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FOKUS
BILANZ 2018

Coop weiterhin auf Wachstumskurs

Das vergangene war ein gutes Jahr für Coop. Auf allen Gebieten ging es bergauf. Besonders erfolgreich schnitten die Bereiche Nachhaltigkeit und Online-Handel ab. Dank zahlreicher Preisoffensiven können sich die Konsumenten ausserdem über günstigere Produkte freuen. Coop-Chef Joos Sutter zieht Bilanz.

FOTOS
Heiner H. Schmitt
25. Februar 2019

Neues Coop-Ladenkonzept: Im Käsehumidor können sich Käse-Fans mit Schweizer Sorten nach Herzenslust eindecken. Wie zum Beispiel im Coop in Feuerthalen SH.

Coop-Chef

Joos Sutter

Der im Bünderland geborene und aufgewachsene Coop-Chef, Joos Sutter, bezieht Stellung zum aktuellen Wachstumskurs der Coop-Gruppe.

Im Jahr 2018 erzielte Coop ein kräftiges Umsatzwachstum. Mit 30,7 Milliarden Franken stieg der Umsatz zum ersten Mal in der Geschichte der Genossenschaft über 30 Milliarden Franken – ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beigetragen zum guten Ergebnis haben sowohl der Bereich Detailhandel als auch der Bereich Grosshandel/Produktion.

Eine Erfolgsgeschichte ist bei Coop der Online-Handel – im vergangenen Jahr ist dort der Umsatz zweistellig gestiegen, um 20,6 Prozent auf über 2,3 Milliarden Franken. Und dabei soll es auch nicht bleiben. «Nach der Integration von Siroop wird unsere Online-Plattform Microspot weiter ausgebaut», so Coop- Chef Joos Sutter bei der Vorstellung der aktuellen Coop-Zahlen letzte Woche in Muttenz BL. Die Kunden finden beim Online-Shop mit dem markanten Grün neben Heimelektronik mittlerweile auch Bürobedarf, Do-it-your-self-Produkte, Düfte, Uhren, und vieles mehr. «Wir planen, die Anzahl der dort online angebotenen Produkte auf 800 000 zu steigern.» Der 54-Jährige sieht Coop im digitalen Bereich gut aufgestellt: «Die Kunden haben die Wahl. Wir bieten neben Microspot nun 40 Online-Shops sowie 1100 Pick-up-Stationen.»

Günstige Preise im Fokus

Auch beim Thema günstige Preise ist Coop vorne dabei. «Vergleichen lohnt sich», sagt der im Bündnerland geborene und aufgewachsene Sutter. «Die Coop-Kunden kaufen bei uns mindestens genau so günstig ein wie bei den Discountern», so der Chef der Detailhändlerin. «So gibt es im Sortiment derzeit 500 Produkte unserer Discount-Linie Prix Garantie, allein 50 sind seit Anfang Jahr dazugekommen, und weitere 50 sollen bis Dezember folgen.»

«Allein in den letzten acht Wochen sind 100 Markenprodukte günstiger geworden.»

Joos Sutter, Coop-Chef

Neben der Offensive bei Prix Garantie investiert Coop aber auch in anderen Bereichen massiv in Preissenkungen. Laut Sutter hat Coop in den letzten 15 Jahren insgesamt rund zwei Milliarden Franken aufgewendet, damit die Produkpreise im Laden reduziert werden. «Auch im letzten Jahr haben wir 40 Millionen Franken in günstigere Produkte gesteckt.»

Nicht nur Eigenmarken werden bei Coop günstiger. Ständig verhandelt Coop mit den Markenartikelherstellern, um tiefere Preise durchzusetzen. «Allein in den letzten acht Wochen sind über 100 Markenartikel reduziert worden», sagt Sutter. «Und es werden viele weitere folgen.»

Die permanenten Preissenkungen kommen bei den Menschen an. «Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal in der Coop-Geschichte mehr als 500 Millionen Kundenbesuche verzeichnet», so Sutter. Das entspricht etwa 1,4 Millionen Kunden pro Tag.

Im Coop-Supermarkt in Feuerthalen dem Bäcker beim Brotbacken zuschauen, ...

sich fühlen wie auf dem Wochenmarkt...

und die persönliche Beratung vom Metzger - das Einkaufen bei Coop ist ein sinnliches Erlebnis.

Umbau der Läden in vollem Gang

Neben den Preisen steckt Coop derzeit auch mitten im Umbau von allen Supermärkten. In einer hellen und freundlichen Atmosphäre kommen die Kunden zum Beispiel in den Genuss einer Hausbäckerei, in der vor den Augen der Kundschaft Bäckerinnen und Bäcker Brotteig kneten, formen und ausbacken. Darüber hinaus bereiten Mitarbeiter mitten im Laden ständig frische Müesli, Salate, Sandwiches und Pizzen zu.

