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Taten statt Worte

Ernteglück

Nach einer langen Trockenperiode sorgen Regenfälle und neues Saatgut für eine stolze Bio-Baumwollernte in Tansania.

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Rijasolo/Riva Press/Laif, Heiner H. Schmitt
29. August 2016

Baumwollbauer Elias Ngusa musste letztes Jahr eine Missernte einstecken. Dieses Jahr wird die Ernte zum Glück sehr gut ausfallen.


Endlich

Letztes Jahr sah es für Elias Ngusa gar nicht gut aus. Der Baumwollbauer aus der Region Meatu in Tansania stand knapp vor dem Nichts. Der Regen blieb über Monate aus. Als Folge entwickelten sich die Baumwollpflanzen auf seinem Feld schlecht. Und damit nicht genug: Sogar der Mais, das Hauptnahrungsmittel, ist ihm verdorrt. Um seine Kinder über die Runden zu bringen, musste er einen seiner Ochsen verkaufen. In Tansania, wo die Bauern nur von einem Traktor träumen können, war das eine seiner wichtigsten Arbeitskräfte. Rettung kam glücklicherweise von der bioRe-Stiftung. Denn Elias Ngusa ist einer von 2017 bioRe-Tansania angeschlossenen Bauern, welche die Bio-Baumwolle für die Coop-Naturaline-Textilien herstellen. Um das Schlimmste abzuwenden, unterstützte die Stiftung die Bauernfamilien mit Maisrationen.
Doch in der kargen Savannenlandschaft ist man sich gewohnt, dass Pech und Glück eng beieinanderliegen. Und Glück gab es für Ngusa dieses Jahr gleich doppelt. Denn nach einer Aufbauphase vor drei Jahren hat bioRe-Tansania bereits die Hälfte ihrer Bauern mit dem Saatgut einer neuen Baumwollsorte ausgestattet. Diese nennt sich UKM08 und wurde vom tansanischen Forschungszentrum Ukiriguru entwickelt.

Neue Baumwollsorte

Die neue Sorte zeichnet sich nicht nur durch eine bessere Faserqualität aus, sie ermöglicht im Idealfall auch bis zu zwei Mal höhere Erträge als der Vorgängertyp UK91. Und diese höheren Erträge sind nun Tatsache geworden, dem Regen sei Dank. Petrus hatte ein Einsehen und im Frühjahr der Trockenzeit mit ausgiebigen Regenfällen ein Ende bereitet. Für Bauer Ngusa ein grosses Glück. Dieser Tage wird die Ernte in mühevoller Kleinarbeit eingebracht. Er und seine der bioRe-Tansania angeschlossenen Kollegen erwarten gut 3000 Tonnen Baumwolle. Dies dürfte die grösste Ernte seit Projektstart vor 20 Jahren werden. Solche Erfolge helfen, die Zukunft der Bio-Baumwollbauern und auch der Menschen in den Verarbeitungsbetrieben zu sichern.

Intensive Partnerschaft

Dabei setzt Coop auf volle Transparenz. Mittels eines Codes, den jedes Naturaline-Kleidungsstück enthält, lässt sich unter www.biore.ch dessen ganze Herstellungskette bis zur Baumwolle zurückverfolgen.
Christa Suter, Geschäftsführerin der bioRe-Stiftung, betont: Der Erfolg der verbesserten Baumwollerträge ist direkt auf die langjährige Partnerschaft mit Coop zurückzuführen. In der Textilbranche ist dieses Engagement einzigartig.
Wer sich also in der Schweiz für ein Kleidungsstück von Naturaline entscheidet, profitiert nicht nur von einem hochwertigen Produkt aus biologisch angebauter Baumwolle, sondern sorgt auch für eine sichere Zukunft der Baumwollbauern in Tansania.
Und das Beste kommt zum Schluss: Womöglich kann sich Elias Ngusa dank dieser guten Perspektive auch wieder einen Ochsen anschaffen, den er seit letztem Jahr so schmerzhaft vermisst.

Tat Nr. 103

Hier finden Sie die Tat Nr. 103 Hier finden Sie alle Taten auf einen Blick