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Taten statt Worte

Lebensqualität auf Haselnuss-Plantagen

Nachhaltigkeit ist Coop auch bei Haselnüssen wichtig. Sie sollen unter umwelt- und sozialgerechten Bedingungen angebaut werden.

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Fotolia, UTZ
04. Dezember 2017

Eine Erntehelferin pflückt reife Haselnüsse. Dank des UTZ-Programms sind ihre Arbeitsbedingungen nun viel besser.


Vorbild

In der Vorweihnachtszeit werden Spitzbuben, Mailänderli, Brunsli, Kokos- und Haselnussmakrönchen, Wähen oder Kuchen gebacken. Dazu braucht es oft Haselnüsse. Meist stammen diese aus der Türkei, die 70 bis 80 Prozent der Weltproduktion kultiviert. Von der Ernte werden allerdings nur etwa 10 Prozent roh verzehrt, die übrigen 90 Prozent werden zuerst geröstet und dann weiterverarbeitet. Auch für Coop ist die Türkei die Hauptbezugsquelle für Haselnüsse.

Auf den Plantagen sind die Arbeitsbedingungen häufig schlecht. So erhalten Erntehelfer oft nicht den gesetzlich definierten Mindestlohn. Zudem müssen sie teils unbezahlte Überstunden leisten. Kinderarbeit stellt ein weiteres Problem dar. Darum stehen Haselnüsse auf einer von Coop definierten Liste mit 14 kritischen Rohstoffen, erklärt Raphael Schilling (38) von der Coop-Nachhaltigkeitsabteilung.

Ehrgeizige Ziele

Neben Haselnüssen gehören Fleisch, Milch, Eier, Früchte und Gemüse, Blumen und Pflanzen, Fisch und Seafood, Kaffee, Kakao, Palmöl, Reis, Soja, Baumwolle, Holz- und Papierprodukte dazu. Man hatte das ganze Sortiment geprüft und diese kritischen Rohstoffe identifiziert. Schilling: Wir haben für sie Nachhaltigkeitsstandards definiert und uns für deren Umsetzung ambitionierte Ziele gesetzt, die wir bis 2020 erreichen wollen. Diese Bemühungen finden Anerkennung, stuft doch der WWF Coops Nachhaltigkeitsziele als innovativ und vorbildlich für den Detailhandel ein.

Schrittweise Anpassung

Kontinuierlich werden nun grosse Sortimentsbereiche, die Haselnüsse beinhalten, auf Nachhaltigkeit umgestellt. Akzeptierte Standards sind Bio Suisse sowie UTZ*. Die Knospe von Bio Suisse ist eines der strengsten Bio-Gütesiegel weltweit. UTZ-zertifizierte Plantagen müssen folgende Kriterien erfüllen: nachhaltige Landwirtschaft, gutes Farm-Management, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, Einhaltung der Mindestlöhne, keine Kinderarbeit. Damit das gewährleistet ist, werden die Unternehmen regelmässig von unabhängigen Prüfstellen streng auf mögliche Verstösse gegen die Vorgaben kontrolliert. Die Bio-Suisse- und UTZ-Zertifizierungen wirken sich positiv auf das Leben
vieler Haselnussbauern und Erntehelfer aus. Laut Schätzungen bildet die Arbeit auf den türkischen Haselnuss-Plantagen für rund 400000 Haushalte eine wichtige Einnahmequelle.

Auch wenn es noch viel zu tun gibt, bis alle Ziele erreicht sind, hat sich schon einiges zum Guten verändert. Neu sind die konventionellen gemahlenen Haselnüsse unserer Eigenmarken UTZ-zertifiziert, sagt Raphael Schilling stolz. Ab 2018 werden die Haselnüsse in konventionellen Brotaufstrichen und Schokoladeprodukten unserer Eigenmarken auf UTZ umgestellt. Damit leistet Coop einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen Haselnuss-Anbau in der Türkei.

Tat Nr. 355

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