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Kleine Pflanze: Basmati und Co. haben Zukunft

Nachhaltiger Anbau Den duftenden Langkornreis gibt es bei Coop nun ausschliesslich aus fairem Handel und zusätzlich in Bio-Qualität Bauern aus Indien und Thailand profitieren davon.

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Fotos: AFP/Prakash Singh
29. Dezember 2014

Die Region Betal Ghat am Fusse des Himalajas eignet sich bestens für den Anbau von Bio-Basmatireis. Aus Kuh-Urin und Kräutern werden effektive Insektenschutzmittel gewonnen. Schädlinge werden mit Fallen gefangen Die Reisfelder werden regelmässig von der Bauernfamilie kontrolliert. Es werden auch Hülsenfrüchte wie Linsen oder Sojabohnen angebaut.

Aus Kuh-Urin und Kräutern werden effektive Insektenschutzmittel gewonnen.

Schädlinge werden mit Fallen gefangen

Die Reisfelder werden regelmässig von der Bauernfamilie kontrolliert.

Es werden auch Hülsenfrüchte wie Linsen oder Sojabohnen angebaut.

Bericht

Eher schlecht als recht so schlagen sich viele Reisbauern mit ihren Familien in Indien und Thailand durchs Leben. Diese zum Teil dramatischen Lebenssituationen zu verbessern das war vor drei Jahren das Hauptziel eines Projekts, das der Coop Fonds für Nachhaltigkeit mit der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas und der Reismühle Brunnen ins Leben gerufen hat. Umweltgerechter Anbau und fairer Handel von hochwertigem Bio-Basmati- und Parfümreis sollten dieses Ziel ermöglichen. Nach dem Ende der ersten Projektphase ist es Zeit, ein Resumee zu ziehen. Projektleiter Frank Eyhorn gibt Auskunft:

Frank Eyhorn, bei Helvetas zuständig für Landwirtschaft und Markt.

Herr Eyhorn, Sie haben gerade in Indien Bauern besucht, die im Projekt mitmachen. Wie ist Ihr Eindruck?
Das Projekt ist ein Erfolg. Allein in Indien haben wir inzwischen 1874 Kleinbauern für unser nachhaltiges Projekt gewinnen können. Ursprünglich hatten wir mit 800 gerechnet.

Was unterscheidet diese Kleinbauern von denen, die herkömmlichen Reis anbauen?
Unter anderem verwenden sie keine chemischen Pestizide oder künstlichen Dünger, bewässern ihre Felder sehr viel ökonomischer und pflanzen ihre Reis-Setzlinge in grösseren Abständen.

Warum grössere Abstände?
So wachsen die Pflanzen samt Wurzelwerk robuster, bilden mehr Ähren aus und schiessen nicht so in die Höhe, sodass sie bei Wind nicht einfach umknicken. Und die Bauern können zwischen den Pflanzenreihen das Unkraut mechanisch jäten.

Bis ein Feld umgestellt ist, gibt es zunächst Einbussen.»

Bedeutet biologischer Anbau auch weniger Erträge?
Bis ein Feld umgestellt ist und sich die Bauern umgewöhnt haben, gibt es zunächst Einbussen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass schon nach zwei Jahren das gleiche Ertragsniveau erzielt, aber etwa 30 Prozent mehr verdient wird als mit konventioneller Landwirtschaft.

Warum verdienen die Bauern mit Basmatireis mehr als zum Beispiel mit modernem Hybrid-Reis?
Weil der langkörnige, aromatisch duftende Basmati-Reis deutlich höhere Verkaufspreise erzielt. Ein Kleinbauer mit einer Betriebsgrösse von unter einem Hektar verdient derzeit durchschnittlich umgerechnet 500 Franken pro Jahr. Wenn er biologisch arbeitet, sind es 170 Franken mehr. Aus Schweizer Sicht erscheint das ein sehr kleiner Betrag. Dadurch wird ein Bauer selbst in Indien sicher nicht zum reichen Mann, aber die Lebenssituation einer ganzen Familie wird deutlich verbessert.

Das ist der einzige Mehrwert?
Zusätzlich zum Bio-Mehrpreis erhält eine Kooperative, in der die Kleinbauern organisert sind, für ihren Reis eine Fairtrade-Prämie. Die Bauern entscheiden gemeinsam, wofür sie dieses Geld einsetzen, zum Beispiel für einen Computerraum für Jugendliche oder ein Nähcenter für Frauen.

Wir animieren die Bauern dazu, auch Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen zu pflanzen.»

Bedeutet biologischer Anbau auch weniger Erträge?
Bis ein Feld umgestellt ist und sich die Bauern umgewöhnt haben, gibt es zunächst Einbussen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass schon nach zwei Jahren das gleiche Ertragsniveau erzielt, aber etwa 30 Prozent mehr verdient wird als mit konventioneller Landwirtschaft.

