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Taten statt Worte

Ich suchte eine sinnvolle Tätigkeit

Seit 2015 ist Coop offizielle Partnerin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Man möchte damit Menschen helfen, die in Not geraten sind. Helfer in der Not sind zum Beispiel die ehrenamtlichen Chauffeure und Chauffeusen des SRK-Fahrdienstes.

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Heiner H. Schmitt, zvg
25. Juni 2018

Vom Sturz gezeichnet: Fanny Senn ist froh, dass Peter Hunziker vom SRK-Fahrdienst sie zur Physiotherapie im Spital fährt.


Fahrdienst

Etwas unsicher tritt Fanny Senn (79) mit ihren Krücken vom Vorgarten ihres alten Stadthauses aufs Trottoir und blickt sich um. Hallo, Frau Senn!, ruft Peter Hunziker (66) und geht ihr von seinem Auto entgegen, das er auf der Strasse gegenüber parkiert hat.

Hunziker führt die ältere Dame zu seinem anthrazitfarbenen VW Touran, öffnet die Tür und lässt sie einsteigen. Dann fahren die beiden los in Richtung Bethesda-Spital in Basel, wo Fanny Senn einen Physiotherapie-Termin hat.

Letztes Jahr noch machte sie Aqua-Fitness, pedalte mit dem Velo durch die Stadt, für die restlichen Strecken nahm sie Tram und Bus. Doch dann folgten Operationen an Hüfte und Rücken. Kaum genesen, stürzte Fanny Senn im November und brach sich den Oberschenkelhals. Seither benötigt sie Krücken und kämpft darum, wieder selbstständig gehen zu können.

Kontakt zu Menschen

Weil das Taxi teuer ist, nutzt die Baslerin den Fahrdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes. Und da kommt Peter Hunziker ins Spiel, der seit bald fünf Jahren fürs SRK fährt. Der ehemalige Financial Controller suchte nach seiner Frühpensionierung eine sinnvolle Tätigkeit, die er möglichst selbstständig ausführen konnte. Ich wollte mich ehrenamtlich engagieren und ich fahre gerne Auto, sagt er. Und so ist er durchschnittlich einmal pro Woche im Auftrag des SRK unterwegs. Ich bin Teil einer professionell geführten und gut aufgestellten Organisation, lerne viel Neues und der flexible Einsatzplan kommt mir sehr entgegen. Der Kontakt zu Menschen gefalle ihm, er treffe auf sehr unterschiedliche Leute, was oft zu spannenden Begegnungen führe.

Jede Fahrt will seriös vorbereitet sein. Wo und wann muss der Kunde abgeholt werden? Was ist der beste und schnellste Weg ans Ziel? Gibt es unterwegs Baustellen oder Verkehrsüberlastung? Kurz vor der Abfahrt kontrolliert Peter Hunziker darum auf seinem Handy, ob es auf der vorgesehenen Strecke irgendwo Stau hat. Schliesslich soll Fanny Senn rechtzeitig zur Therapie kommen. Während sie behandelt wird, wartet ihr SRK-Chauffeur im spitaleigenen Café.

Das Rote Kreuz ist eine tolle Organisation, ich bin sehr froh, dass es den Fahrdienst gibt, sagt Fanny Senn nach ihrer Rückkehr. Das freut auch Coop, so Gilbert Montavon (48), Projekt-Verantwortlicher Strategische Partnerschaft Coop-SRK: Es macht Freude zu sehen, was das Engagement von Coop konkret bewirken kann.

Besonderer Service

Peter Hunziker bemüht sich sehr um die vorübergehend gehbehinderte Fanny Senn. Tatsächlich bieten die SRK-Fahrer einen Rundum-Service. Vor einigen Tagen brachte ich eine ältere Dame samt Koffer, Rollator und Stock zum Euro Airport. Ich begleitete sie zum Check-in und setzte mich beim undendienst dafür ein, dass sie im Flugzeug einen auf ihre Bedürfnisse besser zugeschnittenen Platz erhielt als den ihr zugeteilten.

Manchmal übernimmt der Fahrdienst auch längere Fahrten, weil die Kunden nicht mehr Zug oder Bus fahren können. Diese Touren liebt Peter Hunziker, auch wenn sie nur ein- bis zweimal pro Jahr vorkommen. So fuhr ich schon nach Zürich, Luzern und Zug. Meine Frau kam dann jeweils mit und wir absolvierten unser eigenes Programm, bis ich den Kunden wieder abholen musste.

Tat Nr. 280

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