X

Beliebte Themen

FOKUS
EINBLICKE

Frische Pasta im Herzen

Der Vater gründete 1962 eine Teigwarenmanufaktur in Verona. Der Sohn machte die Pasta dann in der ganzen Welt bekannt und beliebt. Die Erfolgsgeschichte von Giovanni und Gian Luca Rana.

FOTOS
Heiner H. Schmitt, zvg
15. April 2019

Fröhliche Tafel mit Firmengründer Giovanni Rana (Mitte, graues Haar, Brille) und Sohn Gian Luca Rana (links, blaues Hemd).

In der venezianischen Ebene ist eine lange Tafel aufgestellt. Die Grillen zirpen, ein laues Lüftchen sorgt am Abend für Erfrischung, die Gäste sind gut gelaunt und lachen sich zu ... So stellt man sich ein typisch italienisches Familienfest vor. Wenn dann noch Giovanni Rana (81), dessen Gesicht man von jeder Teigwarenpackung her kennt, mittendrin steht, weiss man: Es ist Pasta-Zeit.

Heute ist die Pasta von Rana auf der ganzen Welt ein Symbol für die feine italienische Küche. Dem war aber nicht immer so. Auch Giovanni Rana hat klein angefangen. Nach schweren Zeiten während des Zweiten Weltkriegs beginnt er als Junge, in der Familienbäckerei zu arbeiten. Schnell erkennt er: Nicht Brot und Brötchen sind seine Leidenschaft, sondern Pasta. So tüftelt er Anfang der 1960er-Jahre in einer kleinen Werkstatt an einer besonderen feinen Pasta – noch im kleinen Stil.

Der Anfang einer Erfolgsgeschichte

Der damals etwas über 20-Jährige beweist Weitsicht: Er sieht voraus, dass die Zeiten sich ändern und schnelllebiger werden. Im Italien der Nachkriegszeit stellt sich die Mamma sonntags noch stundenlang in die Küche und macht selbst die Pasta für die nächsten Tage. Doch die Frauen werden moderner, müssen oder wollen arbeiten – und haben keine Zeit mehr fürs aufwendige Kochen. Die Chance also für die fertige, aber dennoch frische Pasta des jungen Giovanni. Und schon zeigen sich die ersten Erfolge. Mit seiner «Guzzino rosso», einem knallroten Motorroller, liefert er persönlich seine Produkte an die Kundinnen aus. Die sind begeistert und immer mehr verlangen nach seiner Pasta. So eröffnet er 1962 vor den Toren Veronas einen kleinen Herstellungsbetrieb – damit beginnt die Geschichte der wohl berühmtesten italienischen Tortellini endgültig. Denn die sind so fein, dass die Nachfrage immer weiter steigt – ja beinahe explodiert. Schnell wird klar: Die handwerkliche Produktion muss der industriellen Herstellung weichen. Stellt Giovanni am Anfang 15 Kilo Pasta am Tag her, sind es heute Tausende. Doch der visionäre Firmengründer und seit 1986 auch sein Sohn Gian Luca Rana (53) legen bis heute grossen Wert darauf, dass die Qualität unter der ausgeweiteten Produktion nie leidet.

Als Gian Luca, der quasi in die Manufaktur hineingeboren wurde, ins Geschäft einsteigt, ist es immer noch handwerklich geprägt. Der Betrieb mit 35 Angestellten stellt erst sieben Pastasorten her. Er erkennt das Potenzial der frischen Fertigpasta – nicht nur in Italien. Die Vorzüge der mediterranen italienischen Küche haben sich herumgesprochen und die Welt ist begeistert von Pizza, Pasta und Co. So treibt er den Ausbau voran, verbessert ständig die Produktionsanlagen und behält aber immer im Blick, dass seine Pasta frisch und gut ist – wie einst bei der Mamma.

Heute gibt es weltweit 1000 verschiedene Rana-Produkte und – kaum vorstellbar – 200 verschiedene Füllungen. Für die Pasta werden nur die frischesten Zutaten verwendet. Neben Mehl sind Eier die wichtigsten Bestandteile für den Pastateig, der nach wie vor weich, dünn und elastisch sein muss. Dafür wird auch nicht gespart; pro Kilo Mehl kommen acht frische Eier in den Teig. Farb- oder Konservierungsstoffe werden konsequenterweise nicht verwendet. Köche, Forscher und Spezialisten aus der Qualitätskontrolle testen jedes Produkt auf Herz und Nieren. Besonders geschulte Verkoster erkennen auch nur die geringsten Unterschiede im Geschmack.

Rana geht über den grossen Teich

Nach der erfolgreichen Expansion in Europa wagt Gian Luca Rana im Jahr 2012 einen grossen Schritt: Er bringt seine Pasta in den USA auf den Markt – und richtet dort mit grosser Kelle an: Der Rana-Chef baut in Chicago die erste amerikanische Produktionsstätte und verdreifacht in fünf Jahren die Produktion. Auch hier ist die Pasta ein voller Erfolg. Dennoch bleibt Gian Luca Rana auf dem Boden. Gerade jetzt, in den Zeiten der Rückbesinnung auf Traditionen und Authentizität, ist ihm wichtig, dass seine Produkte einfach sind und vorzüglich schmecken. Immer wieder fragt er seine Mitarbeitenden: «Ist die neue Pasta wirklich so gut, dass ihr sie euren Kindern zum Essen geben würdet?» Nur wenn diese mit einem eindeutigen Ja antworten, kommt die Pasta auch auf den Markt.

1000
So viel verschiedene Produkte stellt Rana heute auf der ganzen Welt her.

200
Die Pasta von Rana gibt es mit 200 verschiedenen Füllungen.

1962
Die Teigwarenmanufaktur wird gegründet.

1986
Mit Gian Luca Rana tritt die zweite Generation ins Unternehmen ein. Er ist heute Chef von Rana.

3200
Bei Rana arbeiten über 3000 Menschen.

52
In so vielen Ländern findet man die Pasta von Rana in den Läden.


Wettbewerb «That’s my Italy»

Wochenende in Verona zu gewinnen

Machen Sie mit beim grossen Rana-Foto-Wettbewerb und laden Sie auf der Webseite www.thatsmyitaly.com ein Foto hoch, das Ihre Vorstellung von Italien festhält. Eine Jury wählt die 25 kreativsten Bilder aus. Die Gewinner mit einer Begleitperson teilen als Gäste der Familie Rana für ein Wochenende die Leidenschaft für die Pasta und erleben Italien von seiner besten Seite.

Teilnahmeschluss: 7. Juli 2019. www.giovannirana.ch