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Milch wird nachhaltiger

Konventionelle Milch muss neu höheren Standards in Sachen Tierschutz genügen, bei Milch der Coop-Eigenmarken sind die Regeln sogar noch strikter. Von diesen strengeren Anforderungen profitieren Bauern, Konsumenten und Tiere.

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Getty Images, ZVG
13. Mai 2019

Das Coop-Engagement beim Tierwohl erkennt man auf den Milchpackungen an diesem Signet (unten).

Neue Anforderungen von Coop an die Milchbauern

Die an Coop gelieferte Milch muss den Bedingungen des «Raus»- Bundesprogramms sowie mindestens eines weiteren Bundesprogramms entsprechen.

RAUS (Regelmässiger Auslauf im Freien): Kühe verbringen während der Vegetationsperiode mindestens 26 Tage im Monat auf der Weide und haben ganzjährig Auslauf.

BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme): Das Programm gibt den Landwirten Vorschriften in Bezug auf Einstreu und Gruppenhaltung. Die bauliche Mindestanforderung ist ein Laufstall.

GMF (Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion): Der Futter- bedarf wird vorwiegend durch Gras, Heu, Emd (Grasschnitt) und Grassilage gedeckt. Damit werden Kühe gefördert, die mit weniger Kraftfutter auskommen.

Die Schweizer trinken weniger Milch. So ist der Pro-Kopf-Verbrauch in den letzten Jahren rückläufig. «Dieser Trend hängt mit veränderten Nahrungsgewohnheiten zusammen», sagt Tobias Schuler (40), zuständig bei Coop für den Milch-Einkauf. Milch würde nicht mehr nur pur getrunken, sondern oft in Form von Milchmischgetränken. «Gleichzeitig wünschen sich die Konsumenten eine nachhaltigere Milch», meint er. «So steigt der Verbrauch an Bio-Milch in den letzten Jahren stetig an, bei uns hat heute jede dritte verkaufte Milch einen nachhaltigen Mehrwert.»

Dieser Entwicklung folgt jetzt die «Branchenorganisation Milch» (BOM), bei der auch Coop Mitglied ist. Die Vereinigung hat, auch auf Antrieb von Coop, beschlossen, dass für Milchbauern in Sachen Tierwohl und Fütterung zukünftig strengere Regeln gelten. So müssen sie unter anderem die Bedingungen des Raus- oder des BTS-Tierwohlprogramms des Bundesamts für Landwirtschaft (siehe rechts) einhalten. Dafür erhalten sie einen Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rappen pro Kilogramm Milch.

«Coop begrüsst diese Massnahme der BOM», sagt Schuler. «Wir gehen bei unserer Eigenmarkenmilch aber einen Schritt weiter.» Bereits im letzten Jahr hat Coop die Tierwohl-Anforderungen bei bestimmten Milchsorten stark angehoben. «Die an Coop gelieferte Milch soll deutlich tierfreundlicher und naturnaher produziert sein», erklärt er. Sie muss nun mindestens die Bedingungen des Raus-Programms und zusätzlich eines von zwei weiteren Tierwohl-Programmen des Bundes erfüllen. «Wir stellen nach und nach unsere konventionelle Milch der Coop-Eigenmarken einschliesslich Qualité & Prix und Prix Garantie um», so Tobias Schuler.

Das Coop-Engagement beim Tierwohl erkennt man auf den Milchpackungen an diesem Signet (unten).

So sehr die Milch dann nachhaltiger ist: Die Umstellung erzeugt Mehraufwand für die Landwirte. Die Betriebe müssen Weideflächen bereitstellen, Laufställe zur Verfügung haben und mit dem hofeigenen Futter Milch produzieren. «Um dies finanzieren zu können, zahlt Coop den Bauern im Schnitt 5 Rappen mehr für ihre Milch», erklärt Tobias Schuler. «Und der Preis für Milch im Laden erhöht sich leicht.» Letztes Jahr wurde daher Pastmilch teurer, in diesem Jahr schlägt UHT-Milch auf. Dabei bleiben diese Mehreinnahmen nicht bei Coop. «Sie werden voll und garantiert an die Landwirte weitergegeben», so der Milchexperte.

Davon profitieren die Bäuerinnen und Bauern – und in erster Linie die vielen Milchkühe in der ganzen Schweiz.