X

Beliebte Themen

Fokus Coop

Der weisse Schatz Asiens

FOTOS
Heiner H. Schmitt
30. September 2019

«Vorsicht vor herabfallenden Kokosnüssen!» – Solche Warnschilder sind an Stränden in der Karibik, der Südsee oder in Thailand massenhaft aufgestellt. Kein Scherz! Denn sie haben einen ernsten Hintergrund: Pro Jahr erschlagen Kokosnüsse, die von Palmen fallen, weltweit schätzungsweise 150 Menschen. Dabei ist die Kokosnuss doch ein harmloser und durchaus wertvoller Zeitgenosse. Aus dem saftigen, weissen Fleisch der Nuss, die eigentlich die Frucht der Kokospalme ist, wird nämlich cremige Kokosnussmilch gewonnen. Und die hat es in sich – beziehungsweise hat es nicht in sich.

Vielfältige Kokosnussmilch

Im Gegensatz zu Kuhmilch enthält sie nämlich keine Laktose und eignet sich daher für Menschen, die an einer solchen Intoleranz leiden. Zudem setzen sie Veganer und Vegetarier als Milch- ersatz in der Küche ein. Weil Kokosnussmilch aber fein und nussig-süsslich schmeckt, ist sie für alle anderen ebenfalls eine kulinarische Bereicherung des Menüplans – sei es für Suppen und Desserts. Und sie ist natürlich eine unverzichtbare Zutat in asiatischen Gerichten. Dazu enthält Kokosnussmilch wertvolle Vitamine, Mineralien sowie das Lipid «Laurinsäure», das das Immunsystem unterstützen soll. Von den vielen Vorteilen des cremigen «Zaubertranks» überzeugt, brachte das 1994 in Thailand gegründete Unternehmen «Thai Kitchen» Kokosnussmilch zum ersten Mal auf den hiesigen Markt. Zu Zeiten, als Satay-Spiessli, grünes Curry oder Gemüse aus dem Wok noch kulinarisches Niemandsland war, ein Wagnis. Doch es zahlte sich aus. Denn Thailand avancierte in der Zwischenzeit zu einem der beliebtesten Fernreiseziele der Schweizerinnen und Schweizer. Dabei lernten sie die Thai-Küche kennen und lieben. Von den Ferien zurückgekehrt, wollten sie die typischen Gerichte auch zu Hause nachkochen. So wuchs das Bedürfnis nach asiatischen Lebensmitteln kontinuierlich – und damit auch das Sortiment von «Thai Kitchen». Heute gibts vom Hersteller alles, was es für die authentische Thai-Küche braucht – neben Kokosnussmilch etwa Chilisaucen, Curry-Pasten, Nestnudeln, Jasminreis und viele weitere Zutaten.

Auch wenn man heute thailändische Gaumenfreuden zu Hause kochen kann – die Sehnsucht nach echter Ferne bleibt. Aber Achtung! Wer beim Duft von Kokos, Kokoswasser und Kokosnussmilch an weisse Traumstrände, türkisblaues Meer und schattenspendende Kokospalmen denkt: In diesem Traum sollte man sich sorgfältig die Kokospalmen aussuchen, unter denen man sein Handtuch ausbreitet: Es könnte gefährlich werden!


So entsteht Kokosmilch

Kokosnussmilch hat vor allem in Südostasien Tradition. Dort wird die Palme seit 3000 bis 4000 Jahren kultiviert – und die Menschen gewinnen seit jeher deren Milch. Dazu schlagen sie die Nüsse mit einer scharfen Machete auf, entnehmen das Fruchtfleisch, raspeln es und lassen es für ein paar Stunden in Wasser stehen. Dann drücken sie das Fleisch durch ein Baumwolltuch. So erhält man eine dickflüssige Milch, die man mit Wasser verdünnen kann. Neben Reis gilt die Kokosnuss in Asien als Grundnahrungsmittel.


Zahlen und Fakten

4: Um einen Liter Kokosnussmilch zu gewinnen, braucht es bis zu vier Kokosnüsse.

80: Eine Kokospalme wird durchschnittlich 100 Jahre alt, während 15 bis 60 Jahren trägt sie Kokosnüsse, bei optimalen Bedingungen sogar bis zu 80 Jahre.

Laktosefrei: Kokosnussmilch enthält keine Laktose und ist daher für Allergiker gut geeignet.

20 000 000 000: Jährlich werden 20 Milliarden Kokosnüsse geerntet.

150: Es gibt über 150 Arten von Kokosnüssen, die in 80 Ländern der Welt zu finden sind.

Hilfe: «Thai Kitchen» unterstützt Kokospalmen-Bauern in Thailand bei sozialen und ökologischen Projekten.