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Taten statt Worte

Vom Feld zum T-Shirt

In Indien machten sich die Scouts von Taten statt Worte auf die Spuren der Bio-Baumwolle. Sie besuchten Fabriken und Bauern und stellten fest: Kleider können nachhaltig und fair produziert sein.

FOTOS
Georgios Kefalas, julie mucchiut
02. Dezember 2019

Die Baumwollpflückerinnen in Mehatwara profitieren von fairen Arbeitsbedingungen.

Die Reise der Scouts

Die «Taten statt Worte»-Scouts Nicolas (26, im Bild links), Nicola (24), Julie (23) und Leonie (25) sind Mitte November nach Indien gereist. Dort haben sie sich auf die Spuren der Bio-Baumwolle begeben, die zu Textilien für Coop Naturaline verarbeitet wird. Sie haben nicht nur Bauern getroffen, die die Baumwolle anbauen, sondern auch einen Blick in die Textilfabriken geworfen. Nun berichten sie von ihren Erfahrungen. Dies war die letzte Rei- se im Rahmen dieses Projekts.

«Die letzte Etappe im Rahmen von ‹Taten statt Worte Stories› führte uns nach Indien. Wir erkundeten die Welt der Bio-Baumwolle und besuchten Zulieferer der Nachhaltigkeitsmarke Naturaline von Coop. Ihr Auftrag: eine sozial- und umweltverträgliche Produktion.

Nach einem kurzen touristischen Zwischenstopp in Mumbai zogen wir nach Coimbatore – auch bekannt als T-Shirt-City –, wo wir zwei Fabriken besuchten, ‹Century Apparels› und ‹Wellknit›. Beide sind auf die Produktion von Bekleidung aus biologischer Baumwolle spezialisiert. Den Vertrieb dieser Ware übernimmt die Remei AG. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz handelt weltweit mit nachhaltig produzierten Textilien und Garn aus Bio-Baumwolle – und beliefert auch Coop Naturaline. Beide Fabriken, die wir besuchten, legen Wert auf hygienische Arbeitsbedingungen, gute Löhne und verschiedene Sozialleistungen für ihre Mitarbeiter, etwa kostenloser Transport, ein Mahlzeiten-Angebot und Kinderbetreuung im Unternehmen. Sie engagieren sich auch sehr für Nachhaltig- keit durch Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasseraufbereitung, Reduzierung von Nahrungsmittel- oder Textilabfällen und in einem Fall sogar mit einem eigenen Kantinengarten. Obwohl die beiden Fabrik-Besuche kurz waren, hatten sie einen grossen Einfluss auf uns: Da wir bisher nur von Tragödien wie dem Zusammenbruch der Fabrik in Dhaka im Jahr 2013 gehört hatten, freuten wir uns über die Sorgfalt und das Engagement dieser Betriebe.

Eine Weberin stellt aus dem Baumwollgarn Stoff her.

Die Scouts im Baumwollfeld.

Julie steht bis zu den Knien in geernteter Baumwolle.

Aktive Frauenförderung

Dann reisten wir nach Kasrawad ins «bioRe India Limited Trainingszentrum». An dieser letzten Station erfuhren wir mehr darüber, was geschieht, bevor die Baumwolle in den Fabriken verarbeitet wird. Etwa 3000 Bauern produzieren in Indien Bio-Baumwolle für die Stiftung «bioRe». Diese verschafft den Bauern viele Vorteile: Versorgung mit Biogas, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, gentechfreies Baumwollsaatgut, Beratungen und vieles mehr stehen den Bauern kostenlos zur Verfügung. Wir nahmen an einem Landwirtschaftskurs für Frauen teil, der ihnen hilft, sich als fähiger und aktiver Teil der Gemeinschaft zu fühlen. Durch diese Bestrebungen sowie die Zahlung des richtigen Preises für Baumwolle mit einem zusätzlichen Premium-Bonus kann «bioRe India Limited» den Produzenten sowie den Kunden versichern, dass alle ihre Produktionen klimaneutral, fair und nachhaltig sind.

Diese Reise hat mir die Bedeutung meiner Rolle als Verbraucherin verdeutlicht. Ich habe nicht nur den technischen Prozess hinter der Herstellung der nachhaltigen Kleidungsstücke gesehen, sondern auch die Auswirkungen auf die Gemeinden und den Planeten. Jeder Kauf hat also eine Wirkung.» 

Mehr über unsere Scouts und das Projekt unter: www.taten-statt-worte.ch/stories

Tat Nr. 191

Schule für Bauernkinder

Seit 1995 unterstützen wir aktiv den Aufbau von Schulen in ländlichen Gegenden Indiens – dort, wo die Bauern Bio-Baumwolle für unsere Naturaline-Kleider anpflanzen und wo auch deren Kinder ihr Zuhause haben.

Weitere Informationen hier: https://www.taten-statt-worte.ch/191