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Taten statt Worte

«Ich will die Chance unbedingt packen»

Yusuf Abdirahman kam vor rund zweieinhalb Jahren als Flüchtling in die Schweiz. Seit letzten Sommer absolviert der 21-jährige Somalier bei Coop die Integrationsvorlehre (Invol). Für seine Betreuer ist er ein Musterkandidat.

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Salvatore Vinci
11. Februar 2019

«Herr Abdirahman zum Kiosk bitte», tönt es an diesem Morgen Punkt neun Uhr durch den Coop-Megastore Sihlcity in Zürich. Kaum ist die Durchsage verhallt, steht der Ausgerufene beim vereinbarten Treffpunkt. Zu Beginn noch etwas scheu, taut der 21-jährige Somalier im Verlauf des Gesprächs aber immer mehr auf. Wie lange er schon in der Schweiz sei? «Zwei Jahre und sieben Monate», beantwortet er die Frage ohne zu zögern und beweist, dass er in dieser kurzen Zeit bereits ziemlich gut Deutsch gelernt hat. Sogar Schweizerdeutsch verstehe er schon, sagt er stolz.

Beeindruckt vom jungen Ostafrikaner ist auch Remo Arnold. Der 38-Jährige ist bei der Berufsbildung National bei Coop zuständig für die Koordination von Flüchtlingen in die sogenannte Integrationsvorlehre (Invol). «Herr Abdirahman ist ein Musterbeispiel für die positive Entwicklung dieses Brückenangebotes» sagt Arnold. Bei dem Projekt geht es in erster Linie um die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen.

Das Pilotprogramm des Bundes wurde im August 2018 lanciert und dauert insgesamt vier Jahre. «Die Integrationsvorlehre soll anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen gezielt auf eine Berufslehre vorbereiten», steht in der Medienmitteilung des Staatssekretariats für Migration vom Mai letzten Jahres.

Seit Anfang dabei ist auch Coop und bietet damit Personen wie Yusuf Abdirahman die Möglichkeit, eine Invol im Bereich Detailhandel und Logistik zu absolvieren. Remo Arnold ist vom Projekt überzeugt. «Ich kann nur Positives berichten», sagt er und fährt fort: «Es ist unglaublich, wie engagiert die Teilnehmer sind.» Auch von den Geschäftsführern der Coop-Filialen, die Invol anbieten, höre er nur Gutes.

Und dann gerät Arnold regelrecht ins Schwärmen: «Die Flüchtlinge sind unglaublich motiviert.» Man merke ihnen an, dass sie einfach glücklich sind, arbeiten zu dürfen. Dies bestätigt auch sein Schützling Yusuf Abdirahman: «Ich bin sehr froh, dass Coop mir diese Chance ermöglicht, ich möchte sie unbedingt packen.»

Ungewohnte Pünktlichkeit

In seiner Heimat sei das nicht einfach, darum die Flucht in die Schweiz. Über die genauen Umstände will er lieber nicht reden und seine sonst so fröhlichen Augen verlieren kurz ihren Glanz. Dann aber sagt er: «Ich bin einfach glücklich, hier sein zu dürfen.» Obwohl er auch in der Schweiz Probleme hatte. «Nichts Gravierendes», relativiert der Somalier. «Nur das mit der Schweizer Pünktlichkeit, das war für mich am Anfang schon ungewohnt.» Kein Vergleich zu seiner alten Heimat. «Dort verabredet man sich einfach mal für einen Tag ... aber ohne Zeitangabe.»

Nicht nur sein Betreuer Remo Arnold ist von Yusuf Abdirahman begeistert, auch bei seinen Mitarbeitern und Kunden ist der 21-jährige Somalier beliebt.

Das mit der Pünktlichkeit habe er aber bald im Griff gehabt und auch sonst verlief die Integration ohne Probleme. In der begleitenden Schule der Invol ist er mit einem Schnitt von 5,6 Klassenbester und würde sich freuen, wenn er danach eine richtige Lehrstelle bei Coop antreten dürfte.

Als habe er darauf gewartet, meldet sich Remo Arnold nochmals zu Wort. Eigentlich sei das ja noch geheim, aber: «Natürlich werden wir Sie in die Grundausbildung Detailhandelsfachmann EFZ übernehmen», teilt er dem völlig verdutzten Yusuf Abdirahman mit.

Tat Nr. 112

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Zweitgrösste Lehrstellenanbieterin
Als grosses Unternehmen tragen wir auch grosse Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und unseren Mitarbeitenden. Coop ist die zweitgrösste Lehrstellenanbieterin der Schweiz und bietet gruppenweit 3505 Lehrstellen in 31 Ausbildungsberufen an.

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