen und habe mich mit ihr unterhalten können.

Elegant im blauen Kostüm: Manuela Frey läuft für Jil Sander.

Wie entscheidet sich, wer welche Kleider trägt?
Jedes Model bekommt einen Termin für die Fittings. Da bekommt man ein paar Kleider, die man probieren muss. Dort bestimmen sie, welche davon man tatsächlich tragen wird, und notieren die nötigen Anpassungen. In Paris und Mailand hat man meist nur zwei oder drei Outfits, in der Schweiz sind es mehr.

Was ist Ihnen vom Schweizer Finale des Elite Model Look in Zürich speziell in Erinnerung?
Natürlich der Moment, in dem die Agentur-Chefin Ursula Knecht gefragt wurde, wer Elite Swiss Model 2012 ist, mein Name gesagt wurde und glitzernde Papierstückchen auf mich herunter regneten. Den sehe ich mir auch immer wieder im Internet an!

Das war eine Szene wie im Märchen
Ja, wirklich.

Hatten Sie als Kind ein Lieblingsmärchen?
Rapunzel. Ich habe mir die Haare immer wieder wachsen lassen, weil ich Haare wie sie haben wollte. Aber wenn ich Fussball gespielt habe, war es besser, wenn ich kürzere Haare hatte, damit ich sie zusammennehmen konnte.

Heidi Klum an der New York Fashion Week. Sie war das erste Model-Idol von Manuela.

Wer war später Ihr erstes Model-Idol?
Heidi Klum durch ihre Moderation von Germany's Next Topmodel. Michelle Hunziker finde ich auch toll, weil sie so viel Lebensfreude ausstrahlt und immer glücklich ist.

Welches war Ihr erster Schritt, damit Ihr Traum von einer Model-Karriere in Erfüllung ging?
Eigentlich wollte ich schon 2011 beim Elite Model Look mitmachen, aber meine Eltern sagten, ich solle doch zuerst die Bezirksschule abschliessen. Als ich ein Jahr später im Radio hörte, dass er wieder stattfindet, habe ich an dem Casting teilgenommen.

Wie haben Ihre Eltern reagiert?
Meine Mutter dachte zuerst, ich hätte es vergessen. Dann sagte sie jedoch, ich solle es machen. Sie würde mich begleiten. Der Papi freute sich und meinte, ich solle mein Glück probieren.

Sie waren gerade eine Woche an der Kantonsschule in Baden, als Sie den Elite Model Look gewannen. War sofort klar, dass Sie voll auf die Model-Karriere setzen?
Mir war klar, dass man nicht beides gleichzeitig machen kann, weil die Flexibilität und Leistungen sonst darunter leiden würden. Ich sagte mir daher: ganz oder gar nicht. Nach dem guten Gespräch, das meine Eltern und ich mit der Schulleitung hatten, beschlossen wir, dass ich mich mal ein Jahr ganz aufs Modeln konzentriere. Danach könnte ich immer noch die Matura machen, um später Lehrerin zu werden.

Wie sind Ihnen nach Ihrem Sieg die anderen Models begegnet?
Die erfahrenen Models waren herzig und haben mir Tipps gegeben oder auch etwas Angst eingeflösst. Die anderen Models bei Option, wo ich unter Vertrag bin, haben mich gleich aufgenommen und sind ganz lieb. Meine Vorvorgängerin Lejla Hodzic habe ich in Paris etwas näher kennengelernt und schon in mein Herz geschlossen.

Kleiden Sie sich jetzt, wo Sie modeln, anders als vorher?
In Paris hat mir das Management gesagt, ich solle vor allem Schwarz und nie Pink oder Barbiesachen tragen und höchstens drei Farben kombinieren. Und High Heels sind Pflicht.

Was konkret ist für Sie in diesem Herbst angesagt?
Enge Röhrlihosen, meistens schwarz, damit die Beine noch schlanker und länger wirken, oben etwas Weiteres und immer coole Sachen. Nie Blazer, das wäre für mein Alter zu damenhaft. Und in Paris immer ungeschminkt.

Wie sexy darf es sein?
Es soll einfach stimmen, nicht billig wirken. Kein Ausschnitt bis zum Bauchnabel!

Wie begegnen Sie den Gefahren des Schlankheitswahns?
Wenn ich zu Hause bin, achten meine Eltern schon darauf, dass ich genügend esse. Da habe ich keine Angst. Ich bin mir auch selbst bewusst, dass ich genügend Energie brauche, um meine Leistung bringen zu können. Meine Mutter hat mir beigebracht, wie ich mich gesund ernähren kann. Seither koche ich besser und lieber selbst, weil ich dann weiss, was im Essen drin ist.

Was erwartet Sie beim Elite Model Look-Weltfinale am 1.Dezember in Shanghai?
Gemäss dem Programm wird es mir in den 16 Tagen dort sicher nicht langweilig. Morgens geht es gleich ins Make-up, danach haben wir Lauf- und Choreografietraining. Am Nachmittag machen wir zusammen einen Ausflug oder gehen shoppen.

Welche Chance rechnen Sie sich aus, als dritte Schweizerin nach Sandra Wagner (1995) und Julia Saner (2009) den Titel zu holen?
Natürlich möchte ich möglichst weit nach vorne kommen. Wenn ich es unter die ersten 15 oder 70 Finalistinnen schaffen würde, wäre ich schon sehr glücklich.

Was gewinnt die Siegerin?
Sie bekommt einen Modelvertrag, der ihr in diesem Jahr einen Verdienst von mindestens 150000 Dollar garantiert, aber der Titel an sich ist für eine Modelkarriere noch viel wertvoller. Geschenke bekommen auch alle anderen Mädchen. So viele, dass mir eine frühere Finalistin, die ich in Paris kennengelernt habe, riet, mit leeren Koffern nach Shanghai zu fliegen

Steckbrief

Manuela Frey

Manuela Frey wurde am 1.Oktober 1996 in Brugg (AG) geboren. Ihr Vater ist selbstständiger Transportunternehmer, ihre Mutter Familienfrau. Nach dem Bezirksschulabschluss mit Note 5 wurde Manuela beim Finale des Elite Model Look in der Zürcher Maag Event Hall aus ursprünglich 850 Bewerberinnen zur Schweizer Vertreterin beim Weltfinale in Shanghai am 1.Dezember erkoren. Dort belegte sie den dritten Platz. Zwischenzeitlich wurde die 1,81 Meter grosse Newcomerin mit den Massen 83-60-89 bereits von den Toplabels Jil Sander und Saint Laurent für ihre Shows an den Modewochen von Mailand und Paris gebucht. Infos und ein Video des Sieges am Elite Model Look unter:

www.elitemodellook.ch Zu den Videos vom Finale des Elite Model Look 2012

Video

Manuela Frey bei den Schweizer Ausscheidungen des Elite Model Look 2012


 

Die Schweizer Finalistinnen des Elite Model Look 2012


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