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Taten statt Worte

Minergie: Dafür brauchts im Haus Strom und Wärme

Minergie der Ausdruck steht für Energiesparen schlechthin. Wir zeigen auf, wo viel Energie gebraucht wird, wo sie verpufft und warum Minergie gut ist.

24. Januar 2012

Reportage

Letztes Jahr konnte der Verein Minergie das erste Haus nach Minergie-A-Standard zertifizieren: Ein neues Einfamilienhaus im Kanton Bern produziert mehr Energie als es verbraucht. Inzwischen sind weitere gefolgt. Dass die Häuser mehr Energie produzieren als verbrauchen, sei allerdings optimistisch interpretiert, gesteht Bastian Burger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Energie am Bau. Der Minergie-A-Standard untersucht nur die Betriebsenergie: jene Energie, die für Heizen, Warmwasser und Lüften verwendet wird. Ausgeklammert wird die Verbrauchsenergie, also Licht, Waschmaschine, Fernseher und so weiter. Aber das Resultat kann sich sehen lassen: Übers Jahr gesehen produzieren die Solarzellen mehr Strom als das Haus verbraucht. Die Kosten fürs Heizen und Warmwasser in diesem Haus: null Franken.

Da gibt eine vierköpfige Familie in einem Standard-Gebäude deutlich mehr Geld für Energie aus. In einem Einfamilienhaus sind das rund 2870 Franken. Weitere 800 Franken braucht sie fürs Kochen, für Licht und für elektrische Geräte. Weil die Heizung der grösste Energieverbraucher ist, setzt Minergie hier an. Eine bessere Wärmedämmung, ein geregelter Luftaustausch und Wärmegewinnung durch Sonne und Wärmepumpen senken den Energiebedarf deutlich. Wir haben ein neues Minergie-A-Haus (der momentan höchste Standard) mit einem Neubau gemäss Gesetz verglichen. Das Gesetz schreibt heute für jedes neue Haus eine Wärmedämmung vor, die den Heizenergieaufwand massiv reduziert. Dennoch: Die Unterschiede sind markant.

Die finanziellen Unterschiede

Aussenhülle 125.- 825.-

Dank guter Isolation geht Heizenergie für nur 125 Franken über die Aussenhülle (Dach, Fassade, Fenster, Boden) verloren.

Die Isolation ist gut. Dennoch geht Heizenergie für 825 Franken über die Aussenhülle verloren.

Warmwasser 185.- 360.-

Die Wärmepumpe braucht Strom für 185 Franken für die Brauchwassererwärmung.

Die Ölheizung braucht Öl für 360 Franken für die Brauchwassererwärmung.

Lüftung 130. 430.

Heizenergie für 50 Franken geht durch den Luftwechsel verloren. Dank der kontrollierten Lüftung wird das Haus ständig mit frischer Luft versorgt. Die Anlage verbraucht Strom für 80 Franken.

Heizenergie für 430 Franken geht durch den Luftwechsel verloren. Das ist Wärme, die durch undichte Stellen und beim Lüften entweicht.

Hilfsenergie 60. 100.

Die A-klassifizierten Pumpen für die Wärmeverteilung brauchen Strom für 60 Franken.

Die Pumpen für die Wärmeverteilung brauchen Strom für 100 Franken.

Elektrische Geräte 380. 700.

Der Betrieb der Haushaltgeräte, Computer, Fernseher, Licht und Kochen braucht mit effizienten Geräten Strom für 380 Franken.

Der Betrieb der Haushaltgeräte, Computer, Fernseher, Licht und Kochen braucht im Durchschnitt rund 700 Franken.

Stromproduktion 500.-

Die Photovoltaikanlage produziert Strom für 500 Franken. Der Strom wird ins Netz eingespiesen und bei Bedarf wieder bezogen.

Klimapolitik

Energiesparen als Auftrag

Coop engagiert sich dafür, den CO2-Ausstoss weiter zu senken. Für neue und umgebaute Läden gilt seit Ende 2007 der Minergie-Standard. Inzwischen gibt es 149 nach Minergie-Standard umgebaute Läden. Beleuchtet wird vornehmlich mit LED, geheizt mit der Abwärme der Kühlgeräte, und der Strom stammt zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Grosse Anstrengungen unternimmt die Detailhändlerin auch in allen anderen Bereichen, insbesondere bei Transport und Logistik. Gefördert werden zudem erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarenergie und Biogas. Nicht zu vergessen: das Sortiment. In allen Coop-, Fust- und Interdiscount-Läden finden die Kunden energiesparende Haushalt- und Elektrogeräte. Und das Sparlampen-Angebot deckt fast jeden Typ ab.

www.coop.ch/nachhaltigkeit