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Geballte Kraft der Kräuter

Mit «Wonderleaf» gibt es jetzt eine alkoholfreie Alternative zu Gin, die ein einzigartiges Geschmackserlebnis bietet. Die Väter des innovativen Mixgetränks haben über ein Jahr getüftelt.

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Heiner H. Schmitt
03. Juni 2019

Sensationell – nicht anders kann man das Comeback bezeichnen, das Gin in den letzten Jahren in den Bars dieser Welt hingelegt hat. Ob als Zutat zum Martini, Tom Collins oder natürlich zu einem der beliebtesten Drinks, dem Gin Tonic: Die Spirituose, die gerne mit Wacholderbeeren, Koriander, Rosmarin und anderen Gewürzen gebrannt wird, ist in aller Munde. Dumm nur, dass man sich nach mehr als einem Drink nicht mehr ans Steuer des Autos setzen kann.

So richtig bewusst wurde das Raphael Vollmar (42) und Gerald Koenen (43), den Gründern der Rheinland Distillers, im Jahr 2016. «Als Aprilscherz haben wir auf Facebook einen Post gestellt, der einen alkoholfreien Gin ankündete», erzählt Koenen. Ihr Unternehmen mit Sitz in Bonn (D) hatte sich davor einen ausgezeichneten Namen mit seinem Siegfried-Gin gemacht, der auf der ganzen Welt Preise einheimste. «Unsere Community nahm unsere Schnapsidee ernst und reagierte so positiv, dass wir genauer hinhörten.» Kurze Zeit später begannen die beiden Pioniere mit der Entwicklung von Siegfried «Wonderleaf».

Von der Schnapsidee zum Mixdrink

Um den Aprilscherz in die Tat umzusetzen, benötigte es Zeit und Geduld. «Wir tüftelten über ein Jahr daran, wie wir die Aromen unserer Botanicals für ein alkoholfreies Getränk durch Destillation extrahieren können», sagt Vollmar. Botanicals sind pflanzliche Aromen und Essenzen, die den besonderen Geschmack ausmachen. «Die Herstellung gestaltete sich aufwendiger als beim klassischen Gin, weil wir neben dem Destillieren noch andere Verfahren heranziehen mussten», sagt er. «Nicht alle Botanicals eignen sich in gleicher Weise für eine rein alkoholfreie Extraktion wie bei der alkoholhaltigen.» Das erforderte ein Umdenken bei Rezepturen, Mengen und Verfahren. Mehr wollen die beiden aber nicht verraten – Herstellungsprozess und Rezeptur bleiben streng gehütetes Betriebsgeheimnis.

Fakt ist: «Siegfried Wonderleaf», so der Name des innovativen Getränks, will erst gar nicht den Geschmack eines «echten» Gins imitieren. «Unser neues Getränk soll vielmehr eine eigenständige Alternative darstellen und nicht bloss als Gin-Ersatz herhalten», erläutert Koenen. Dennoch: «Siegfried Wonderleaf» eignet sich genau wie Gin hervorragend zum Mixen. «Der wahre Zauber des ‹Wonderleafs› entwickelt sich erst, wenn er Teil eines ausbalancierten Drinks wird, sei es als Longdrink oder als Cocktail», schwärmt er. «Dabei ist erlaubt, was schmeckt!» 


  • Auch für einen klassischen Gin Tonic eignet sich die alkoholfreie Alternative bestens: einfach 40 ml Wonderleaf mit 140 ml Tonic Water (zum ­Beispiel Fever Tree) mischen und auf reichlich Eiswürfeln servieren.
  • Der Siegfried Wonderleaf ist gut für die Figur: Pro 100 ml enthält er nur zwei Kalorien.
  • In Siegfried Wonderleaf ist 0,2 Volumenprozent Alkohol enthalten. Er hat damit weniger Alkohol als naturtrüber Apfelsaft oder Vollkornbrot.
  • Genau wie der Siegfried-Gin enthält «Siegfried Wonderleaf» 18 Botanicals wie zum Beispiel Lindenblüte, Wacholder, Piment, Bitterorange und Lavendel.