Mit Herzblut: Regionale Produkte sind der Megatrend | Coopzeitung
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Mit Herzblut: Regionale Produkte sind der Megatrend

Mitten im malerischen Jurapark produziert Familie Bründler in Wittnau im Aargau eigenen Obstessig. Ein Paradebeispiel der Schweizer Pärkepolitik.

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Christoph Kaminski, Marcus Gyger
22. Mai 2017
Für interessierte Gruppen bieten Joe und Astrid Bründler auch Führungen an.

Für interessierte Gruppen bieten Joe und Astrid Bründler auch Führungen an.


Schweizer Pärke

Den Essig, den gibt es schon lange. Bereits die alten Ägypter, Perser, Römer, Griechen und Babylonier wussten: Sauer macht lustig. Dies zumindest ein Erklärungsversuch, warum die
Essigaufbereitung zu den ältesten Lebensmittelherstellungsverfahren der Menschheit gehört. Wohl aber auch, weil Essig ein vorzügliches Würz- und Konservierungsmittel ist. Noch nicht ganz so lange, doch immerhin auch schon seit sechs Jahren, nutzen Joe (56) und Astrid (51) Bründler die Vorzüge der säuerlichen Essenz. 1994 hat das Ehepaar seine Zelte im Kanton Luzern abgebrochen und in Wittnau AG einen Obstbau-Pachtbetrieb übernommen. Es scheint die richtige Entscheidung gewesen zu sein, so wie die beiden strahlen.

Nur ganz kurz verdunkelt sich die Miene von Joe Bründler. Dann, wenn er davon spricht, dass auch ihnen die Rückkehr von Väterchen Frost Mitte April einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wir wollen nicht klagen, Selbstmitleid ist fehl am Platz, es ist, wie es ist.Sowieso spricht der 56-Jährige viel lieber über Fruchtessig, den er zusammen mit seiner Frau Astrid und seinen beiden Söhnen Lukas (23) und Philipp (20) herstellt. Momentan produzieren wir Apfel-, Kirschen-, Williamsbirnen- und Quittenessig, sagt er. Hinzu kommen Traubenessig und Traubenbalsamessig sowie Himbeer- und Tomatenessig.

8,5 Hektaren beträgt die gesamte Betriebsfläche der Familie Bründler mitten im südlichen Fricktal, einem Gebiet, das zum Jurapark Aargau gehört. Und ein wenig Stolz hört man raus, wenn die Bründlers sagen: Wir fertigen ausschliesslich mit Obst aus unserem Betrieb oder aus der Region. Seit 2011 gehört dazu auch der eigene Vollfruchtessig ohne Zusatzstoffe, aus reinem Fruchtsaft. Das ist ein Bedürfnis, erklärt Astrid Bründler.Immer mehr Menschen würden Zusatzstoffe nicht vertragen.

Förderung durch Bund

Mit ihrem Innovationsgeist, ihrem Herzblut und ihrer Verbundenheit mit der Region sind die Bründlers ein Paradebeispiel für die Umsetzung der Pärkepolitik der Schweiz. So stehen 19 Schweizer Pärke für reiche Biodiversität und nachhaltige, regionale Wirtschaft. Sie werden durch den Bund im Rahmen des Natur- und Heimatschutzgesetzes gefördert. Ihre Ziele sind ursprüngliche Kulturlandschaften, natürliche Vielfalt und regionale Wirtschaft. Um deren Erreichung zu unterstützen, können sie Produzenten wie die Familie Bründler mit dem Produktelabel Schweizer Pärke auszeichnen.

Als Verkäufer spielt auch Coop eine wichtige Rolle bei der Förderung von Regionalprodukten. Der selbst gemachte Essig der Familie Bründler steht mittlerweile bei 64 Coop-Filialen in der Nordwestschweiz in den Verkaufsregalen. Coop ist für uns ein Glücksfall, sagt Joe Bründler. Eine Zusammenarbeit sei das, die nicht sauer aufstösst, sondern fruchtet.

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