Taten statt Worte
Energie sparen geht ganz einfach
Licht löschen, wenn du das Zimmer verlässt! So alt und öd diese Ermahnung auch scheint sie hat noch immer ihre Berechtigung, sagt Energiefachmann Felix Frey.
Reportage
Ein Schreiner erkennt sofort, ob eine Truhe wirklich antik ist oder nur ein modernes Accessoire im Vintage-Stil. Und einer Zahnärztin fällt die Zahnfehlstellung ihres Gegenübers beim ersten Lächeln auf. Jeder Beruf bringt eine gewisse Déformation professionelle mit sich. Auch Felix Frey vom Bundesamt für Energie (BFE) geht es nicht anders. Der Elektroingenieur ist zuständig für den Bereich Elektrogeräte. Betritt er eine Wohnung, ziehen Stromfresser sofort seine Aufmerksamkeit an: Eine Indirekt-Beleuchtung mit leistungsstarken Halogenlampen fällt mir gleich auf, sagt Frey. Auch stechen ihm Geräte ins Auge, die trotz Nichtgebrauchs in Betrieb sind: Router, WLAN, PC, aber auch die Stereoanlage oder die Kaffeemaschine.
Stromfresser gibt es in den meisten Haushalten.»
Dabei könnte ein bewusster Umgang mit Energie viel Strom und Geld sparen. Eine Halogenlampe mit 300 Watt Leistung verbraucht in sieben Stunden zwei Kilowattstunden Strom. Das sind bei den heutigen Strompreisen 40 Rappen. Ein Klacks, so möchte man meinen. Doch übers Jahr summieren sich die Kosten solcher Stromfresser und in den meisten Haushalten gibt es viele davon auf Beträge, für die man sich was Besseres leisten kann. Zu den grossen Stromfressern, bei denen sich ein bewusster Umgang am meisten lohnt, gehört die Waschmaschine. Sie benötigt immer etwa gleich viel Strom, unabhängig davon, ob sie nur mit wenig Wäsche von einem Mal Sport gefüllt ist oder ganz voll ist. Auch beim Kochen lasse sich Strom sparen: immer die kleinstmögliche Pfanne wählen (sie muss allerdings die Kochzone respektive Kochplatte ganz abdecken) und mit Deckel kochen.
Neben der Verhaltensänderung dient auch der Einsatz moderner Geräte dem Stromsparen. Das Sparpotenzial sei dabei von der Gerätekategorie abhängig. Wer einen alten Tumbler ohne Wärmepumpentechnik durch einen neuen A+++-Tumbler ersetzt, spart laut Frey künftig zwei Drittel der Stromkosten ein. Bei einem Wechsel der Beleuchtung von Glüh- und Halogenlampen zu LED- oder Stromsparlampen ist das Potenzial mindestens ebenso gross. Doch auch hier gilt: Nicht jedes alte Gerät muss gleich ersetzt werden: Wenn mit dem alten Backofen nur einmal im Monat ein Kuchen gebacken wird, kann er auch noch die nächsten dreissig Jahre seinen Dienst tun, meint Felix Frey. Die meisten Geräte würden von vielen Leuten ohnehin ersetzt, weil es neue Modelle mit mehr Möglichkeiten gibt.
Ob jemand grundsätzlich ein mit Energie sparsam umgehender Mensch ist oder nicht, ist laut Felix Frey schwer abzuschätzen. Der durchschnittliche Haushaltsverbrauch pro Person beläuft sich auf rund 2300 Kilowattstunden pro Jahr. Diese Zahl ist aber stark davon abhängig, ob Warmwasser und Heizung mit Strom oder mit Öl erzeugt oder betrieben werden. Dazu kommen weitere Heizungen sowie Licht und Lift im allgemeinen Teil von Mehrfamilienhäusern. Für den reinen Wohnungsverbrauch einer Person sind 1000 Kilowattstunden oder rund 200 Franken pro Jahr ein realistischer Wert. Wer darüber ist, sollte bei seinen Geräten oder seinem Verhalten nach Stromfressern suchen. Allerdings ist auch diese Faustregel zu interpretieren: Jemand, der oft ausgeht und sich auswärts verpflegt, verlagert damit einen wesentlichen Teil des Stromverbrauchs zu Dritten.
Weil es so kompliziert ist, gilt vor allem eine Grundregel, sagt Felix Frey: Grundsätzlich sollten immer nur Elektrogeräte in Betrieb sein, die genutzt werden, vom Licht über den Fernseher, den PC inklusive Modem/Router und WLAN bis zur Kaffeemaschine.
Motivation zum Sparen
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