10 Jahre Pro Montagna | Coopzeitung
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Taten statt Worte

10 Jahre Pro Montagna

Die Berglinie steht für authentische Erzeugnisse aus dem Schweizer Berggebiet. Wie kam es dazu?

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Heiner H. Schmitt, Bildagentur Lambrigger, ZVG
06. März 2017
Damit die Schweizer Berge nicht nur sicht-, sondern auch erlebbar sind, sind unter Pro Montagna authentische Spezialitäten aus dem Berggebiet erhältlich.

Damit die Schweizer Berge nicht nur sicht-, sondern auch erlebbar sind, sind unter Pro Montagna authentische Spezialitäten aus dem Berggebiet erhältlich.


Blick zurück

Das Unternehmen Novena in Ulrichen VS produziert Ravioli mit Bergkäse-Füllung und beschäftigt etwa zwanzig Personen.

Béatrice Rohr erinnert sich noch gut an den ersten Käse des Pro-Montagna-Sortiments. Es war ein Rohmilch-Halbhartkäse aus dem Goms im Oberwallis, produziert von der Käserei Gluringen auf rund 1300 Metern Höhe. Sein intensives Aroma und sein unverwechselbarer Geschmack machten ihn zu einem echten Qualitätserzeugnis, so die Geschäftsleiterin der Coop Patenschaft.

Im Februar 2007 lancierte Coop die Eigenmarke Pro Montagna, die für hochwertige Schweizer Berg- und Alpspezialitäten steht. Zunächst umfasste das Sortiment 23 Produkte: Käse, Milch, Butter und Wursterzeugnisse. Später kamen Brot, Teigwaren, Tee und Wein hinzu, bis Ende desselben Jahres waren es 60 Produkte. Heute feiert die Marke ihr 10-Jahr-Jubiläum.

Bitte kein Märchen!

Pro-Montagna-Büffelmozzarella aus Schangnau im Emmental gibt es seit 2009 bei Coop. Es ist eines von derzeit 240 Pro-Montagna-Produkten.

Hansueli Loosli, ehemals Vorsitzender der Geschäftsleitung und heute Verwaltungsratspräsident von Coop, erläutert die Beweggründe, sich diesem Produktbereich zuzuwenden: Philipp Wyss, damaliger Projektleiter und heute Leiter der Direktion Marketing/Beschaffung, Jürg Peritz, ehemals Leiter der Direktion Marketing/Beschaffung, und ich waren überzeugt, dass Pro Montagna die Antwort auf ein Bedürfnis unserer Kunden nach echten Bergprodukten sein würde. Zweitens fanden wir, dass es wirtschaftlich sinnvoll wäre, die Wertschöpfung in den Bergregionen, wo das Produkt geschaffen wird, zu belassen. Der dritte Grund war die Nachhaltigkeit. Also keine unnötigen Transporte zu veranlassen und zugleich Arbeitsplätze in den Bergregionen langfristig zu erhalten oder sogar neue zu schaffen.

Eine weitere treibende Kraft für die Entstehung des Produktsortiments war Andy Imfeld aus dem Goms, selber Bergbauer. Die Coop Patenschaft hatte die Sanierung unserer Alpen finanziell unterstützt. Das war meine erste Begegnung mit Coop, erinnert er sich. Ich dachte: Schade, dass wir unseren Alpkäse nicht in den Regalen dieses grossen Anbieters platzieren können. Da kam mir zum ersten Mal der Gedanke, Überzeugungsarbeit zu leisten. Béatrice Rohr erklärt: Für jene, die an der Ausarbeitung der Pro-Montagna-Vorschriften beteiligt waren, stand von Anfang an fest: Es darf kein Märchen sein, wir wollen echte Bergbauern mit authentischen Produkten finden. Wie Andy Imfeld.

Ein fairer Kreislauf

Die Bergzonen sind vom Bundesamtes für Landwirtschaft klar definiert. Pro Montagna schreibt zudem vor, dass die Rohstoffe aus den Schweizer Bergregionen stammen müssen, wo auch ihre Verarbeitung erfolgen muss. Auf diese Weise werden mit dem Verkauf der Produkte nicht nur die Bergbauern, sondern auch die Verarbeitungsbetriebe der jeweiligen Gegenden unterstützt. Die Wertschöpfung bleibt in den Berggebieten. Und ein Teil des Verkaufserlöses für die Pro-Montagna-Produkte geht an die Coop Patenschaft für Berggebiete, eine Non-Profit-Organisation, deren Verwaltungs- und Personalkosten Coop trägt. Sie unterstützt ihrerseits Projekte, um die Existenzgrundlage der Bergbauern zu verbessern. Béatrice Rohr ist überzeugt: Es ist eine Win-win-Situation: Der Kunde kauft ein liebevoll hergestelltes Qualitätsprodukt, das eine eigene Geschichte hat, und der Bergbauer profitiert von fairen Preisen. Das alles macht Pro Montagna zu einer echten Berglinie.

Tat Nr. 234

Hier finden Sie die Tat Nr. 234 Hier finden Sie alle Taten auf einen Blick

Produkte

Jogurt mit Waldbeeren

Die am höchsten gelegene Molkerei Europas befindet sich in Bever im Oberengadin. Die Lataria Engiadinaisa SA oder LESA produziert auf 1706 Metern Höhe Jogurt aus Milch, die sie von Bauernhöfen aus der Umgebung bezieht. Doch nicht nur die Milch ist regionalen Ursprungs, auch die Früchte stammen aus dem Berggebiet.

Pro-Montagna-Bergjogurt mit Waldbeeren, Fr. 2.95/500 g.

Bergwurst mit Randen

Diese Wurst mit Zusatz von Rande gehört zweifelsohne zu den ganz besonderen kulinarischen Spezialitäten des Wallis. Der Überlieferung nach entspringt sie der Armut und Sparsamkeit der Bauern, die die Wurstmasse mit magerem Fleisch (das als weniger wertvoll galt als fettiges Fleisch) und weiteren Zutaten wie Gemüse zu strecken pflegten. Heute wird die Rande wegen ihres milden und süsslichen Aromas, das sie der Wurst verleiht, hinzugefügt. Fr. 6.90/220 g.