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Fokus Coop

Hühner, zur Sonne …

… zur Freiheit? Nicht ganz – am Ende landet das Poulet in der Pfanne. Aber zuvor soll es das Tier so gut wie möglich haben, verlangt Coop. Also doch ganz schön revolutionär!

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Caroline Koella
22. Juli 2019

Es waren düstere Zeiten, als «Brüder, zur Sonne, zur Freiheit» die Hymne der Arbeiterbewegung wurde. Ein ebenso düsteres Kapitel wie die Massentierhaltung mit Ställen ohne Bewegungsfreiheit. Heute unvorstellbar in der Schweiz, wo das Tierschutzgesetz hohe Hürden setzt. Noch anspruchsvoller ist Coop: Die Detailhändlerin legt grossen Wert auf das Wohl der Tiere und hat darum mit dem Schweizer Tierschutz eigene Programme entwickelt zur Haltung von Rindern, Kälbern, Schweinen und Geflügel. Unter der Eigenmarke Naturafarm gibt es Fleisch und Eier von Tieren aus Auslauf- und Freilandhaltung. Produkte der Eigenmarke Naturaplan haben zudem Bio-Qualität.

Die Coop-Eigenmarken im Direktvergleich – 87 Prozent des Pouletfleisch von Coop stammt aus Schweizer Produktion.

Beispiel Pouletmast: Rund 900 Produzenten hat es laut dem Schweizer Bauernverband. Meist Familienbetriebe mit 5000 bis 18 000 Tieren – mehr ist laut Gesetz nicht erlaubt. Doch der Konsum an Pouletfleisch nimmt seit Jahren zu – 2018 waren es etwas mehr als 14 Kilo pro Person. Und so stammt kaum mehr als die Hälfte des Pouletfleisches, das in der Schweiz auf den Teller kommt, aus einheimischer Produktion. Der Rest wird importiert – aus Ländern mit anderen Spielregeln: Teilweise hat es Mastbetriebe mit mehr als 100 000 Poulets.

Weniger Import, mehr Tierwohl

Das Pouletfleisch in den Coop-Supermärkten kommt aber zu 87 Prozent aus Schweizer Produktion. Hier arbeiten nur wenige Betriebe nach den minimalen Gesetzesvorgaben. Mehr als 96 Prozent erfüllen die Anforderungen des Bundes an eine besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS). Dort steht den Tieren neben dem Stall ein Aussenklimabereich («Wintergarten») zur Verfügung, der ein Fünftel der Stallfläche umfasst. Diese Betriebe liefern Pouletfleisch für Coop Qualité & Prix. Auch beim Poulet-Import berücksichtigt Coop fast ausschliesslich Betriebe, die den BTS-Standard erfüllen.

Alle Coop-Eigenmarken erfüllen die Anforderungen des Bundes an eine besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS).

Für Coop Naturafarm muss der Wintergarten doppelt so gross sein, 40 Prozent der Stallfläche betragen. Zudem können die Tiere in dieser Freilandhaltung auf die Weide. Solche Mastbetriebe dürfen nicht mehr als 4800 Tiere halten.

Coop Naturaplan stellt die höchsten Anforderungen – sie gehen über die Bio-Verordnung des Bundes hinaus und entsprechen den Knospe-Richtlinien von Bio Suisse. Bio-Hühner werden in mobilen Hütten in kleinen Gruppen gehalten. Damit sich der Boden erholen kann, bringt der Bauer die Hütten nach jeder Belegung an einen neuen Ort. Wie der gesamte Bauernhof erfüllt auch das Futter die strengen Anforderungen der Bio-Knospe.