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Taten statt Worte

Sardellen: Kontrollierte Fischerei

Die Bestände der Sardellenschwärme in Nordspanien haben sich erheblich erholt auch dank Coop, die bei Dosenfisch konsequent auf Nachhaltigkeit setzt.

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Visualimpact.ch / Rainer Eder, zVg
02. Mai 2016

Während sie bei uns als Konservenfisch beliebt sind, werden die Sardellen im Mittelmeerraum auch als gebackener Fisch verzehrt.


Konserven

Bis zum Meeresboden reichende, gigantische Netze dieses Bild haben viele im Kopf, wenn sie an Dosenfisch denken. Heute sieht die Situation anders aus: Alle im Regal stehenden Fischkonserven bei Coop stammen aus nachhaltiger Fischerei, über 90 Prozent sind mit dem renommierten und weltweit anerkannten Gütesiegel des Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert. Die unabhängige Umweltorganisation sorgt dafür, dass Fischbestände nicht kleiner werden und das betroffene Öko-System nicht beeinträchtigt wird.
Ein Beispiel für diese positive Entwicklung sind die Sardellen Kantabriens: Im Norden Spaniens, an der Atlantikküste, dürfen die fingerlangen Meeresbewohner nur mit grossmaschigen Netzen gefischt werden, aus denen kleinere und jüngere Exemplare bewusst entwischen können. So bleiben die Schwärme intakt und Bestände können nachwachsen.

Strenge Kontrollen

Die Sardellenschwärme, die sich von Plankton ernähren, halten sich meist in geringen Tiefen auf und können dort leicht von den kantabrischen Fischerbooten gefangen werden. 

Die Behörden kontrollieren alle Fangschiffe mit GPS, ob diese nur in den ihnen zugewiesenen Gebieten ihre Netze auswerfen. Es wird auch sehr streng überwacht, dass nur in bestimmten Tiefen gefischt wird. Wird ein Boot mit Netzen, die weiter in die Tiefe reichen, erwischt, drohen drakonische Strafen. Ausserdem müssen strikte Fangquoten eingehalten werden. Aufgrund der Entwicklung der Fischbestände werden die Quoten jedes Jahr neu bestimmt.
An Land werden die Sardellen gründlich mit Meerwasser gereinigt, ausgenommen, unter Zugabe von viel Meersalz in grosse Tonnen geschichtet und bis zu 24 Stunden gelagert. Nachdem die Fische gewaschen und ihnen der Kopf abgenommen wurde, werden sie schichtweise unter erneuter Zugabe grosser Mengen Meersalzes in Fässern eingelegt und bei maximal fünf Grad gelagert. Nun je nach gewünschter Reife für 18 Monate oder länger. Je länger die Lagerung, desto besser die Qualität.

Viel Handarbeit

Nun werden die Fässer geöffnet. Die Frauen im Verarbeitungsbetrieb reinigen die Sardellen von der Salzlake und entfernen ihre Haut. Dann filetieren, entgräten sie die kleinen Fische und legen sie einzeln in die vorbereiteten Dosen. Die Arbeiterinnen sind unentbehrlich keine Maschine könnte ihren Job so sorgfältig erledigen. Sie haben eine einzigartige Fingerfertigkeit entwickelt, jede Dose in Sekundenschnelle zu bestücken. Am Ende weist jede ein identisches Füllgewicht auf. Die Konserven werden nun mit Oliven- oder Sonnenblumenöl aufgefüllt, verschlossen und in die Schweiz geschickt.
Dort können die Sardellen ohne Reue von Fischfans verzehrt werden. Denn die strengen Richtlinien, die penibel von MSC, WWF, örtlichen Behörden, aber auch von Coop, überwacht werden, haben zu einer erfreulichen Erholung der Bestände im Kantabrischen Meer geführt. Ein Erfolg für die kontrollierte, nachhaltige Fischerei.

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