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Taten statt Worte

Gartenarbeit: Einsatz für die Artenvielfalt

Insekten wie Bienen haben es schwer: Es gibt immer weniger unverbaute Flächen. Umso wichtiger ist das Engagement jedes Einzelnen.

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Christoph Kaminski, Geri Born
05. Februar 2018

Die Klasse 5b aus Kleindöttingen ist regelmässig im Schulgarten anzutreffen. Lehrerin Ruth Hunziker (rote Jacke) betreut die Nachwuchsgärtnerinnen und -gärtner.


Blühende Schulen

Der Schulgarten in Kleindöttingen AG ist Anfang Jahr alles andere als ein Blumenmeer. Doch das tut der Euphorie der Klasse 5b keinen Abbruch. Komm, wir schauen, ob wir einen Frosch sehen, ruft Felix (10). Doch er lässt sich heute nicht blicken. Im Sommer sitzt er manchmal unter den Salatblättern, erzählt der Schüler. Der gelegentliche Besucher ist eines der Highlights für die Kinder. Nicht weniger begeistert ist Ruth Hunziker (29). Ich finde es wichtig, dass man mit den Kindern die Natur entdeckt und ihnen Nachhaltigkeit vorlebt. Deshalb und weil sie selber gerne gärtnert, übernahm die Lehrerin vor rund vier Jahren den Schulgarten und baute darin mit ihren Schülern allerlei an: Zucchetti, Gurken, Salat, Frühlingszwiebeln, Rüebli, Himbeeren Wenn wir in den Garten kommen, dürfen wir zuerst ablesen, was reif ist, sagt Cheryl (11).

Auch Blumen und Kräuter dürfen nicht fehlen. Letztere sind derzeit das einzig Grüne in den Beeten. Wisst ihr noch, welches die Zitronenmelisse ist?, fragt Ruth Hunziker. Kein Problem für die Fünftklässler. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei, berichtet Ruth Hunziker.

Einheimisch ist wichtig

Die Gemüse, Kräuter und Blumen sollen nicht nur die Klasse und ihre Lehrerin erfreuen, sondern Bienen und anderen Lebewesen Lebensraum und Nahrung bieten. Manchmal mehr, als ihnen zugedacht ist. Nach einem Wochenende waren alle Rüebli weggefressen, so Cheryl. Ein Schädling im Boden, vermutet Ruth Hunziker. Auch das Insektenhotel fiel einem Tier zum Opfer. Für die kommende Saison ist daher ein neues in Planung.

Das Häuschen gibt es schon. Es ist der Preis von Coop für den Einsatz der Klasse bei der Pflanzaktion 2017: Schulklassen in der ganzen Schweiz konnten sich anmelden und erhielten ein Pflanzset mit Kräutersetzlingen und Bio-Samen. Zusammen mit Bio Suisse will Coop so den Bienen helfen und die Artenvielfalt stärken. Die Aktion war verbunden mit einer Verlosung für besonderes Engagement. Das motiviert ungemein, findet Ruth Hunziker.

Auch ausserhalb der Schulen braucht es derartigen Einsatz. Jeder kann die Biodiversität fördern, betont Franziska Schwarz (49), Vizedirektorin des Bundesamts für Umwelt BAFU. Einheimische Pflanzen sind für unsere Insekten wichtige Oasen in dicht besiedelten Städten. Ein Holzstoss, ein Stück blühende Wiese oder Insektenhotels auf dem Balkon schaffen wichtige Lebensräume für Tiere. Wenn das viele Leute tun, schaffen wir ein vielfältiges Netz, in dem sich Bienen und andere Tiere besser bewegen und fortpflanzen können, erklärt Schwarz.

Ruth Hunziker und ihre Klasse werden auch an der Pflanzaktion 2018 mitmachen, die neu Blühende Schulen heisst. Sie freuen sich darauf, wenn in ihrem Garten wieder etwas wächst. Und wenn sie ihren Frosch wiedersehen.

Anmeldefrist: bis 15.März, oder solange Vorrat an Pflanzgut vorhanden. Infos finden Sie hier.

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