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Fliessende Energie

Wasser nährt nicht nur unseren Körper, sondern auch schon bald unsere Autos. Um den technischen Fortschritt zu unterstützen, engagiert sich Coop stark für den erneuerbaren Energieträger Wasserstoff und fördert entsprechende Tankstellen.

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Kilian J. Kessler
27. Mai 2019

Schon seit 2016 setzt Coop auf Wasserstoff-tankstellen.

«Das Wasser ist die Kohle der Zukunft», sagte einst der französische Schriftsteller Jules Verne (1828–1905). Das Zitat von 1874 entspricht immer mehr der Wirklichkeit: Elektrizität aus Wasserkraft ist eine beliebte Energiequelle und deckt in der Schweiz über 50 Prozent des Stromverbrauchs ab. Doch damit nicht genug. Seit geraumer Zeit stossen auch wasserstoffbetriebene Autos auf grosses Interesse. Diese gehören zur Familie der Elektroautos. Der Elektromotor wird angetrieben von einer Brennstoffzelle. In dieser entsteht Strom durch eine chemische Reaktion zwischen Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) aus der Luft. Diese Energie treibt das Auto emissionslos an. So entsteht ein sauberer Kreislauf, basierend auf erneuerbaren Ressourcen.

Ohne Tankstellen keine Autos

In der Schweiz herrscht zurzeit eine Huhn-Ei-Situation. Autohersteller sehen ohne Tankstellen keinen Markt für Wasserstoff-Autos und die Tankstellenbesitzer sehen ohne Autos keinen Bedarf an H2-Tankstellen. Deshalb gibt es hierzulande nur eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle, die Coop als Pionierin 2016 in Hunzenschwil AG eröffnete. Für Bruno Cabernard (54), Leiter Nachhaltigkeit bei Coop, ist Wasserstoff der richtige Weg: «Mit der Eröffnung der Tankstelle haben wir gezeigt, dass es in der Praxis funktioniert. Wir sind stolz darauf, dass wir so die Initiative für den Förderverein und eine CO2-freie Mobilität zünden konnten.»

Coop ist zusammen mit 14 weiteren Schweizer Unternehmen Mitglied des Fördervereins «H2 Mobilität Schweiz». Der Verein engagiert sich für einen schnellen Ausbau des Wasserstoff-Tankstellen-Netzes und den Transport mit Wasserstoff-LKWs. Für die Genossenschaft ist Wasserstoff eine wichtige erneuerbare Ressource, die in Zukunft von hoher Wichtigkeit sein wird. Deshalb hat sie schon viel in die Technologie investiert und unterstützt den Verein mit viel Engagement.

Wasserstoff-Lastwagen für Coop

Der Verein arbeitet eng mit dem Schweizer Unternehmen «H2 Energy» zusammen. Dieses setzt sich gemeinsam mit dem koreanischen Autohersteller «Hyundai» stark für eine wasserstoffbetriebene Mobilität ein. Durch die internationale Zusammenarbeit werden von 2019 bis 2025 in der Schweiz 1600 H2-Nutzfahrzeuge erhältlich sein. Dadurch bietet sich zukünftig auch für Coop die Gelegenheit, emissionsfreie Nutzfahrzeuge mit genügender Reichweite einzusetzen und CO2-freien Treibstoff anzubieten. So wird Coop auf dem Gebiet der Logistik eine Vorreiterrolle übernehmen.

Die Schweiz ist europaweit das erste Land, das schon bald 1600 Wasserstoff-Nutzfahrzeuge wirtschaftlich einsetzen kann. Deren Anwendung ermöglicht Schweizer Tankstellenbesitzern, ein effizientes Netz aufzubauen. Dr. Phi- lipp Dietrich, CEO von «H2 Energy», erklärt: «Der Einsatz von Lastwagen wird von Unternehmen geplant. Folglich kann der Standort einer Wasserstoff- Tankstelle dort gewählt werden, wo man viele LKW-Fahrten mit einer Tankstelle abdecken kann. Bei einem Personenwagen braucht es von Anfang an ein ganzes Tankstellennetz.» Personenwagen fahren häufig kürzere Strecken und haben verschiedene Zielorte. Daher ist es schwierig, für PKW einen idealen Ort für eine Tankstelle zu berechnen. Doch dank der Ausweitung des Tankstellennetzes verfügen auch die Personenwagen bald über mehr Tank-Möglichkeiten.

Der Tank eines H2-Autos ist in fünf Minuten aufgefüllt. Der Treibstoffpreis pro 100 Kilometer ist ausserdem vergleichbar mit dem eines Benzinautos. Ein Nachteil ist bisher noch der stolze Preis, doch das könnte sich dank eines wachsenden Marktes bald ändern.

Tat Nr. 326

Erste H2-Tankstelle der Schweiz

Seit November 2016 betreibt Coop die erste öffentliche Wasserstofftankstelle der Schweiz. Damit ebnet Coop den Weg für eine erneuerbare und abgasfreie Zukunft der Mobilität. 

Weitere Informationen hier: https://www.taten-statt-worte.ch/326