X

Beliebte Themen

Weniger ist mehr

Coop kompensiert einen Teil Ihres CO2-Ausstosses in der Schweiz. Zum Beispiel mittels dem Projekt Agroforst, bei welchem Baumpflanzungen nicht nur das Treibhausgas verringern, sondern auch die Bodenqualität verbessern.

FOTOS
Mischa Christen
25. Februar 2019

Ueli Gassner mit einem neu gepflanzten Baum. Die alte Birke im Hintergrund hat die Bodenqualität bereits verbessert.

Der Begriff CO2 ist nicht nur in aller Munde, sondern wirkt sich direkt auf das Klima aus und ist spürbar mit höheren Durchschnittstemperaturen und Wetterextremen verbunden. Und als eines der wohlhabendsten Länder der Welt verursacht die Schweiz pro Kopf besonders viel des sogenannten Treibhausgases CO2, das für die Klimaerwärmung mitverantwortlich gemacht wird. Um diese zu bremsen, muss der CO2-Ausstoss gesenkt werden. Da dies nicht immer möglich ist, kompensiert Coop bereits seit 2007 Treibhausgasemissionen aus Coop@home-Lieferungen, unvermeidbaren Flugtransporten und ebensolchen Geschäftsreisen. Wie das geht, zeigt das von Coop finanzierte und von der Stiftung «myclimate» in Zusammenarbeit mit dem WWF und Bio Suisse betreute Klimaschutzprojekt Agroforst auf dem Hof von Ueli Gassner in Ipsach bei Biel BE exemplarisch.

Der 50-Jährige bewirtschaftet den Hof aus dem Jahr 1916 in vierter Generation. Als er ihn 1996 übernommen hatte, führte er ihn zunächst konventionell, nun geht er andere Wege. «Die Umwelt und das Klima liegen uns sehr am Herzen», sagt er. Deshalb hat er zusammen mit seiner Frau Angela den Hof vor fünf Jahren auf Bio umgestellt: «Uns beschlich ein zunehmendes Unbehagen, Chemie einzusetzen. Wir wollten auch nicht abhängig von den Agrarkonzernen sein und wir wollten unsere Böden im Einklang mit der Natur bearbeiten.»

130 Jungbäume

Leichter gesagt als getan, denn Gassners Böden waren durch den jahrzehntelangen Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln vorbelastet. Entsprechend wurde er hellhörig, als er in einer Fachzeitschrift vom Projekt Agroforst las und dass Coop Bio- und Miini-Region-Bauern dafür sucht. Also bewarb er sich und erhielt Beratung und Unterstützung. So konnte er letzten Herbst auf seinen Feldern insgesamt 130 Jungbäume pflanzen – zum Beispiel Vogelkirsche, Elsbeere, Wildbirne, Edelkastanie, Stieleiche und Wildapfel.

943 307 Tonnen CO2 hat Coop seit 2007 kompensiert.

Noch sind die Bäume junge Setzlinge, aber bereits helfen sie mit, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu binden und so als natürlicher CO2-Speicher zu wirken. Diese Pflanzungen bringen aber nicht nur der Umwelt Nutzen, sondern auch Ueli Gassner ganz direkt, wie Christian Som (53) vom WWF weiss: «Die Aufforstung fördert auch die Artenvielfalt, was wiederum die natürliche Widerstandskraft der Anbauflächen stärkt.» Das heisst nichts anderes, als dass sich die grössere Biodiversität positiv auf die angrenzenden Wirtschaftsflächen auswirkt. Das zeigt beispielsweise eine alte, einzelne Birke, die seit Jahrzehnten auf Gassners Feld steht und die in ihrem direkten Umfeld für eine deutlich erhöhte Bodenaktivität sorgt. Und zwar so, dass im Umkreis von rund 25 Metern des Baumes sogar der Schnee schneller schmilzt als auf den umliegenden Feldern, wo der Landwirt Roggen, Winterweizen, Soja, Quinoa und Hirse anbaut.

Längerfristig werden Gassners Bäume rund 200 Tonnen CO2 speichern und damit einen wertvollen Beitrag zur Klimakompensation von Coop leisten sowie auch die Bodenqualität der Felder verbessern. Und als ob dem nicht genug des Guten wäre, wird, wie Bettina Kahlert (47) von «myclimate» erklärt, «der durch die Bäume entstehende Humus längerfristig zusätzlich zur Reduktion des CO2 beitragen.» 

Tat Nr. 356

Kompensation in der Schweiz

Seit 2007 kompensieren wir unsere Treibhausgasemissionen, die durch unvermeidbare Flugtransporte, Coop@home-Lieferungen und Geschäftsreisen anfallen. Zusammen mit unseren Partnern WWF, Bio Suisse und myclimate realisieren wir jetzt auch Klimaschutzprogramme in der Schweiz.

Weitere Informationen hier: https://www.taten-statt-worte.ch/356