Batterie leer: Schmelzen, Trennen, Recyceln | Coopzeitung
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Batterie leer: Schmelzen, Trennen, Recyceln

Batterien und Akkus sind Sonderabfall und gehören in die Sammlung. Trotzdem landen noch immer 30 Millionen Stück oder rund tausend Tonnen im Kehricht.

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Christian Helmle, zVg
27. Juli 2015
Bei Batrec in Wimmis BE werden Batterien und Akkus eingeschmolzen und wertvolle Metalle zurückgewonnen.

Bei Batrec in Wimmis BE werden Batterien und Akkus eingeschmolzen und wertvolle Metalle zurückgewonnen.


Bericht

Meistens wiegt sie nur ein paar Dutzend Gramm, findet Platz in der hohlen Hand und macht auch sonst einen völlig harmlosen Eindruck: die handelsübliche Batterie. Sie ist zusammen mit dem Akku allgegenwärtig. Wir finden sie in Tastaturen und Mäusen, Fernbedienungen und Spielzeug, in Elektrovelos, Smartphones, Tablets, Uhren und tausend anderen Geräten. In der Tat kamen noch nie so viele Batterien und Akkus zum Einsatz wie heute. Und beiden ist eines gemein: Ihre Lebensdauer ist beschränkt und am Ende gehören sie fachgerecht recycelt.

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Sonderabfall

Was in der Schweiz an Batterien und Akkus gesammelt wird, gelangt zur Firma Batrec im bernischen Wimmis. Diese betreibt eine der weltweit modernsten und effizientesten Recyclinganlagen für Altbatterien. Batterien und Akkus gelten wegen ihres Anteils an Giftstoffen als Sonderabfall. Entsprechend sind alle Konsumenten gesetzlich dazu verpflichtet, diese entweder in den Laden zurückzubringen oder an einer öffentlichen Sammelstelle zu entsorgen. In den Hauskehricht gehören sie auf keinen Fall. Ausserdem enthalten Batterien wertvolle Rohstoffe, insbesondere Metalle, die dank des Recyclingprozesses zurückgewonnen und dem Produktionskreislauf der verarbeitenden Industrie wieder zugeführt werden können. So brauchte es Mangan zum Beispiel für die Herstellung von Gussteilen oder Kanaldeckel, während Zink dem Verzinnen von Stahlelementen wie Schranken oder Pfosten dient. Die Vorteile der Wiederverwertung liegen also auf der Hand: Zum einen müssen weniger Rohstoffe abgebaut werden, zum anderen gelangen keine Giftstoffe unkontrolliert in die Umwelt. Derzeit gibt es schweizweit rund 11000 Sammelstellen. Diese hohe Dichte hat unter anderem damit zu tun, dass jeder Laden, der Batterien und/oder Akkus verkauft, diese auch zurücknehmen muss. Bei Coop beläuft sich das Volumen auf etwas über 200 Tonnen pro Jahr. Darüber hinaus verfügen die meisten Gemeinden über eine Sammelstelle und oft auch Unternehmen, die damit ihre Mitarbeiter zum Sammeln animieren möchten.

Recyclingrate Von Batterien und Akkus: Leichter Anstieg (Quelle: Inobat)

Es gibt noch viel zu tun

Für das Recycling aufkommen tut übrigens der Konsument. Im Kaufpreis von Batterien und Akkus ist nämlich bereits eine vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG) enthalten. Erhoben wird diese von Inobat, der Interessenorganisation Batterieentsorgung. Damit finanziert und organisiert sie im Auftrag des Bundesamts für Umwelt die Sammlung, den Transport und das Recycling. Darüber hinaus sensibilisiert Inobat die Bevölkerung mithilfe von Battery-Man, dem aus der Werbung bekannten Schweizer Superhelden (www.battery-man.ch), für das Sammeln von Batterien. Wie nötig das ist, zeigen die Zahlen: Heute landen noch immer 29 Prozent aller Batterien und Akkus, das sind 30 Millionen Stück oder rund 1000 Tonnen, im Kehricht.

Tat Nummer 172

Hier finden Sie die Tat Nr. 172 Hier finden Sie alle Taten auf einen Blick