Und in ausgewählten Filialen gibt es einen Käsehumidor, ein speziell temperierter und befeuchteter Raum, in dem Hunderte Schweizer Käsespezialitäten zur Auswahl stehen. «Ein echtes Erlebnis nicht nur für absolute Käsefans», empfiehlt Sutter einen Besuch des kleinen Käseparadieses.

Per Ende 2018 sind bereits 75 Filialen umgebaut worden, weitere Verkaufsstellen folgen kontinuierlich.

Bei Interdiscount, Fust, The Body Shop, Import Parfumerie und Co. online bestellen und in einer Coop-Filiale nach Wunsch abholen - das Pick-up-Prinzip kommt bei den Kunden an.

Die Coop-Zahlen – kurz erklärt

⊲ Coop hat einen Rekordumsatz erzielt. Wohin gehen die Gewinne?

Als Genossenschaft investiert Coop die Gewinne zuallererst in Preissenkungen. Produkte sollen erschwinglich bleiben. Ausserdem steckt Coop ihren Gewinn in neue Produktentwicklungen und Dienstleistungen sowie in die Modernisierung des breiten Verkaufsstellen-Netzes.

⊲ Wo entstehen Umsatz und Gewinn?

Coop steht auf zwei Beinen. Zum einen ist das der Bereich Schweizer Detailhandel. Dieser umfasst die Coop-Supermärkte, Coop-City-Warenhäuser und Bau + Hobby-Baumärkte, aber auch Fachformate wie Interdiscount, Fust, Import Parfumerie, Livique, Christ Uhren & Schmuck und viele mehr.

⊲ Und das andere Standbein?

Das ist der Bereich Grosshandel und Produktion. Hier sind eigene Produktionsbetriebe zusammengefasst wie Bell Food Group (Fleisch, Fertigsalate, Fertigpasta etc.), Chocolats Halba oder Sunray (Trockenfrüchte, Nüsse, Öle etc.). Im Grosshandel beliefert das Coop-Tochterunternehmen Transgourmet in vielen Ländern Europas Gastronomiebetriebe, Kantinen, Pflegeheime etc.

⊲ Wie tragen diese beiden Bereiche zum Erfolg von Coop bei?

Der Nettoerlös der Genossenschaft im Bereich Detailhandel lag im vergangenen Jahr bei 17,7 Milliarden Franken (ein Plus von 1,9 Prozent zu Vorjahr) und im Grosshandel bei 14,2 Milliarden Franken (plus 9 Prozent). Damit ist der Detailhandel für rund 60 Prozent des Nettoerlöses verantwortlich, der Grosshandel für rund 40 Prozent.

⊲ Wie viele Leute arbeiten bei Coop?

Derzeit sind knapp 90 000 Menschen beim Unternehmen beschäftigt – 3200 mehr als im Vorjahr. In der Schweiz arbeiten 56 300 Mitarbeitende bei Coop, ein Plus von 900 Arbeitsplätzen.

⊲ Coop steht für Bio. Wie hat sich dieser Bereich entwickelt?

Nicht zuletzt wegen des 25-Jahr-Jubiläums von Naturaplan stand Coop im Zeichen der Nachhaltigkeit. Mit einem Umsatz von 4,7 Milliarden Franken ist und bleibt sie unbestrittene Marktführerin bei nachhaltigen Produkten. Allein der Umsatz bei der Coop-Bio-Eigenmarke Naturaplan legte um 17,2 Prozent auf insgesamt 1,3 Milliarden Franken zu.

⊲ Was läuft hier dieses Jahr?

Seit 2012 hat Coop über 20 000 Tonnen Verpackungsmaterial reduziert. Letztes Jahr wurden nur schon im Bio-Bereich 114 Tonnen eingespart. Dabei soll es nicht bleiben. Bis Herbst dieses Jahres will das Unternehmen bei Bio-Früchten und Bio-Gemüse auf Verpackungen verzichten, wo immer dies rechtlich erlaubt oder sensorisch und aufgrund der Aufbewahrung sinnvoll ist.

⊲ Wie geht das?

Coop setzt vor allem auf sogenannte Elastitags, Sticker, Papierbanderolen, Graspapier und Zellulosenetze. Nicht zu vergessen sind die Multi-Bags aus FSC-Zellulose, von denen bereits über 600 000 Stück im Umlauf sind.

⊲ Wie schlägt sich Coop im Markt?

Laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics ist der Detailhandel in der Schweiz im vergangenen Jahr nicht gewachsen. Mit einer Steigerung von 1,9 Prozent liegt Coop damit klar darüber.