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Taten statt Worte

Überraschung: CO2 Gegen den Treibhauseffekt

Seit den 1970er-Jahren ist klar, dass Kühlmittel dem Klima schaden. Ersatz tat lange not, mit CO2 wurde er inzwischen gefunden und Coop macht diesbezüglich vorwärts.

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Nicolas de neve, Remo Nägeli
20. Juni 2016

Von aussen sieht man keinen Unterschied, doch die Umwelt spürt es, dass Coop CO2 als Kühlmittel einsetzt.


Klimaschutz

Manche mögens heiss! Das mag für Marylin Monroe im gleichnamigen Film gelten, nicht aber für Tiefkühlspinat, Glacetorten und Magerquark. Für sie wie für viele andere Lebensmittel verheissen Temperaturen über 5 Grad Celsius nichts Gutes. Ohne Kühlgeräte geht bei Lebensmitteln daher nichts. Das Problem ist, dass Kühlregale, Tiefkühltruhen und Co. in Sachen Klima meist alles andere als Musterschüler sind. Ältere Kälteanlagen sind echte Klimakiller, bringt es Mischa Classen von der Stiftung Klimaschutz- und CO2-Kompensation (Klik) auf den Punkt. Denn bei den Kühlmitteln handelt es sich normalerweise um HFKW beziehungsweise HFCKW, also Fluorkohlenwasserstoffe. Die beiden Gasgemische sind äusserst schädlich für das Klima.

Jede Anlage dieser Art, die verschwindet, ist gut für die Umwelt. Wo aber liegt das Problem? Die klimaschädlichen Kühlmittel zirkulieren zwar innerhalb des Geräts, treten aber doch aus. Das heisst nicht, dass Flüssigkeit ausläuft, aber es verdunstet laufend etwas, erklärt Classen. Laut ihm entweichen aus den Kühlanlagen von Grossverteilern, Nahrungsmittelherstellern und Gastrobetrieben jährlich allein in der Schweiz Kühlgase in die Luft, die rund 750000 Tonnen CO2 entsprechen. In etwa die Menge, die eine Kleinstadt produziert. Doch Ersatz gibt es: CO2. CO2? Ich weiss, das klingt paradox, sagt Classen. CO2 sei zwar ebenfalls mitverantwortlich für den Treibhauseffekt. Aber die bisher verwendeten Gase sind über ein Tausendfaches schädlicher als CO2. Nur ist gesetzlich kein Betrieb verpflichtet, bestehende Anlagen auszutauschen. Hier setzt die Stiftung Klik an, die von den Mineralölgesellschaften gegründet wurde, um ihre gesetzliche CO2-Kompensationspflicht zu gewährleisten: Klik unterstützt eine Vielzahl Klimaschutz-Projekte bei Unternehmen, im Verkehr oder in der Landwirtschaft.

Schneller vorwärts

Bei Coop rennt Klik offene Türen ein: Wir haben uns schon 2008 das Ziel gesetzt, unsere CO2-Emissionen bis 2023 so weit als möglich zu reduzieren, sagt Christine Clapasson, Leiterin der Fachstelle Energie/CO2 von Coop. Bei neuen Kälteanlagen wird daher auf das umweltfreundlichere CO2 gesetzt. Nur haben die meisten Geräte eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren. Es dauert also, bis alle alten Anlagen verschwunden sind. Bei 372 unserer gut 880 Verkaufsstellen wird bereits heute CO2 als Kältemittel eingesetzt, so Clapasson. Die Unterstützung der Stiftung Klik trage dazu bei, dass einige Anlagen vorzeitig ersetzt würden. So können wir bis 2017 weitere 50 energieeffiziente mit CO2 betriebene Kälteanlagen installieren. Die Umwelt profitiert doppelt: Verglichen mit den alten Modellen brauchen die neuen Geräte deutlich weniger Strom kommt hinzu, dass viele so weit möglich geschlossen sind. Und da Coop bei den neuen Geräten zudem auf sogenannte Ejektoren setzt, sparen diese zusätzliche 15 Prozent Strom. Passt!

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