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Taten statt Worte

Wo Nachhaltigkeit Wirkung zeigt

Unter welchen Bedingungen werden exotische Früchte produziert? Und was bedeutet Fairtrade für die Menschen vor Ort? Diesen Fragen sind die «Taten statt Worte»-Scouts in Ghana nachgegangen.

FOTOS
Kim Corpataux, Melanie Foege
15. Juli 2019

Die Scouts Melanie Foege, Nicolas Döbelin, Julie Bianca Mucchiut, Shariar Mohammad und Kim Corpataux (im Uhrzeigersinn) im Ananasfeld. 

«Im Rahmen der Reise besuchten wir im Ort Adeiso zwei Firmen, welche Coop mit Frisch- und Trockenfrüchten wie Mangos, Ananas und Kokosnüssen beliefern: ‹HPW fresh & dry› und ‹Blue Skies›. Beide Firmen und auch ihre Produkte sind Max-Havelaar-zertifiziert.

Doch werden diese Früchte wirklich so fair gehandelt, wie es Coop verspricht? Dem wollten wir in Ghana auf den Grund gehen. Für eine Zertifizierung muss der gesamte Aufbereitungsprozess unter fairen Bedingungen verlaufen. Dies beginnt schon bei einem umweltschonenden Anbau seitens der Bauern. Ein fairer Mindestlohn und geregelte Arbeitsbedingungen sind nur zwei der unzähligen Standards, die vorausgesetzt werden. Als nachhaltige Unternehmen gehen die Firmen aber noch einen Schritt weiter: Wie wir selbst miterleben durften, erhalten die Mitarbeitenden täglich ein Mittagessen, der Transfer und die medizinische Versorgung werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Reise der Scouts

Die «Taten statt Worte»-Scouts Kim (25), Melanie (22), Julie (22), Nicolas (26) und Shahriar (23) sind dieses Mal nach Ghana gereist und wollten der Herkunft der exotischen Früchte – in frischem als auch in getrocknetem Zustand – auf den Grund gehen. Neun Tage später, nach dem Besuch einer Region, in der rund 1 Million Ananaspflanzen und 40 000 Mango- bäume wachsen, sind sie zurück und berichten von ihren Erfahrungen.

Weitere Informationen hier: https://www.coop.ch/de/taten-statt-worte-stories.html

Wenn Sie ein Fairtrade-zertifiziertes Produkt kaufen, wird zudem ein Teil des Kaufpreises als Fairtrade-Prämie für soziale und ökologische Projekte eingesetzt. Jedes Jahr entscheidet eine Gruppe aus ausgewählten Mitarbeitenden und Bauern, wofür die Prämien eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise die Unterstützung von Bauern durch bessere Infrastruktur oder das Bauen von neuen Schulen sowie medizinischer Einrichtungen. Ein Kindergarten, welcher zurzeit in direkter Nähe zu ‹HPW fresh & dry› erbaut wird, ist nur eines der Projekte, welches wir auf unserer Reise besuchen durften. Dieser kommt vor allem den Müttern im Betrieb zugute: Zu Fuss können sie ihre Kinder in den Pausen besuchen und sie auch während der Arbeitszeit stillen.

 Die Firma «HPW fresh & dry» verarbeitet Ananas  und Mango zu Trockenfrüchten für Coop.

«Taten statt Worte»-Scout Kim Corpataux im firmeneigenen Kindergarten.

Der Kindergarten wurde mit der Fairtrade-Prämie finanziert.

Solarenergie und Bio-Gas

Auch die nachhaltige Produktion ist ein grosses Thema: ‹HPW fresh & dry› deckt bereits 95 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen wie Solarenergie. Auch aus Restabfällen, die bei der Produktion entstehen, gewinnen sie Bio-Gas. Eine sorgfältige Abfall- trennung, die in Ghana leider noch zu wenig Anerkennung findet, ist für beide Firmen bereits eine Selbstverständlichkeit.

Voller Eindrücke geht es nach Hause. Es bleibt die Erinnerung, dass uns die Menschen trotz Armut immer voller Lebensfreude begegnet sind. Umso wichtiger erachten wir die Projekte, die schon so viele Leben bereichert haben. Und doch braucht es noch mehr Taten. Was wir also mitnehmen auf unserem Weg zurück in die Schweiz? Wenn wir bewusster wählen – bewusster konsumieren, können wir mit nur kleinen Taten Grosses in der Welt bewirken.»

Tat Nr. 325

Fair produziert

Alle mit Fairtrade-Zertifizierung verfügbaren Trockenfrüchte unserer Eigenmarken stammen aus fairem Handel. Fairtrade Max Havelaar steht unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen, nachhaltigen Anbau und fairen Handel. Die Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter erhalten zusätzlich zum Verkaufspreis eine Fair- trade-Prämie und können sich auf einen Mindestpreis verlassen.

Weitere Informationen hier: https://www.taten-statt-worte.ch/325