Warum verdienen die Bauern mit Basmatireis mehr als zum Beispiel mit modernem Hybrid-Reis?
Weil der langkörnige, aromatisch duftende Basmati-Reis deutlich höhere Verkaufspreise erzielt. Ein Kleinbauer mit einer Betriebsgrösse von unter einem Hektar verdient derzeit durchschnittlich umgerechnet 500 Franken pro Jahr. Wenn er biologisch arbeitet, sind es 170 Franken mehr. Aus Schweizer Sicht erscheint das ein sehr kleiner Betrag. Dadurch wird ein Bauer selbst in Indien sicher nicht zum reichen Mann, aber die Lebenssituation einer ganzen Familie wird deutlich verbessert.

Das ist der einzige Mehrwert?
Zusätzlich zum Bio-Mehrpreis erhält eine Kooperative, in der die Kleinbauern organisert sind, für ihren Reis eine Fairtrade-Prämie. Die Bauern entscheiden gemeinsam, wofür sie dieses Geld einsetzen, zum Beispiel für einen Computerraum für Jugendliche oder ein Nähcenter für Frauen.

Herkömmlicher Reisanbau ist für etwa zehn Prozent des globalen Treibhausgas-Ausstosses, der in der Landwirtschaft anfällt, verantwortlich.»

Bedeutet biologischer Anbau auch weniger Erträge?
Bis ein Feld umgestellt ist und sich die Bauern umgewöhnt haben, gibt es zunächst Einbussen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass schon nach zwei Jahren das gleiche Ertragsniveau erzielt, aber etwa 30 Prozent mehr verdient wird als mit konventioneller Landwirtschaft.

Warum verdienen die Bauern mit Basmatireis mehr als zum Beispiel mit modernem Hybrid-Reis?
Weil der langkörnige, aromatisch duftende Basmati-Reis deutlich höhere Verkaufspreise erzielt. Ein Kleinbauer mit einer Betriebsgrösse von unter einem Hektar verdient derzeit durchschnittlich umgerechnet 500 Franken pro Jahr. Wenn er biologisch arbeitet, sind es 170 Franken mehr. Aus Schweizer Sicht erscheint das ein sehr kleiner Betrag. Dadurch wird ein Bauer selbst in Indien sicher nicht zum reichen Mann, aber die Lebenssituation einer ganzen Familie wird deutlich verbessert.

Das ist der einzige Mehrwert?
Zusätzlich zum Bio-Mehrpreis erhält eine Kooperative, in der die Kleinbauern organisert sind, für ihren Reis eine Fairtrade-Prämie. Die Bauern entscheiden gemeinsam, wofür sie dieses Geld einsetzen, zum Beispiel für einen Computerraum für Jugendliche oder ein Nähcenter für Frauen.

Immer mehr andere Bauern möchten sich der biologischen Anbaumethode anschliessen. Das ist sehr ermutigend.»

Wie sieht die Zukunft aus?
In den nächsten drei Jahren werden die Bauern weiter begleitet und beraten. Schon jetzt haben die Bio-Basmatireis-Gebiete eine grosse Ausstrahlungskraft. Immer mehr andere Bauern möchten sich der biologischen Anbaumethode anschliessen. Das ist sehr ermutigend.

Werden die Erkenntnisse dieses Projekts auch weitergegeben?
Jedes Jahr tauschen wir die Ergebnisse des Projektes mit anderen lokalen Akteuren aus und diskutieren Verbesserungsmöglichkeiten. Voraussichtlich kommt es nun zu einer Forschungszusammenarbeit mit der ETH in Zürich, da wir mit unserem Reisprojekt hinsichtlich Klimawandel, Wasserverbrauch und Nährstoffzyklen drei wichtige Themen der Zukunft ansprechen. Damit bekommt das Projekt eine solide wissenschaftliche Forschungsgrundlage. Ausserdem werden die Feldversuche bei den Bauern und in Zusammenarbeit mit der indischen landwirtschaftlichen Universität weitergeführt.

Weitere Informationen zum Projekt

Coop Fonds

Mehr Informationen zum Coop Fonds finden Sie hier

Reismühle Brunnen

Seit 1956 importiert die Reismühle in Brunnen SZ aus aller Welt Reis und verarbeitet diesen vor Ort bis zum Abfüllen der Verpackungen, die nachher im Regal stehen. Dabei setzt das Unternehmen voll und ganz auf Nachhaltigkeit, zum Beispiel kein CO2-Ausstoss in der Produktion und der Einsatz von Solarenergie.

Das Ziel, bis 2015 europaweit die Nummer 1 für Fairtrade-Reis zu werden, hat die Reismühle bereits in diesem Jahr erreicht! Beim in diesem Beitrag beschriebenen Projekt war und ist die Firma treibende Kraft. Die Reismühle Brunnen ist seit 2003 eine 100-prozentige Tochter von Coop.

Weitere Infos zur Reismühle Brunnen

Reisanbau