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Taten statt Worte

Jungunternehmer mit Weitblick

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zvg
13. Mai 2019

Für den Test haufenweise Stoff auswendig lernen und danach wieder vergessen – so läuft es in der Schule oft. Das reicht vielleicht für eine gute Note, aber nachhaltiges Lernen funktioniert anders. YES (ehemals Young Enterprise Switzerland) setzt deshalb auf Praxisnähe und vernetzt im Rahmen des «Company Programme» Wirtschaft und Schule.

Das geht so: Schüler zwischen 15 und 20 Jahren gründen reale Unternehmen, produzieren innovative Produkte, erstellen Businesspläne und entwickeln Vermarktungsstrategien. Dabei werden sie von Beratern aus der Wirtschaft unterstützt. 1148 Schüler fanden im Rahmen des «Company Programme» in diesem Schuljahr zu 197 Miniunternehmen zusammen. Die besten 25 präsentieren sich und ihre Produkte am grossen Finale am 24. und 25. Mai in der Bahnhofshalle des Zürcher Hauptbahnhofs.

Neben dem Titel als bestes Miniunternehmen können die Teams dort auch den Nachhaltigkeitsaward gewinnen, den Coop seit 2013 in Zusammenarbeit mit YES verleiht. Im Finale um diesen Preis stehen drei Teams mit besonders nachhaltigen Projekten: Edistraw, Bee Better und Clever Cork.

ediStraw

Kantonsschule Alpenquai Luzern

Sechs Schüler der Kantonsschule Alpenquai Luzern vertreiben mit ihrem Miniunternehmen Edistraw essbare Trinkhalme. 40 Milliarden Plastikhalme würden jährlich weggeworfen, sagen die Schüler. Im Kampf dagegen wurden schon recycelbare Röhrchen entwickelt, aber die Luzerner fragten sich: Warum die Trinkhalme aufwendig recyceln, wenn man sie auch essen kann? Die Jungunternehmer wollen Genuss und Umweltschutz lieber verbinden –ganz nach dem Grundsatz: «Natürlich geniessen, auf nichts verzichten.»

Ihr Produkt aus Apfelfasern, die bei der Most- und Apfelsaftproduktion als Abfall anfallen, beziehen sie aus Süddeutschland. Das Röhrli hält eine Stunde stabil im Getränk und gibt keinen Geschmack ab.

 Statt Trinkhalme zu entsorgen oder zu recyceln, könnte man sie doch einfach essen, dachten sich diese sechs Luzerner Schüler. Nun verkaufen sie Röhrli aus Apfelfasern.

 

Bee Better

Alte Kantonsschule Aarau

Das Wortspiel in ihrem Namen haben die fünf Schüler der Alten Kantonsschule Aarau ganz bewusst gewählt, um ihre Kunden aufzufordern, ihren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Bee Better stellt Bienenwachstücher her, die anstelle von klassischer Frischhaltefolie verwendet werden können. Das Miniunternehmen hat sich ganz der Nachhaltigkeit verschrieben: Sowohl der Baumwollstoff als auch das Wachs stammen dabei aus biologischem Anbau. Produziert wird in Zusammenarbeit mit der Stiftung MBF in Stein (AG), wo Menschen mit geistiger Behinderung eine Arbeit finden. Stoffreste werden zu Haargummis verarbeitet, Visitenkarten, Flyer und Prospekte sind aus recyceltem Papier und Karton.

«Unser engagiertes und ambitioniertes Team setzt sich gemeinsam dafür ein, das vielseitige Material Kork zu verbreiten und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen», sagen die sieben Schüler hinter Clever Cork.

 

Clever Cork

Kantonsschule Wohlen

Die sieben Aargauer Schüler hinter Clever Cork möchten mit ihrem Miniunternehmen auf die Vielseitigkeit des Materials Kork aufmerksam machen. Denn dieses sei nachhaltig, wasserabweisend und elastisch. In Handarbeit stellen die Schüler Etuis und Airpodcases aus Korkstoff sowie den chilenischen Brotaufstrich Manjar her, der in einem mit Kork verschlossenen Glas verkauft wird. Über die Behindertenwerkstatt Integra in Wohlen lassen sie zudem in Weinkorken versteckte USB-Sticks fabrizieren. «Mit dem Upcycling der bereits verwendeten Korkenzapfen wollen wir einen Beitrag zu einer besseren und nachhaltigeren Welt leisten», so die Jungunternehmer.

Die fünf Aargauer Schüler hinter Bee Better stellen in Zusammenarbeit mit der Stiftung MBF Bienenwachstücher her, die statt Frischhaltefolie verwendet werden können.

 

Tat Nr. 154

YES zu Jungunternehmen

Zusammen mit YES verleihen wir jedes Jahr den Nachhaltigkeitsaward an das von Schülern gegründete Jungunternehmen mit dem nachhaltigsten Projekt.

Weitere Informationen hier: https://​​​​​​​www.taten-statt-worte.ch/154