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150 Jahre Bell

Es war einmal eine Metzgerei in Basel ...

Heute gehört Bell zu den führenden Fleisch- und Convenience- Anbietern in Europa. Vor 150 Jahren hat die Geschichte des Unternehmens in Basel mit einer kleinen Metzgerei begonnen.

25. März 2019

 Das neue Kühlhaus von Bell in der neuen Produktionsanlage an der Elsässerstrasse in Basel, etwa in den 1920er-Jahren.

Als Samuel Rudolf Bell-Roth im Jahre 1869 in der Stadt Basel seine «Ochsenmetzg» eröffnet, ahnt der damals 29-Jährige nicht, dass aus seinem kleinen Betrieb einmal ein Grossunternehmen werden würde. Der findige junge Mann, dessen Vorfahren aus Lothringen (F) stammten und schon dem Metzgerhandwerk nachgingen, ist geschäftstüchtig: Dank der zentralen Lage mitten in der Stadt läuft sein neues Geschäft prächtig an. Er baut seine Metzgerei aus, investiert immer in den neusten Stand der Technik und gliedert eine eigene Charcuterie und Wursterei an – sein jüngster Sohn Rudolf hat im elsässischen Colmar und anderen europäischen Städten das Wursterei-Handwerk erlernt.

Die Metzgerei wächst und wächst

Seine Spezialitäten kommen bei den Baslern an. So gut, dass Samuel Rudolf Bell ab 1890 erste Filialgeschäfte eröffnet. Langsam keimt bei ihm und seinen Söhnen eine visionäre Idee auf, die damals noch nicht üblich war: eine zentrale Produktion mit der Belieferung des wachsenden Filialnetzes.

Weitere innovative Visionen treiben den Gründervater und seine Söhne an: Die Familie erbaut bis 1906 die «Central-Hallen» in Basel. Auf zwei Etagen vereinigen diese sieben Ladengeschäfte wie etwa eine Drogerie, einen Getränkehändler, ein Früchte- und Gemüsegeschäft und natürlich die Metzgerei Bell. Das erste «Shopping-Center» Europas ist geboren. Dort und in anderen Städten, in die Bell expandiert, läuft das Geschäft.

Das erste Shopping-Center der Schweiz, wahrscheinlich sogar Europas: die «Central-Hallen» in Basel (etwa 1910).

Unternehmensgründer Samuel Rudolf Bell-Roth (1840-1920).

Einen Rückschlag gibt es 1912/1913: Im Vorfeld des Ersten Weltkriegs gerät Bell finanziell ins Trudeln. Daraufhin übernimmt 1914 der Verband Schweizerischer Konsumvereine (später Coop) die Aktienmehrheit. Ein Gewinn für beide – bis heute: Bell kann seine Waren bei den Konsumvereinen absetzen und diese müssen keine eigenen Produktionsanlagen erbauen. Trotz schwierigen Zeiten während der Weltkriege wächst Bell – 1961 gibt es landesweit 172 Verkaufsstellen. Doch die Zeiten ändern sich: Die Menschen kaufen ihr Frischfleisch immer häufiger im Supermarkt. Die Metzgereifachgeschäfte haben zu kämpfen. Deswegen schliesst Bell alle Filialen und konzentriert sich ab 2003 aufs Kerngeschäft: die Verarbeitung von Fleisch und Convienence-Produkten. Eine gute Entscheidung: Heute ist die Firma zum Grossunternehmen Bell Food Group herangewachsen, zu dem so klingende Namen wie Hilcona, Eisberg oder Hügli gehören, und das mit 12 500 Mitarbeitern an knapp 70 Standorten in 15 Ländern Europas täglich frische Fleisch-, Wurst- und Convenience-Produkte herstellt. 

Das Bell-Logo im Laufe der Jahrzehnte

Bell Logo 1908

1908: Die Bell-Glocke
Das erste gesetzlich geschützte Markenzeichen ist die Bell-Glocke – abgeleitet aus dem Englischen (bell heisst auf Deutsch «Glocke).

Bell Logo 1928

1928: Klarer Schriftzug
Der neue Schriftzug, der neben der Glocke verwendet wird, ist klarer und lesbarer. Zu dieser Zeit verwendete Slogans: «Vom Guten das Beste» oder «Charcuterie Bell – Die Beste».

Bell Logo 1972

1972: Erstes Farb-Logo
Werbepionier Paul O. Althaus kreiert 1938 den berühmten Bell-Schriftzug in Altschrift, der 65 Jahre lang Verwendung findet. 1972 wird er in das erste farbige Logo integriert, das die Idee des Bell-Qualitätssiegels aufnahm.

Bell Logo 2003

2003: Neustart
Nach dem Rückzug aus dem Filialgeschäft positioniert sich Bell neu im Business-to-Business-Bereich. Die Markenwerte Qualität, Innovation und Genuss werden über ein neues modernes Logo sichtbar gemacht.