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Taten statt Worte

Bio-Bienen auf Wanderschaft

16. September 2019

Robert Mayr prüft bei Kradolf TG eines seiner Bienenvölker ? seinen Honig gibts bei Coop als Naturaplan-Bio-Honig aus dem Tessin, dem Thurgau und dem Bündnerland.

Robert Mayr (61) ist ein wahrer Bienenflüsterer: Fing er als Hobby-Imker 1988 mit drei Völkern an, ist er heute Herr von über 200 Bienenstöcken und Mitinhaber der Imkerei Mayr in Kradorf TG. «Meine Geschäftspartnerin und ich können heute von der Imkerei leben», ist er stolz. Seit vier Jahren halten sie ihre Bienenvölker zudem nach den strengen Vorgaben von Bio Suisse. Zu verdanken hat Mayr die Entscheidung zur Umstellung einer Katastrophe: Als im Juni 2015 bei Unwettern die Keller vollliefen und die komplette Honigverarbeitung zerstört wurde, dachte der Imker daran, «den ganzen Bettel hinzuschmeissen». Es kam anders: «Dank der Möglichkeit, an Coop Bio-Honig zu liefern, schafften wir uns dann doch neue Anlagen an», so Mayr.

Die Anforderungen an die Bio-Imkerei sind gross: «Im Umkreis von drei Kilometern eines Bienenstandes muss zum Beispiel mindestens die Hälfte der Flächen biologisch bewirtschaftet sein», sagt Mayr. «Wegen der vielen intensiven Landwirtschaft ist es bei uns im Thurgau nicht so einfach, geeignete Stellen zu finden.» Spätestens Ende Mai sind die meisten Pflanzen verblüht; es gibt kaum mehr Nahrung. «Daher wandern wir mit einem Teil unserer Völker ins Bündnerland und ins Tessin – dort finden die Bienen im Sommer genug Nektar und Pollen.»

Dass sein Honig tatsächlich Bio ist, dafür sorgen unzählige Kontrollen. So überprüfen die Inspektoren von «Bio.inspecta», der Kontrollstelle des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), regelmässig die Standorte der Bienenstöcke sowie vieles mehr. «Zudem müssen wir ständig Honig-, Pollen- und Wachsanalysen durchführen, bei denen man Rückstände von chemischen Spritzmitteln erkennen würde.» Auch das kantonale Lebensmittelamt testet den Honig auf Rückstände, etwa von Antibiotika, die in der konventionellen Landwirtschaft gegen Feuerbrand eingesetzt werden», sagt er. «Unser Honig war und ist immer einwandfrei.» 

Tat Nr. 20

Knospe trifft Biene

Seit 2013 bieten wir den ersten Schweizer Bio-Blütenhonig an, der mit der Knospe ausgezeichnet ist. Rund 80 000 Kilometer fliegen Bienen, um nur 1 Kilogramm Honig herzustellen. Weitere Informationen unter: www.taten-statt-worte.ch/20